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Tipp des Tages Das läuft ab Donnerstag in den Göttinger Kinos
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15:15 29.08.2018
Kida Khodr Ramadan (l) als El Keitar, Samuel Schneider als Atris und Ella Rumpf als Marie in einer Szene des Films "Asphaltgorillas". Quelle: Constantin Film Verleih GmbH
Göttingen

Diese Filme gibt es in dieser Woche in den Kinos in Göttingen und der Region zu sehen:

Diese schrillen Kleinkriminellen

Nach vier Folgen „Bibi & Tina“ will Detlev Buck nun in seinem neuen Film „Asphaltgorillas“ mit aller Macht beweisen, dass das Leben für ihn kein Ponyhof mehr ist. Dafür begibt er sich tief in den Kreuzberger Kiez, der hier als knallige Film-noir-Kulisse erstrahlt.

Melancholisch in die Hofeinfahrt gelehnt raucht hier Adris (Samuel Schneider) seinen Joint. Der Kleindealer arbeitet als Handlanger für den lokalen Unterweltboss El Keitar (Kida Khodr Ramadan), lebt noch bei seinen Eltern, die ihn mit einer ordentlichen arabischen Frau verkuppeln wollen, und ist noch nie so recht rausgekommen aus seiner Gegend rund ums Kottbusser Tor.

Aber dann wird er durch zwei Begegnungen aus seiner kleinkriminellen Lethargie gerissen. Zum einen lädt Adris auf einer Kurierfahrt eine Frau ins Auto, die gerade als Ladendiebin verfolgt wird, den protestierenden Beifahrer erst einmal mit einem Taser ruhigstellt und sich als „Bettina“ vorstellt. Klar verknallt sich Adris in die coole Braut, deren Auftreten seinem zögernden Dasein ein Ende bereitet.

Zum anderen läuft Adris Frankie (Jannis Niewöhner), einem Freund aus Kindertagen, direkt vor den Lamborghini. Frankie macht auf gemachten Mann, dabei hängt er am Tropf der Oligarchentochter Oxana (Stefanie Giesinger). Von deren Papa will er sich 200 000 Euro leihen, um sie bei der asiatischen Mafia in Warschau gegen eine große Tasche Falschgeld einzutauschen.

Natürlich geht hier alles schief, was nur schiefgehen kann. Als Vorlage für „Asphaltgorillas“ diente Detlev Buck die Kurzgeschichte „Der Schlüssel“ von Ferdinand von Schirach. Aber Buck nimmt sich im Umgang mit dem Stoff alle künstlerischen Freiheiten. Der juristische Erzählton weicht einer knalligen Gangsterfilm-Attitüde, die knappe Story wird zu einer ausschweifenden Genre-Groteske ausgebaut.

Von einem schlüsselfressenden Dobermann namens Platon über Pingpong spielende Mafia-Bosse bis zur mongolischen Profi-Killerin versammelt Buck ein schrilles, kriminelles Völkchen auf der Leinwand. Aber während die Handlung von einer desaströsen Verwicklung in die nächste stolpert, Schläger- und Schießereien fein stilisiert in Szene gesetzt werden und Rapper wie SXTN, SSIO oder Capital Bra sich in Cameo-Auftritten die Klinke in die Hand geben, wird einem der Verlauf der Geschichte und das Schicksal der Figuren immer egaler.

Samuel Schneider verblasst als anfangs sympathischer Antiheld. Jannis Niewöhner, der hier unkontrolliert von der Leine gelassen wird, nervt durch sein vermeintlich ironisches Overacting. Einzig Ella Rumpf („Tiger Girl“) gelingt es, als lässig-moderne Femme fatale die Spannung ihrer Figur bis zum Ende zu halten. Für Detlev Buck mag „Asphaltgorillas“ nach vier Jahren rosarotem Reiterhof ein Befreiungsschlag sein, aber auf der Leinwand verblasst das grelle Genre-Spektakel zunehmend zur leeren Pose.

„Asphaltgorillas“, Regie: Detlev Buck, mit Samuel Schneider, Ella Rumpf, 103 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Filmcenter Feilenfabrik Duderstadt

Ein Mann fliegt in die Freiheit

Für den grantigen Gärtner Georg „Schorsch“ Kempter (Elmar Wepper) ist das Maß voll, als der Gerichtsvollzieher den Kuckuck an sein geliebtes rotes Propellerflugzeug klebt.

Warum nicht zum Nordkap? Im Rheinland entwirft Schorsch einem reichen Adeligen einen Schlosspark, um die Reisekasse aufzubessern. Mit dessen rebellischem Teenie-Töchterlein Philomena (Emma Bading) geht es zum Zwischenstopp bei deren Lesben-Oma auf Sylt. Wegen Maschinenschaden landet das Duo in Brandenburg, wo den bodenständigen Bayern mit der resoluten Hannah (Dagmar Manzel) bald mehr verbindet als die Ersatzteilsuche.

Die Seele von Florian Gallenbergers mit trockenem Humor gespickten „luftigem“ Roadmovie ist Elmar Wepper. Sein innerer Wandel zum nachdenklichen Mann, der couragiert im eigenen Leben aufräumt, wärmt das Herz wie ein guter alter Brandy. Und für das späte Glück muss es ja auch nicht unbedingt das Nordkap sein.

„Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon“, Regie: Florian Gallenberger, mit Elmar Wepper, Dagmar Manzel, 116 Minuten, FSK 0, Cinemaxx Göttingen

Der Segen der Meere

Der als Kinder- und Hörbuchheld bekannt gewordene „Käpt’n Sharky“ hat auf seinem Piratenschiff blinde Passagiere entdeckt: Einer ist die Admiralstochter Bonnie, weswegen er bald schon das Schiff ihres Vaters am Heck hat, der an eine Entführung glaubt.

Optisch macht der Film nicht so viel her. Animation und Bildhintergründe sind recht schlicht gehalten. Inhaltlich zeigt er überzeugend, dass auch Kleine Großes zustande bringen können, wenn sie zusammenhalten. Käpt’n Sharky, seinem Wesen nach eher Segen als Fluch der Karibik, erkämpft sich mithilfe seiner Crew den Respekt seiner Widersacher.

„Käpt’n Sharky“, Regie: Hubert Weiland, 77 Minuten, FSK 0, Cinemaxx Göttingen, Central-Lichtspiele Herzberg

Mila Kunis als Geheimagentin

Aubrey (Mila Kunis) und Morgan (Kate McKinnon) sind beste Freundinnen und wohnen zusammen. Aubrey wird von ihrem Freund verlassen - und es stellt sich heraus, dass sie sich jahrelang in dem Mann getäuscht hat. Er war nicht wie gedacht der Produzent eines öffentlich-rechtlichen Jazz-Podcasts, sondern (Überraschung!) ein Geheimagent, der in der Wohnung der beiden eine Filmpreis-Statue mit geheimem Inhalt deponiert hat. Nach einigen flotten Verwicklungen zu Beginn brechen die beiden Freundinnen schließlich nach Europa auf, um dort die Statue an den rechtmäßigen Besitzer zu bringen. Erzählt ist es als Mischung aus Actionfilm, Komödie und Agententhriller. In einer Hauptrolle begeistert die alles überstrahlende Kate McKinnon („Ghostbusters“). (dpa)

„Bad Spies“,Regie: Susanna Fogel, mit Mila Kunis, Kate McKinnon, Justin Theroux, Sam Heughan, Hasan Minhaj, Mirjam Novak, Gillian Anderson, 116 Minuten. FSK 16, Cinemaxx Göttingen, Central-Lichtspiele Herzberg, Filmcenter Feilenfabrik Duderstadt

„Safari“: Pointierte Persiflage aufs Online-Dating

Die wenigsten werden wohl beim Flirten an Bratwurst denken. Und in den meisten Therapiestunden dürfte es vermutlich auch eher um anderes gehen. Doch die Bratwurst ist gewissermaßen der rote Faden, der sich durch den Film „Safari - Match me if you can“ zieht.

Die deutsche Produktion mit namhafter Besetzung ist eine Persiflage auf das Online-Dating der Neuzeit. Eine Geschichte über unterdrückte Begierden, über Verabredungen mit dem Gegenübersitzenden in einer Bar via Smartphone, über Versagen im Bett, über Lug und Trug - inszeniert passenderweise in München als „Stadt des schönen Scheins“, wie Produzent Martin Richter erklärt.

In der „Safari“-App können Flirtwillige Profile anlegen mit Fotos von sich und Informationen über ihre sexuellen Vorlieben. Wenn sich zwei per Klick ihre Zuneigung aussprechen - im Fachjargon: matchen - können sie chatten, sich treffen - und unmittelbar danach bewerten. In Sachen Sympathie und Sex. Für alle anderen Nutzer sichtbar.

Regisseur Rudi Gaul, der mit Friederike Klingholz das Drehbuch geschrieben hat, erzählt die Geschichte von acht Leuten als Episoden-Werk. Immer mal wieder lernen die Zuschauer Facetten der Persönlichkeiten kennen. Dann kreuzen sich deren Wege. Mal mehr, mal weniger absichtlich. Mal mehr, mal weniger app-unterstützt.

Das erinnert an den Film „Shoppen“, der vor mehr als zehn Jahren das Speed-Dating aufs Korn nahm und für dessen Produktion Richter mitverantwortlich zeichnete. „Safari“ ist eine Art zweiter Teil.

Unter den Protagonisten sind Tramfahrer Harry (Justus von Dohnányi), der mit der Pseudoidentität eines Piloten Frauen in Hotelbetten verführt. Influencerin Lara (Elisa Schlott) proklamiert in den sozialen Netzwerken gerne ihre Enthaltsamkeit. Arif (Patrick Abozen) ist Verführungskünstler, David (Max Mauff) wartet mit 24 Jahren noch immer auf sein erstes Mal und die 50-jährige Mona (Juliane Köhler) lebt als Dauersingle in einer WG mit ihrer Tochter und würde gerne mal beim Sex gefesselt werden.

Neben den Charakteren lebt der Film von den Dialogen. Dabei geht es schon mal derb zu, etwa wenn Mona von den klatschenden Eiern eines Indianerhäuptlings fantasiert. Die Jüngeren veralbern vermeintliche Datingrituale der Onlinewelt: „Bock auf ein After-Sex-Selfie?“.

Sunnyi Melles als Aurelie und Justus von Dohnányi als Harry in einer Szene des Films "Safari: Match Me If You Can". Quelle: Concorde Filmverleih GmbH

Eine besondere Rolle kommt Harrys Frau Aurelie zu, die als einzige Hauptfigur nichts mit der App zu schaffen hat, aber als Therapeutin mit besagter Bratwurst konfrontiert wird. Bei ihr laufen die Fäden zusammen. Der Satz des Films ist, ausgesprochen mit französischem Akzent: „David, ich bin nicht Ihre Bratwurst“. Wie Situationskomik funktioniert er aber wohl am besten im Kontext.

Auch Sexszenen zeigt der Film - in jugendfreien Varianten. Und manchmal recht realistisch-unbeholfen, wenn Mona beispielsweise mit dem alleinerziehenden Life im Auto schlafen will und - etwas uninspiriert - an unpassenden Stellen die Hupe ertönt.

Aus einem nicht ganz verständlichen Grund muss die Künstlerin Fanny schwäbeln. Das wirkt allerdings ganz lustig in einer ebenfalls klischeebehafteten Szene mit einem Wischmopp. Mit derlei Details gespickt werden die knapp 110 Minuten zur kurzweiligen Unterhaltung, die einige Zuschauer vielleicht über ihr eigenes Verhalten in der digitalen wie analogen Welt nachdenken lässt. (dpa)

„Safari - Match me if you can“, Regie: Rudi Gaul, mit Justus von Dohnányi, Elisa Schlott, Sunnyi Melles, Max Mauff, Juliane Köhler, 109 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Filmcenter Feilenfabrik Duderstadt

Opernstar ganz nah

Mit ihrer Kunst und ihrem Privatleben stand der Opernstar Maria Callas zu Lebzeiten stark im Fokus der Öffentlichkeit. 40 Jahre nach ihrem Tod erzählt die Ausnahmekünstlerin in Maria by Callas ihre Geschichte erstmals in ihren eigenen Worten. Es sind weniger die Meilensteine ihrer Karriere, die die sensible Dokumentation beleuchtet, als vielmehr das, was diese besondere Frau in ihrem Tiefsten bewegte und welche Resümees sie aus den Ereignissen ihres Lebens zog.

Sei es der Rausschmiss aus der Metropolitan Opera, die intensive, wenn auch schwierige Freundschaft und Liebe zu Aristoteles Onassis, die Rückkehr auf die Bühne, der Druck, die Verausgabung oder das ambivalente Schicksal mit solch einer Begabung gesegnet zu sein.

Aus mannigfachem Archivmaterial webte Regisseur Tom Volf ein persönliches Porträt des Weltstars. Den roten Faden bildet ein unveröffentlichtes TV-Interview von David Frost aus dem Jahre 1970. Um die Themen dieses Gesprächs arrangiert Volf einen immensen Reichtum an unterschiedlichsten Zeugnissen wie private Fotos und Videos, Aufzeichnungen ihrer Auftritte und Mediendokumente. Kunstvoll vervollständigt wird die Erzählung durch zehn ausgesungene Arien.

Maria by Callas“, Regie: Tom Volf, 113 Minuten, FSK 0, Lumière Göttingen

Bissige Satire aus Schweden

Christian Nielsen ist der Chefkurator des X-Royal-Museums in Stockholm und steckt mitten in den Vorbereitungen für eine Installation mit dem Namen „The Square“. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Freifläche, auf der sich jeder humanitär und zuvorkommend verhalten soll und auf der jeder die Hilfe bekommen soll, die er benötigt. Als Christian Opfer einer Gruppe von Trickdieben wird, zeigt sich bei dem Versuch, seine Wertsachen zurückzubekommen, dass er selbst nicht so frei von Vorurteilen ist, wie er gerne wäre.

The Square“, Regie: Ruben Östlund, 142 Minuten, FSK 12, Open Air-Kino im Freibad Brauweg

Über Grenzen hinweg

Zu zweit zogen Patrick und Gwen im Frühling 2013 von Freiburg gen Osten los, um dreieinhalb Jahre und 97.000 Kilometer später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen und mit einem kleinen Budget in der Tasche erkundeten sie die Welt, stets von Neugierde und Spontaneität begleitet. Im Mittelpunkt der Reise standen dabei immer die unmittelbare Nähe zu den Menschen und der Natur. Gwen und Patrick bereisten per Anhalter Länder wie Tadschikistan, Georgien, Iran, Pakistan, China und die Mongolei.

Von Japan ging es mit einem Frachtschiff nach Mexiko. Nach der Geburt von Sohn Bruno fuhren sie mit einem alten VW-Bus durch Mittelamerika. Als sie im Frühjahr 2016 nach einer Schiffspassage von Costa Rica nach Spanien wieder europäischen Boden unter den Füßen spürten, haben sie die Weltumrundung mit einem 1200 Kilometer Fußmarsch bis vor die Haustüre in Freiburg vollendet.

„Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt“, Regie: Gwendolin Weisser & Patrick Allgaier, 129 Minuten, FSK o.A., Open Air-Kino im Freibad Brauweg

Arthaus-Blockbuster

Im Jahr 2023 wird die Herstellung von Replikanten - künstlichen Menschen, die zum Einsatz in den Weltall-Kolonien gezüchtet werden - nach mehreren schwerwiegenden Vorfällen verboten. Als der brillante Industrielle Niander Wallace ein neues, verbessertes Modell, den Nexus 9, vorstellt, wird die Produktion 2036 jedoch wieder erlaubt. Um ältere und somit nicht zugelassene Replikanten-Modelle, die sich auf der Erde verstecken, aufzuspüren und zu eliminieren, ist weiterhin die sogenannte „Blade Runner“-Einheit des LAPD im Einsatz, zu der auch K gehört. Bei seiner Arbeit stößt K auf ein düsteres, gut gehütetes Geheimnis von enormer Sprengkraft, das ihn auf die Spur eines ehemaligen Blade Runners bringt: Rick Deckard, der vor 30 Jahren aus Los Angeles verschwand.

Eine ausführliche Kritik lesen Sie hier.

„Blade Runner 2049“, Regie: Denis Villeneuve, mit Ryan Gosling, Harrison Ford, 163 Minuten, FSK 12, Open Air-Kino im Freibad Brauweg

Von RND/dpa

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