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„Symbole des Weiblichen“ aus aller Welt Symbolischer Tod zum Schutz

Sawankhalok-Figuren aus Thailand

Symbolischer Tod zum Schutz

Müttersterblichkeit war und ist in allen Kulturen eine ernstzunehmende Bedrohung und ein oft unterschätztes Risiko. Entsprechend häufig finden sich religiöse und mystische Rituale, die einen guten Verlauf der Geburt und die Gesundheit von Mutter und Kind erbitten.Besonders eindrucksvoll verkörpern die Sawankhalok-Figuren die Faszination, aber auch die reale Gefahr von Schwangerschaft und Geburt.

Geburt auf einem Steigbügelgefäß: Kopie einer Skulptur der peruanischen Mochica-Kultur (400-500 n.Chr.).

© Eckhardt

Die glasierte Keramik-Figur wurde 1975 von Heinz Kirchhoff über einen Händler erworben. Sie stammt aus den Werkstätten der Stadt Sawankhalok in Nord-Thailand. Hier entstanden im 14. und 15. Jahrhundert zahlreiche Töpferarbeiten. Die Figur, wahrscheinlich ein Original, zeigt eine Frau, die ihr Kind in den Armen hält.

Anita Schmidt-Jochheim

Anita Schmidt-Jochheim

Quelle:

Die Figuren besaßen eine besondere Funktion: Vor einer Geburt wurden sie im Rahmen einer rituellen Zeremonie enthauptet und zur Dämonenabwehr der Gebärenden ins Bett gelegt. Durch diesen symbolischen Tod sollte die reale Gefahr von Mutter und Kind abgewendet werden. Nach komplikationslosem Verlauf der Geburt wurde der abgeschlagene Kopf der Mutterstatuette wieder angesetzt.

Die 17 Zentimeter große unbekleidete Figur sitzt mit eingeschlagenen Beinen auf ihrem Gesäß. Deutlich erkennbar weist eine Reparaturstelle am Hals darauf hin, dass ihr Kopf abgetrennt und wieder angeklebt wurde.

Fünf Exponate dieser Art befinden sich in der Sammlung. Sie werden in der Dauerausstellung im Göttinger Universitätsklinikum gezeigt.

Von Anita Schmidt-Jochheim

Zur Person

Anita Schmidt-Jochheim, Vorsitzende des Fördervereins der Sammlung Kirchhoff, hat den Verein 1998 mitbegründet.

„Aufgrund meiner berufspolitischen Tätigkeit habe ich mich für die Erhaltung der Sammlung Kirchhoff eingesetzt“, erklärt die 1954 geborene Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe.

„Die Motivation für mein ehrenamtliches Engagement beruht auf der besonderen Faszination, die diese Sammlung auf mich ausübt: Fruchtbarkeit, Sexualität, Schwangerschaft und Mutterschaft sind im weitesten Sinn zentrale und elementare Bestandteile meiner täglichen Arbeit.

Es ist mir wichtig, die künstlerische Darstellung und Wahrnehmung von Weiblichkeit in den verschiedenen Epochen und Kulturen zu unterstützen und zu fördern“,erklärt Schmidt-Jochheim.

Nach dem Studium der Medizin in Würzburg und Göttingen und der Facharztausbildung und Promotion an der Universitätsfrauenklinik Göttingen ist Schmidt-Jochheim seit 1986 niedergelassene Ärztin in eigener Praxis in Göttingen.

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