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"Stern der Erlösung" für Rosenzweig-Nachlass

Universität Kassel "Stern der Erlösung" für Rosenzweig-Nachlass

Ein bedeutendes Exemplar des zentralen Werks ‚Stern der Erlösung‘ von Franz Rosenzweig (1886-1929) hat die Universitätsbibliothek Kassel erhalten. Dort wird der Nachlass des in Kassel aufgewachsenen Religionsphilosophen verwahrt.

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Geschenk für die Universitätsbibliothek Kassel: Rosenzweigs Buch zählt zu den Klassikern der Philosophie des 20. Jahrhunderts.

Quelle: r

Kassel. Der Stern der Erlösung entstand zwischen August 1918 und Februar 1919 während Rosenzweigs Kriegseinsatz in Makedonien, der Garnisonszeit in Freiburg und seinen Besuchen im Kasseler Elternhaus. Der Erstdruck selbst erschien erst im Februar 1921. Das der Kasseler Universitätsbibliothek übergebene Exemplar, übersandte Rosenzweig am 10. März 1921 mit Widmung und ausführlichem Begleitbrief an seinen Cousin und engen Vertrauten Rudolf Ehrenberg. Buch und Brief wurden der Bibliothek auf Vermittlung der Kasseler Rosenzweig-Kennerin Barbara Dierichs von der Tochter Ehrenbergs, Prof. Maria Ehrenberg, übergeben.

Online

Rudolf Ehrenbergs Exemplar des Sterns der Erlösung und der Widmungsbrief Rosenzweigs sind über das Online-Archiv ORKA der Universität Kassel verfügbar.

Ehrenberg war ein wichtiger Gesprächspartner Rosenzweigs in dessen Ringen um seinen Glauben. Nach einer Phase starker intellektueller und persönlicher Spannungen näherten sich beide mit dem Geschenk Rosenzweiges an Ehrenberg wieder an: Bald nach dem Erscheinen sandte Rosenzweig ein Exemplar seines Buches an seinen Freund und Verwandten, begleitet von einem versöhnlichen Brief, in dem er seine enge intellektuelle und persönliche Bindung an Ehrenberg zum Ausdruck brachte: „nur weil du ... bist, kann ich ... sein“… Rudolf Ehrenberg antwortete am 12. März 1921, dass er Rosenzweigs Brief vorne in den Stern eingeklebt habe: „So ist er ganz mein Exemplar geworden, das ich keinem anderen in die Hand geben kann.“
Mehr als 45 Jahre nach dem Tod ihres Vaters hat die inzwischen 97-jährige Maria Ehrenberg sich dazu entschlossen, dieses besondere Buch aus der Hand zu geben. Das Exemplar "bezeugt die Freundschaft zweier großer Persönlichkeiten des christlich-jüdischen Dialogs“, erklärt Bibliotheksdirektor Dr. Axel Halle.
Rudolf Ehrenberg (1884-1969) war im Sommer/Herbst 1913 neben Eugen Rosenstock (1888-1973) einer der wichtigsten Gesprächspartner im Ringen Rosenzweigs um die Frage seines Glaubens. Aus dem so genannten „Leipziger Nachtgespräch“ dieser drei am 7. Juli 1913 erwuchs Rosenzweigs Entscheidung gegen die Konversion zum Christentum und für ein entschieden jüdisch-religiöses Leben. Der als Kind getaufte Ehrenberg war seit 1907/08, als beide in Berlin studierten, ein enger brüderlicher Vertrauter für Rosenzweig geworden. Vor allem im jahrelangen mündlichen und brieflichen Austausch manifestiert sich das intellektuelle und praktische Ringen beider um Wahrheit und Wahrhaftigkeit des Denkens, Lebens und Glaubens als Jude bzw. Christ, das mit der Abfassung des Sterns der Erlösung seinen Höhepunkt erreichte. Rosenzweig selbst bezeichnete einen seiner Briefe an Ehrenberg vom November 1917 als „Urzelle“, aus der heraus sich der fertige Text des Sterns ins Buchhafte entwickelt habe. Zudem widmete er Ehrenberg das dritte Buch des Sterns, in dessen Zentrum die Frage nach dem Verhältnis zwischen Juden- und Christentum steht. jes

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