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Eine erste Ahnung vom Frühling

Der Garten im Januar Eine erste Ahnung vom Frühling

So richtig wissen wir es nicht zu schätzen, wenn sich der erste Monat des Jahres eher grau und regnerisch als knackig kalt und sonnig darstellt. Doch jedes Mal wenn sich die Schneedecke zurückzieht und milde Atlantikluft eine erste Ahnung vom Frühling hereinweht, dann können wir neue Pflanzen erblühen sehen.

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Stammt aus den Alpen: die Christrose (Helleborus niger). 

Quelle: Callauch

Da gibt es die typischen Winterblüher wie den gelben Winter-Jasmin (Jasminum nudiflorum), die Schneeheide (Erica carnea), die ebenfalls aus den Alpen stammende Christrose (Helleborus niger) oder die schon spektakuläre Winterblüte (Chimonanthus praecox), allesamt Schönheiten exotischer Herkunft und streng an unsere Gärten gebunden. Daneben gibt es aber auch eine wenig beachtete und wenig geliebte Flora einheimischer Kräuter (flora non amata), die sich aus unerfindlichen Gründen in den Kopf gesetzt haben durchzublühen und uns das ganze Jahr zu begleiten.

Beim Gang durch den winterlichen Garten wird man unweigerlich auf die Gänseblümchen stoßen, die trotzig ihre Stängel in den grauen Himmel strecken, so als ginge sie das ganze Winterwetter gar nichts an. Auf den abgeräumten Beeten, wo im letzten Sommer Kapuzinerkresse, Cosmea und Bunter Salbei blühten, stehen nun die zarten Ehrenpreis-Arten wie Veronica persica und V. hederifolia neben den roten Taubnesseln (Lamium purpureum) und der weltweit anzutreffenden Vogelmiere (Stellaria media). Es lohnt sich also einmal genauer hinzuschauen, was sich da so unter unseren Füßen an unscheinbarem Pflanzenleben tut und „genauer hinschauen“ könnte ja auch ganz gut ein Motto fürs neue Jahr werden.

An trockenen, schneefreien Tagen darf man auch schon gern mit der Vorbereitung der Beete für eine Frühlingsbepflanzung beginnen. Schließlich sollen Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht und Bellis ein sauberes Pflanzbeet vorfinden, wenn wir sie in etwa zwei Monaten pflanzen.

Wer Mehltau und andere Pilzerkrankungen an seinen Beerensträuchern hat, sollte jetzt mit der Schere die Triebspitzen zurückschneiden, denn hier sitzen oft die Überwinterungsstadien der Krankheitserreger. Abgestorbene und alte Ruten bei Himbeeren und Johannisbeeren werden ganz entfernt.

Auch im Januar sind bei entsprechender Witterung gestalterische Maßnahmen möglich, wenn man ganze Gartenteile verändern möchte. Dazu gehört das Setzen von Natursteinmauern zum Abfangen abschüssiger Hänge oder zur Befestigung der Grundstücksgrenze, das Pflastern neuer Gartenwege oder das Ausbringen von Kies und Schotter, um Präriepflanzungen oder Steingartenbiotope zu schaffen. Doch noch lange werden die milden Phasen immer wieder von Schnee und Frost unterbrochen werden, und dann bleibt nur der Rückzug ins Haus und ins Gewächshaus. Im kalten Alpinenhaus blühen bereits die gelben Hungerblümchen, die balkanischen Strandnelken, der Rosmarin und die Enziane lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Man tut gut daran, alle Gewächshauspflanzen auf Blattläuse regelmäßig zu untersuchen und gegebenenfalls mit ungiftigen Spritzmitteln auf Seifen- und Spiritusbasis gegen sie vorzugehen.

Vorbeugend helfen Gelb- und Blautafeln, die an der Decke hängen sowie bei empfindlichen, immergrünen Kübelpflanzen Sticks, die in den Boden gesteckt werden und deren Wirkstoffe den Pflanzen über die Wasseraufnahme zugute kommen. Zwischen aufblühenden Kamelien, duftendem Mittelmeerschneeball und den großblumigen Rittersternen kann man sich auch im Januar schon wie im Paradies fühlen und von den kommenden, hellen Tagen des neuen Frühlings träumen.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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