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Forschung, Lehre und öffentlicher Kunstgenuss

Sammlungen der Universität Forschung, Lehre und öffentlicher Kunstgenuss

Sammeln, Forschen, Bewahren, Ausstellen: Das sind gleichwertige Aufgaben eines jeden Museums. Eine Kunstsammlung an einer Universität kommt darüber hinaus eine weitere Aufgabe zu: die Lehre mit den Originalen.

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Ausstellungsplanung: Studierende der Kunstgeschichte diskutieren in einem Praxisseminar Möglichkeiten der Präsentation.

Quelle: Miller

Die Universität Göttingen ist in der sehr glücklichen Lage, die älteste explizit für die Lehre angelegte Kunstsammlung zu besitzen, denn ihre Gründung geht in das Jahr 1736 zurück.

Der Frankfurter Patrizier Johann Friedrich Armand Uffenbach vermachte der Georgia Augusta seine umfangreiche Sammlung – ohne dass das Fach Kunstgeschichte damals bereits existiert hätte.

Von Anfang an war die Sammlung für die akademische Lehre bestimmt, „für die Bildung des Geschmacks, die Angewöhnung des Auges und des Sinnes für das Gute und Schöne. […] Unser Zeit-Alter verlangt neben dem Brot-Studium auch einige Kultur“, schrieb Christian Gottlob Heyne 1796. Aus der kuratorischen Verwaltung und Erfassung der Sammlung etablierte sich in Göttingen das Fach Kunstgeschichte bald als wissenschaftliche Disziplin.

Interesse internationaler Forschung

Heute umfasst die Sammlung etwa 15 000 Blatt Druckgraphik, 2500 Zeichnungen, 300 Gemälde, 100 Skulpturen und 150 Künstlervideos. Waren die Kunstwerke um 1800 noch in der Wohnung des damaligen Kustos Fiorillo untergebracht, wo der Unterricht in privatissimo stattfand, ist die Sammlung heute in den Ausstellungsräumen im Alten Auditorium auch für die Öffentlichkeit zugänglich.

F. Botticini: „Maria und Johannes das Kind anbetend“. Haase

Quelle:

Als fester Bestandteil der akademischen Lehre zeichnet die Kunstsammlung den Universitätsstandort Göttingen aus. Vor allem durch den hochwertigen Bestand von Zeichnungen genießt die Göttinger Sammlung das Interesse internationaler Forschung, was sich in häufigen Foto-, Leih- und Besuchsanfragen aus aller Welt spiegelt.

Der ständige Wechsel sowohl der Dauerausstellung als auch der mit Studierenden erarbeiteten Sonderausstellungen macht sie zu einem lebendigen Ort des Göttinger Kulturlebens, dessen Besuch sich immer wieder lohnt. Schließlich verlangt auch unser Zeitalter neben dem Brotstudium einige Kultur.

Originalzeichnungen von Eduard Bendemann 

Gegenwärtig ist in der Kunstsammlung die Ausstellung „Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet“ zu sehen, die den Göttinger Bestand von Zeichnungen eines der bedeutendsten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule zeigt. Eine Fülle von Zeichnungen gewährt Einblicke in Bendemanns Atelierpraxis und lädt dazu ein, sich selbstständig auf die Suche nach den Zusammenhängen zwischen Studien und ausgeführten Werken zu begeben.

Die Ausstellung macht den Werkprozess bei der Entstehung großformatiger Historienbilder von der Zeichnung als Vorstudie bishin zum ausgeführten Gemälde nachvollziehbar. Gleichzeitig zeigt sie aber auch die kulturhistorische Einbettung der Werke in die spannungsreiche Zeit von Aufklärung, Romantik, Vormärz und Realismus.

Die Kunstsammlung verfügt mit 129 Zeichnungen auf 92 Blättern sowie mit drei Skizzenbüchern über einen der umfangreichsten Bestände an Originalzeichnungen Eduard Bendemanns. In Vorbereitung des Forschungs- und Ausstellungsprojekts haben die beiden Organisatoren, Christian Scholl und Dr. Anne-Katrin Sors, zwei Seminare zur Bestandsaufnahme der Zeichnungen durchgeführt.

Dabei konnten zahlreiche Skizzen erstmals konkreten Historiengemälden zugeordnet werden.

Von Anne-Katrin Sors

Die Ausstellung im Auditorium in der Weender Landstraße 2 ist noch bis Sonntag, 10. März, zu sehen. Im Rahmen der Sonntagsspaziergänge ist sie von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
 

Prunkvoll: „Antonius und Kleopatra“ (1667) von Jan Steen. Haase

Quelle:

Endergebnis: Blick in die fertige Bendemann-Ausstellung. Miller

Quelle:
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