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Ausflüge Museumsnacht Kassel: 44 Museen und Kultureinrichtungen öffnen
Mehr Familie Tipps Ausflüge Museumsnacht Kassel: 44 Museen und Kultureinrichtungen öffnen
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16:38 05.09.2014
Schloss Wilhelmshöhe: In der Gemäldesammlung werden rund 450 Werke präsentiert. Quelle: Andreas Berthel
Kassel

Dazu gibt es ein vielseitiges und beeindruckendes Programm für alle Generationen mit mehr als 370 Einzelveranstaltungen, darunter viele zum Thema „Zwischenräume“. Mit Ausstellungen, geführten Rundgängen, Filmen, Aktionen, Performances und Kunstprojekten im Stadtraum bieten sich vielfältige Zugänge zu den Kasseler Museen und Kultureinrichtungen. Für Familien gibt es von 17 bis 20 Uhr Mitmachaktionen und eine Museumsrallye für Kinder in der Innenstadt.

Illuminierte Fassaden und Musik im Freien unterstreichen das besondere Kulturerlebnis dieser Spätsommernacht. Die Museen werden in ein ganz besonderes Licht getaucht: Nach Einbruch der Dunkelheit leuchten die Museumsgebäude, zu drei Lichtquartieren zusammengefasst bis nach Mitternacht in den Farben der Museumsnacht: Blau, Weiß und Gelb.

Neben ihren ständigen Sammlungen präsentieren die Kasseler Museen und Kultureinrichtungen in dieser Nacht auch 51 Sonderausstellungen, die neue Perspektiven auf Themenbereiche wie Kunst- und Kulturgeschichte, Technik- und Naturwissenschaft, Naturkunde und Stadtgeschichte eröffnen.

Unter anderem können sich die Besucher noch vor der offiziellen Eröffnung der „Grimmwelt“ Kassel   (Weinbergstraße / Weinbergpark) im kommenden Jahr ein Bild von den Baufortschritten vor Ort machen. In der „Documenta-Halle (Du-Ry-Straße 1) zeigt das städtische Kulturamt den Gesamtbestand der Artothek Kassel mit rund 400 Einzelwerken in einer Schau. Als „Kunst für Alle“ stehen die Original-Kunstwerke sonst ganzjährig in der Stadtbibliothek zur Ausleihe zur Verfügung.

„Mit List und Tücke in die Lücke“

Eine Retrospektive des renommierten und in Kassel lebenden Künstlers der Komischen Kunst Gerhard Glück ermöglicht eine Zusammenarbeit der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und der Caricatura (Kultur-Bahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1). Einen seltenen Genuss verspricht die Ausstellung „Wandlust“ des Deutschen Tapetenmuseums im Westpavillon der Orangerie (An der Karlsaue 20 a), das wegen der Sanierung des Hessischen Landesmuseums zurzeit kein festes Domizil hat. Eine Reihe von Führungen werden in der Antikensammlung, Gemäldegalerie Alte Meister und Graphischen Sammlung auf Schloss Wilhelmshöhe (Schlosspark 1) sowie im Fridericianum (Friedrichsplatz 18) angeboten. Busrundfahrten führen zu Joseph Beuys‘ „7000 Eichen“.

Auch interkulturelle Akzente werden gesetzt. Das Museum für Sepulkralkultur (Weinbergstraße 25-27) widmet sich in seiner erweiterten Dauerpräsentation dem Bestattungswesen verschiedener Kulturen. Begleitend spielt die Balkan- und Klezmerformation Bakad Kapelye und die Gäste werden mit türkischen Speisen verwöhnt. Neben Vorführungen und Erläuterungen zur arabischen Kunst der Kalligrafie präsentiert der Kunsttempel (Friedrich-Ebert-Straße 177) auch arabische Live-Musik und Literatur.

Familienfreundlich lädt die Museumsnacht mit Kreativwerkstätten, Familienführungen und Mitmachaktionen auch die Jüngsten zu einem Besuch am frühen Abend ein. Eine Museumsrallye in sieben Museen der Innenstadt fordert Neugier und Geschick der kleinen Nachwuchsforscher. Im Naturkundemuseum (im Ottoneum, Steinweg 2) geht es auf die Suche nach Tieren, die sich „Mit List und Tücke in die Lücke“ zurückziehen. Und das Astronomisch-Physikalische Kabinett (An der Karlsaue 20 c) überprüft Naturgesetze in einem Raketenwettbewerb für Kinder auf der Karlswiese.

Auch Einrichtungen und Projekte junger Kulturakteure gehören zum Programm. Dazu zählen Projekträume wie Tokonoma (Frankfurter Straße 58) in der Südstadt oder die Satelliten der Kunsthochschule Interim (Kultur-Bahnhof, Franz-Ullrich-Straße 16) und Stellwerk (Kultur-Bahnhof, Rainer-Dierichs-Platz 1). Der Verein „Raum für urbane Experimente“, der mit der Unterführung am Weinberg einen „Zwischenraum“ bespielt, verwandelt den einstigen „Un-Ort“ mit urbaner Kultur wie Grafitti, Installation, Musik und Tanz.

Fragen des städtischen Raums

Das Projekt „Urban Glow“ der Universität und Kunsthochschule Kassel beschäftigt sich mit Fragen des städtischen Raums und der kreativen Zwischennutzung leerstehender Schaufenster. Nächtliche Flaneure treffen dabei auf interaktive Licht-Installationen. Kommunikativ geht es auch im Open-Air-Wohnzimmer des Kulturhaus Dock 4 (Untere Karlsstraße 4) zu bei French-Punk und Indie-Rock.

In diesem Jahr finden die Kasseler Museumsnacht und der „Blaue Sonntag der Industriekultur“, organisiert vom Netzwerk Industriekultur Nordhessen, am gleichen Wochenende statt. Deshalb präsentieren die Veranstalter in der Museumsnacht vier Standorte und deren Programmpunkte gemeinsam, darunter drei Stadtspaziergänge des Stadtmuseums zur Industriegeschichte Kassels.

Das Programmheft ist in Museen, Kultureinrichtungen und den Vorverkaufsstellen erhältlich. Das Museumsnacht-Ticket für neun Euro berechtigt zum Eintritt in alle beteiligten Museen und Kultureinrichtungen sowie zur Fahrt mit Bus, Tram und Regio-Tram im Kassel-Plus-Gebiet von 13 Uhr bis zum Betriebsschluss.

Die kostenlose Museumsnacht-App informiert ganzjährig über die Kasseler Museen und Kultureinrichtungen mit Routenplan und allen wichtigen Serviceangaben. Die App steht zum Herunterladen (für iOS- und Android-Geräte) im Internet bereit (museumsnacht.de/app).

Von Karola Hoffmann

Weitere Infos unter museumsnacht.de

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