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Schriftstellerin Katja Reider

Frühstückstreffen mit der Arbeitsgruppe Schriftstellerin Katja Reider

4000 Mitglieder hat der Verein der Ehemaligen der Georg-August-Universität, 100 000 Alumni leben in aller Welt. Die Tageblatt-Redaktion befragt in Zusammenarbeit mit der Universität 100 frühere Studierende nach ihren Erinnerungen an ihre Studienzeit.
 

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Erinnert sich an Foto-Sessions in der Lokhalle und Töpferkurse im KAZ: Schriftstellerin Katja Reider.

Quelle: EF

Göttingen. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium in Göttingen anzutreten?

Göttingen ist überschaubar und strahlt eine gewisse Geborgenheit aus – daher erschien mir der Sprung von meiner kleinen Heimatstadt Goslar in eine Uni-Stadt nicht so groß. Außerdem gab es damals nicht viele Orte, an denen man Publizistik/Kommunikationswissenschaften studieren konnte.

Denke ich an Göttingen, denke ich sofort an …

… meine nette, bunt zusammen gewürfelte Wohngemeinschaft im Albrecht-Thaer-Weg, wo in jeder Ecke eine andere selbst geschrotete Müsli-Mischung stand und ich mit gruseligen indischen Essen direkt aus dem Topf überrascht wurde. Dann die gemütliche Wohnung, die ich mir später mit meiner besten Freundin teilte, viele Frühstücksverabredungen mit Arbeitsgruppen – bei denen zumeist mehr gefrühstückt als gearbeitet wurde, Vorlesungen mit Strickzeug, mein Lyrik-Workshop, O-Phasen-Gruppen, das Examen, wirklich erwachsen werden…

Was war für Sie in dieser Zeit ein unvergessliches Erlebnis?

Ganz ehrlich? – Als ich durch meine Prüfung zum kleinen Latinum gefallen bin, das ich für mein Studium brauchte! Im zweiten Anlauf klappte es dann zum Glück. Außerdem erinnere ich mich sehr gut an den Abend, als wir von der Tschernobyl-Katastrophe erfuhren, im April 1986.

Was war Ihr Lieblingslokal, beziehungsweise Ihr Lieblingsort in Göttingen?

Mein Lieblingslokal war, ganz klar, das KAZ beim Jungen Theater, da gab’s leckere Currywurst mit Pommes und nebenan ging ich zum Töpfern, um später wehrlose Freunde und Verwandte mit hässlichen selbst getöpferte Schalen und Aschenbechern zu beglücken.

Welcher Hochschullehrer hat Sie beeinflusst, beziehungsweise welches Studienangebot hat Sie besonders beeindruckt?

Während mir mein Germanistik-Studium oft zu theoretisch war – gefiel mir mein zweites Hauptfach, Publizistik/Kommunikationswissenschaften sehr gut, Wilfried Scharf war damals unser Dozent. Ich erinnere mich gut an sein Seminar ‚Film im Nationalsozialismus’.

Womit konnte man Sie immer vom Lernen abhalten?

Mit Kuchen von ‚Cron und Lanz’ – insbesondere mit einer speziellen Torte mit Baiser und Mokka-Creme! Ich liebte auch die Treffen mit Freunden in dem großen Göttinger Park (wie hieß der doch gleich?) und Foto-Sessions im alten Lokschuppen, der sicher inzwischen abgerissen wurde (Anmerkung der Redaktion: Ist als Lokhalle für Veranstaltungen erhalten geblieben).

Was würden Sie studieren, wenn Sie heute noch einmal entscheiden könnten?

Das ist schwer zu sagen, es gibt inzwischen so viele unterschiedliche Richtungen, und ich bin eigentlich mit meinem etwas verschlungenen beruflichen Weg sehr glücklich. Aber ich denke, ich würde heute in Richtung Kulturmanagement gehen.

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Das ist ja immer sehr subjektiv, aber für mich gilt bis heute: Wenn dir ein berufliches oder privates Ziel SEHR wichtig ist: Gib’ erst auf, wenn du wirklich alles versucht hast. Wenn dann etwas trotz aller Anstrengung nicht klappt, kannst du dennoch gut damit abschließen.

Welchen Ort in Göttingen würden Sie gerne einmal wiedersehen?

  Oh, da gibt es viele: die Innenstadt, den Park, das KAZ (falls es noch existiert), das Junge Theater, die Uni. Aber viel wichtiger wäre es mir, die Menschen wieder zu sehen, mit denen ich damals tagtäglich zusammen war.

Welchen Tipp haben Sie für heutige Studierende?

Ich würde dazu raten, sich vorab gut über Studieninhalte zu informieren, nicht nur auf dem Papier oder im Netz, sondern wenn möglich Vorlesungen zu besuchen, mit Studenten der betreffenden Fakultät zu reden etc. Und: Jedes Praktikum, jeder Job – auch wenn er mit dem Studium nichts zu tun zu haben scheint – bringt einen persönlich weiter, unter anderem, weil man auf diese Weise lernt, mit ganz unterschiedlichen Menschen klar zu kommen.

Zur Person

Katja Reider, Kinder- und Jugendbuchautorin, studierte von 1981 bis 1987 an der Georg-August-Universität Germanistik und Publizistik/Kommunikationswissenschaften.

Nach dem Studium wechselte Reider nach Bonn, um eine Ausbildung in Public Relations zu absolvieren. Sie wechselte dann als Pressesprecherin des Wettbewerbs „Jugend forscht“ nach Hamburg.

Reider, 1960 in Goslar geboren, ist seit 1994 freie Autorin von inzwischen über 100 Kinder- und Jugendbüchern sowie Geschenkbüchern.

Ihre Liebesgeschichte „Rosalie und Trüffel“ kam auf die Bestsellerlisten und wurde bereits in über 20 Sprachen übersetzt. Die Schriftstellerin lebt mit ihrem Mann, Sohn Felix, Tochter Liva und Hund Poldi, der sie bei ihren Laufrunden begleitet, in Hamburg ( www.katjareider.de).

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