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Tote Vögel für lebendige Lehre

„Sammlungen der Universität“ Tote Vögel für lebendige Lehre

Die Sammlungen der Forstwissenschaften und Waldbiologie enthalten mehr als 35 000 Objekte. Gehörn- und Vogelpräparate geben einen detaillierten Einblick in die regionale Fauna und das jagdliche Brauchtum. Wer sich für die im südlichen Niedersachsen heimischen Vögel und jagdbaren Wildarten interessiert, der sollte die Fakultät für Forstwissenschaften und Wildbiologie aufsuchen.

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Nach dem Lebensraum gestaltet: Ornithologische Vitrine der Lehrsammlung.

Quelle: Schütz

Göttingen. Die Vogel- und Gehörnpräparate finden sich in den Sammlungen der Abteilung Forstzoologie und Waldschutz am Büsgenweg 3. Hier zeugen Exponate aus dem 1868 aufgelösten Königlich Hannoverschen Jägerhof und seltene asiatische, mittlerweile ausgestorbene Hirscharten von jagdlichem Brauchtum.

Greifvögel, Eulen und Hühnervögel

Die historische Sammlung niedersächsischer Greifvögel, Eulen und Hühnervögel sticht dabei besonders hervor. Der Hann. Mündener Zollrat Wilhelm George Glimmann (1802-1876) hatte diese, heute noch bestens erhaltene Sammlung angelegt. Sie macht einen Großteil der Lehrsammlung heimischer Vögel aus.

Insektensammlung

Die 35 000 Objekte umfassende wissenschaftliche Insektensammlung enthält verschiedene Originale, anhand derer im 19. Jahrhundert wissenschaftliche Artbeschreibungen vorgenommen wurden – sogenannte „Typen“. Als Besonderheiten finden sich einige Typen aus den Hymenopteren-Sammlungen von Julius Theodor Christian Ratzeburg (1801-1871) und Arnold Förster (1810-1884). Ratzeburg, der ein Schüler Alexanders von Humboldt war, gilt als ein früher Ökologe. Er begründete die forstliche Insektenkunde, die Forstentomologie.

Wildbiologische Prüfungen

Die Vogelsammlung und die Wildbiologische Sammlung werden zur universitären Lehre genutzt, beispielsweise im Rahmen der Vorlesung „Wildbiologie und Jagdkunde“, aber auch von der benachbarten „Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst“. Studenten besuchen die Sammlung zur Vorbereitung auf wildbiologische Prüfungen. Besonders anschaulich werden Vögel in ihren Lebensräumen dargestellt, darunter auch Göttingens gefiederte Mitbürger vor dem Hintergrund einer Abbildung der Jakobikirche.

Preußische Forstakademie

Die Sammlungen gehen zurück auf die zoologische Lehr- und Forschungstätigkeit der 1868 gegründeten Königlich Preußischen Forstakademie Hann. Münden. Eingerichtet für die Lehrfächer Entomologie, allgemeine Zoologie, Ornithologie und Säugetierkunde haben sie mit beachtlichem Zuwachs überdauert. Als im Jahr 1939 die Akademie als Forstliche Fakultät an die Georg-August-Universität angegliedert wurde, gelangten auch die Sammlungen an die Georgia Augusta. Seit dem Wintersemester 1970/71 befinden sie sich in einem der neu errichteten Fakultätsgebäude auf dem Nordcampus.

Von Bernhard Weißbecker

Zur Person
Bernhard Weißbecker, Physiker und Agrarwissenschaftler, ist seit 2001 als Akademischer Rat in der Abteilung Forstzoologie und Waldschutz der Georg-August-Universität Göttingen tätig. Der 1963 in Gelnhausen geborene Wissenschaftler studierte an der Justus-Liebig-Universität in Gießen, wo er einen Abschluss als Diplom-Physiker und einen Doktorgrad der Agrarwissenschaften erwarb. Nun bringt er seine Kenntnisse als Physiker in die Arbeitsgebiete der Abteilung Forstzoologie ein: Spurenanalyse von Duftstoffen des Waldes und elektrische Sinneszellableitungen an Insekten. Zur Betreuung der Sammlung kam er eher zufällig. Er freut sich immer wieder, wenn er durch sie neue Dinge dazulernen kann, die nicht zu den Grundkenntnissen eines Physikers gehören, zum Beispiel worin der Unterschied zwischen einem Horn und einem Geweih besteht.
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