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Über Stoffwechsel und Ionenkanäle

Manfred Eigen und Erwin Neher Über Stoffwechsel und Ionenkanäle

Auf 44 Nobelpreisträger aus ihren Reihen kann die Georgia Augusta verweisen. Als erster Göttinger Wissenschaftler nach 1933 wurde Manfred Eigen mit dem Nobelpreis geehrt, im Fach Chemie.

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Nobelpreis für Chemie 1967: Manfred Eigen und Nobelpreis für Medizin 1991: Erwin Neher.

Quelle: Hinzmann

Die Untersuchungen äußerst „schneller chemischer Reaktionen, verursacht durch die Störung des Gleichgewichts durch sehr kurze Energieimpulse“, waren im Jahr 1967 der Grund für die Verleihung des Nobelpreises für Chemie an ihn sowie seine Kollegen Ronald Norrish und George Porter. Der damals 40-jährige Eigen hatte die Erkenntnisse zu diesen schnellen chemischen Reaktionen in Göttingen gemacht. Mit den Messungen hat er wichtige Fragen der Biochemie wie der Steuerung von Enzymaktivitäten geklärt – die wiederum viele Stoffwechselvorgänge in der Zelle regelt. In Göttingen studierte Eigen  Physik und Chemie von 1945 bis 1950. Danach war er an der Georg-August-Universität tätig und wechselte 1953 zum  Max-Planck-Institut (MPI) für physikalische Chemie.

Eigen setzte durch, dass das Göttinger MPI für physikalische Chemie im Jahr 1971 mit einem Neubau am Faßberg erheblich erweitert wurde. 1964 war er zum Direktor am Institut berufen worden und setzte auch den neuen Namen Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie durch. Seit 2002 ist Eigen Ehrenbürger der Stadt Göttingen.

Mitarbeiter des MPI für biophysikalische Chemie  war auch Erwin Neher, der 1991 den Nobelpreis für Medizin erhielt. Neher, 1944  geboren, studierte Physik in München und in Madison/USA und promovierte am Max-Planck-Institut für Psychiatrie und an der Technischen Universität München. 1973 kam er an das MPI für biophysikalische Chemie nach Göttingen. Hier erbrachte Neher gemeinsam mit seinem Kollegen Bert Sakmann erstmals Beweise für die Existenz von Ionenkanälen und Erklärungen für ihre Wirkungsweise.

Für die Medizin wurde die Entdeckung zu einem Schlüsseldatum. Viele Krankheiten beruhen ganz oder teilweise auf einer defekten Regulierung des Ionenflusses, zum Beispiel Epilepsie, verschiedene Herz- und Gefäßkrankheiten oder Nerven-Muskelkrankheiten. Mit Hilfe von Nehers und Sakmanns Technik lassen sich  zur Behandlung einiger Erkrankungen gleichsam Medikamente nach Maß herstellen, die auf den Ionenkanal wirken. 

Neher, Direktor am MPI für biophysikalische Chemie sowie Honorar- und Ehrenprofessor der Georg-August-Universität, wurde 1997 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet.

 chb

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