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Die älteste universitäre Abguss-Sammlung

Sammlungen der Universität Die älteste universitäre Abguss-Sammlung

Die Georg-August-Universität Göttingen verfügt über außergewöhnliche Sammlungen, die Lehre und Forschung dienen. Ihre Bedeutung ist in letzter Zeit über die Hochschule hinaus bekannt geworden. Nicht zuletzt die Ausstellung „Dinge des Wissens“ machte die 30 Sammlungen in der Öffentlichkeit bekannt und stellte deren Kostbarkeiten und Besonderheiten von Juni bis Oktober 2012 in der Paulinerkirche vor.

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„Symbole des Weiblichen“ aus aller Welt

Im Parthenonsaal der Sammlung der Gipsabgüsse: Klassische Skulpturen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.

Quelle: Eckardt

In Zusammenarbeit mit den Kustoden der Universitätssammlungen stellt das Tageblatt die Gärten und Sammlungen in einer Serie vor.

Antike Skulpturen haben seit der Renaissance das Interesse von Künstlern, Sammlern und Gelehrten geweckt, doch im 18. Jahrhundert begann sich diese Beschäftigung allmählich in eine Wissenschaft im modernen Sinne des Wortes zu verwandeln.

Entscheidenden Anteil daran hatte Christian Gottlob Heyne (1729–1812), zu seiner Zeit der einflussreichste Göttinger Professor.

Gründer der Sammlung: Christian Gottlob Heyne (1729-1812).

Gründer der Sammlung: Christian Gottlob Heyne (1729-1812).

1763 an die Georgia Augusta berufen, lehrte er hier fast 50 Jahre lang Griechisch und Latein. Er war der erste, der 1767 – angeregt durch die Schriften Johann Joachim Winckelmanns – eine systematische Vorlesung über die Kunst der Antike an einer Universität hielt.

Die Vorlesung war so erfolgreich, dass er sie fast 40 Jahre lang wiederholte.

Ebenfalls 1767 begann Heyne mit dem Ankauf von Gipsabgüssen antiker Statuen, um seinen Hörern eine plastische Anschauung von den Kunstwerken zu verschaffen, die er in seiner Vorlesung behandelte.

Damit schuf er die erste universitäre Abguss-Sammlung, ein Vorbild für ähnliche Sammlungen, die im 19. Jahrhundert an zahlreichen Universitäten im In- und Ausland gegründet wurden.

Im Unterschied zu vielen dieser Sammlungen hat die Göttinger alle Kriegswirren und alle Wandlungen des Zeitgeschmacks nahezu unbeschadet überstanden.

Mit über 2000 Exponaten zählt sie heute zu den größten Einrichtungen ihrer Art weltweit. Für die Ausbildung angehender Archäologen im „vergleichenden Sehen“, aber auch für Forschungszwecke bildet sie ein hervorragendes Arbeitsinstrument.

Von Daniel Graepler

 
Die Sammlung der Gipsabgüsse der Universität Göttingen befindet sich am Nikolausberger Weg 15. Interessierte können die Exponate jeden Sonntag von 10 bis 16 Uhr besichtigen. viamus.de
 

Vergleichendes Sehen: Abgüsse von fünf römischen Kopien des Platon-Portraits.

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Geschenk für die Göttinger Sammlung

Im Januar 1793 erhielt Christian Gottlob Heyne aus London ein überraschendes Geschenk für seine Sammlung: die lebensgroße Büste einer schönen jungen Frau mit kunstvoller Lockenfrisur und melancholisch gesenktem Haupt. Ihr leichtes Obergewand ist ihr von der Schulter geglitten und entblößt die linke Brust. Am unteren Rand ist die Büste von einem Blätterkelch eingefasst.

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