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Mit Big Data gegen Waldbrände in Indonesien

Forscher entwickeln Analyseverfahren Mit Big Data gegen Waldbrände in Indonesien

Twitter-Meldungen können helfen, Opfer von Waldbränden zu verhindern: Zwei Wissenschaftler der Universität Kassel haben mit UN-Wissenschaftlern ein Analyseverfahren entwickelt, das der indonesischen Regierung helfen soll, das Problem massiver Waldbrände in dem Inselstaat in den Griff zu bekommen.

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Quelle: AP

Kassel. Die Kasseler Informatiker steuerten Algorithmen bei, die die zielgerichtete massenhafte Analyse von Kurznachrichten erlauben und damit die Verbesserung von Evakuierungsplänen vorbereiten. Mark Kibanov und sein Doktorvater Prof. Gerd Stumme vom Fachgebiet Wissensverarbeitung der Universität Kassel werteten dafür Inhalte und Geo-Metadaten von Kurznachrichten indonesischer Twitter-Nutzer aus. Dabei arbeiteten sie mit Wissenschaftlern des UN Pulse Lab in Jakarta zusammen. Pulse Lab Jakarta ist ein Teil von Global Pulse – einer Initiative der Vereinten Nationen, die neue Möglichkeiten wie Big Data für die Lösung humanitärer Probleme nutzen will.

29 Millionen Tweets von rund 575000 Nutzern

Die Forscher werteten rund 29 Millionen Tweets von rund 575000 Nutzern auf Sumatra aus – fast alles, was im Jahr 2014 auf der indonesischen Insel getwittert wurde. Sie analysierten, welche Smog-bezogenen Themen die Twitter-Nutzer wann und unter welchen Umständen diskutieren. Dazu nutzten sie beispielsweise Tweets mit den Themen wie „Gesundheit“ oder „Waldbrände-Folgen“. Diese Information wurde mit den Bewegungsmustern der Nutzer ergänzt. Langfristig könnten diese Arbeiten nach Angaben der Universität Kassel dazu beitragen, Hinweise auf Waldbrände nicht erst über Satelliten-Bilder, sondern quasi in Echtzeit zu erhalten.

Zudem können die indonesischen Behörden die Erkenntnisse künftig nutzen, um ihre Evakuierungsplanung zu verbessern. Allein im vergangenen Jahr sind in Indonesien nach einer US-Studie mehr als 90.000 Menschen durch Smog und Luftverschmutzung ums Leben gekommen, die durch Waldbrände hervorgerufen worden waren.

Das Ziel: Leben zu retten

Die Ergebnisse der Kasseler Wissenschaftler flossen ein in das Tool „Haze Gazer“, das die Waldbrand- und Smog-Lage mithilfe sozialer Medien überwacht und Behörden unterstützen soll, Problemgebiete früh zu lokalisieren, Katastrophenmanagement besser zu planen und Leben zu retten. Haze Gazer wird unter anderem im Situation-Room des indonesischen Präsidenten eingesetzt.

„Unser Beitrag zu Haze Gazer ist ein hervorragendes Beispiel für Projekte, in denen grundlegende Forschungsarbeiten mit Anwendung und Wissenstransfer einher gehen kann“, sagte Stumme. Die Methode der Kasseler Wissenschaftler eignete sich für Indonesien besonders, weil Twitter dort weit verbreitet ist: In dem südostasiatischen Land leben etwa 20 Millionen Twitter-Nutzer.

Von Angela Brünjes

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