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00:18 20.05.2013
Wassermühle ohne Wasserzulauf: Klippmühle in Reiffenhausen. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Dann nämlich, wenn die europäische Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werde, wonach die „lineare Durchgängigkeit der Fließgewässer“ sicherzustellen wäre und sämtliche „Querbauwerke“ in Fließgewässern entfernt werden müssten.

Unter anderem darauf will die DGM mit dem Deutschen Mühlentag in diesem Jahr hinweisen. Am Pfingstmontag, 20. Mai, können viele der Kulturdenkmäler auch besichtigt werden. Einige Mühlen in Südniedersachsen und im grenznahen Thüringen:

► Bühren: Seit Sommer 2007 ist in Bühren der Nachbau einer oberschlächtigen Wasserradanlage in Betrieb und erinnert als Teil des Kulturpfades Bühren an das frühere Mühlendorf. Der pensionierte Maschinenbaumeister Manfred Fischer baute die Anlage aus Eigeninitiative und aus eigenen Mitteln auf seinem Grundstück, Grund 9.

Das Wasser der Schede wird über historische Graben- und Rinnenführungen aquäduktartig auf das Wasserrad geleitet.

Ab 1604 trieb der Schedebach vier Wassermühlen und ab 1722 auch eine Ölmühle an. Diese Anhäufung von Mühlen auf einer nur 800 Meter langen Strecke, die der Bach durch Bühren fließt, zeugte von einer hohen Wasserbaukunst.

Die letzte der Mühlen stellte 1968 ihren Betrieb ein. Geplante Aktivitäten am Mühlentag: Besichtigung, Auftritt von Männergesangverein und Volkstanzgruppe.

► Ebergötzen: In der nach ihm benannten Mühle in Eber-götzen, Mühlengasse 8, ließ sich Wilhelm Busch für seine Max-und-Motitz-Streiche inspirieren.

Die Erlebnisse der beiden Freunde Wilhelm Busch (damals neun Jahre alt) und Erich Bachmann, gleichaltriger Sohn des Ebergötzer Müllers, dienten dem Humoristen, Dichter, Zeichner und Wegbereiter des Comics im deutschsprachigen Raum später als Stoff für seine berühmten Lausbubengeschichten.

In der oberschlächtigen Wassermühle sieht es noch heute aus, wie zu Zeiten von Max und Moritz: Es wird Korn geschrotet und zu Mehl gemahlen, und das schwere Mühlrad treibt das alte, gußeiserne Zahnradgetriebe an. Das alte Gemäuer dient als Museum und Busch-Gedenkstätte.

Aktivitäten am Mühlentag: Mahlbetrieb, Führungen, Kunsthandwerkprodukte, Bastel- und Spielangebote, Schmiedevorführungen und Livemusik der Band Hentschel & Friends auf dem Mühlenhof.

► Ebergötzen: Gleich zwei funktikonstüchtige Mühlen sind auf dem Gelände des Europäischen Brotmuseums, Göttinger Straße 7, zu sehen.

Die Bockwindmühle von 1812 ist an ihrem nunmehr dritten Standort – sie stand zunächst in Hotteln bei Hildesheim, fand 1974 in Mollenfelde eine neue Heimat und siedelte 2004 wie auch das Brotmuseum nach Ebergötzen um.

Auch die unterschlächtige Wassermühle aus dem Tiroler Gerlostal wurde zweimal umgesetzt und restauriert. Sie ist betriebsfähig und wird heute vom Auebach angebrieben. Ihre recht einfache Technik geht auf den Prototyp einer römischen Wassermühle zur Zeit ihrer Erfindung vor 2000 Jahren zurück.

Geplante Aktivitäten: Mühlenführungen, gebackene Überraschungen, Aktionen für Kinder, Kunsthandwerk aus der Region und Sonderausstellung „Gegessen – wie isst der Mensch von der Steinzeit bis heute“.

► Reiffenhausen: Nicht mehr in Betrieb ist die Klippmühle, Am Lindenberg 2, in Reiffenhausen. Die Wassermühle in unmittelbarer Nachbarschaft zur A 38 verfügt nicht über einen Wasserzulauf, weil, so heißt es auf der Internetseite der DGM, „die Gemeinde nicht bereit ist, diesen Zulauf (…) mit Wasser auszustatten“.

Aktivitäten: Besichtigung der Gebäude mit Mühlengraben und des Schleierbachs, Infos zur Geschichte der Mühle.

► Rosdorf: 1308 wurde die Obere Wassermühle, Obere Mühlenstraße 3, erstmals erwähnt. Das heutige Mühlengebäude wurde 1936 durch ein Silogebäude ergänzt. Die Mühlentechnik wurde in den 50er-Jahren letztmalig grundüberholt.

Geplante Aktivitäten: Führungen durch die Getreidemühle, Kutschfahrten und Ponyreiten.

► Moringen: Die Mühle am Opferteich, Zum Opferteich 1, ist eine mehr als 400 Jahre alte Wassermühle mit oberschlächtigem Mühlrad. Bei dem direkt hinter der Mühle gelegenen Opferteich, einem Quellteich, soll es sich um eine frühere Kultstätte handeln.

Geplante Aktivitäten: Führungen zum Opferteich jeweils zur vollen und zur halben Stunde (zwischen 11 und 18 Uhr), Kinder-Malaktion und Büchertisch.

► Worbis: Die Büschlebsmühle, Büschlebsmühle 1, ist ein großes Wassermühlengehöft an der Wipper mit eingehaustem sechs Meter großen Wasserrad. Sie verfügt über eine besondere Wasserleitung auf das Rad über einen in dieser Form einzigartigen Sandsteinaquädukt und eine komplette Vermahlungstechnik.

Den Mühlenstandort gibt es seit 1663. Aktivitäten: Führungen, Besichtigung der Wasserkraftanlage, Ausstellung und Oldtimertreffen.

► Bleicherode: Bei der Gemeindemühle Bleicherode, Gemeindemühlenweg 17, handelt es sich um eine Wassermühle an einem 1538 erstmals urkundlich erwähnten Mühlenstandort. Bis 1993 wurde hier Mehl produziert. Die alte Mühlentechnik von etwa 1960 ist funktionstüchtig und kann besichtigt werden.

 Obergebra: Die Untermühle Obergebra in der Nähe von Bleicherode ist eine Wassermühle an der Wipper, die zur Energieerzeugung genutzt wird und deren komplette Müllereitechnik mit sechs Walzenstühlen noch vorhanden ist und besichtigt werden kann.

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