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Ende der Gartensaison: Wenn die Blätter fallen

Garten im Oktober Ende der Gartensaison: Wenn die Blätter fallen

Wenn die ersten Herbststürme die bunten Blätter der Laubgehölze vor sich hertreiben, dann ist das eine deutliche Erinnerung an das Ende der warmen Jahreszeit. Die Wetterkarte muss nun stärker im Auge behalten werden, denn sobald die ersten Nachtfröste angekündigt sind, wandern die frostempfindlichen Kübelpflanzen ins Überwinterungsquartier.

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Quelle: Callauch

Auch besonders schöne Sorten der Balkonpflanzen kann man im Topf über den Winter bringen, denn Raritäten wie die Rosenblütige Pelargonie, das Afrikanische Veilchen (Streptocarpus saxorum) und der Zimmerhopfen (Beloperone guttata) sind nicht unbedingt leicht im nächsten Frühjahr wieder zu beschaffen. Sie können bei richtiger Pflege auch im Wintergarten aushalten, um dann im Mai wieder auf die Terrasse zu kommen.

Manche prächtigen Topfpflanzen werden jetzt aber auch einfach von ihrem vergilbenden Laub befreit und wie die Dahlien im kühlen Keller als Knolle oder Rhizom überwintert. cSobald die kalten Nächte den oberirdischen Wuchs geschädigt haben, nimmt man die unterirdischen Speicherorgane vorsichtig mit der Grabegabel heraus und legt die Zwiebel (Ananaspflanze), Knolle (Dahlie) oder das Rhizom (Salbeiarten) in eine mit Humuserde gefüllte Stiege oder alternativ in einen Plastikbeutel ohne Substrat, um sie dann frostfrei, aber kühl zu lagern.

Fuchsien ins Winterquartier

Bereits vor dem ersten Frost wird der Hibiscus rosa-sinensis in den warmen Wintergarten oder das Blumenfenster gestellt, denn wie alle tropischen Pflanzen ist er bereits durch Temperaturen knapp oberhalb des Gefrierpunkts gefährdet. Mit ihm wandern Stammfuchsien, Calla und Wandelröschen ins Winterquartier. Bereits jetzt sollte man prüfen, ob nach einem kräftigen Schütteln bereits die Weiße Fliege von den Blättern auffliegt und gegebenenfalls noch eine Insektenspritzung vor dem Einräumen durchführen. Gleichzeitig hängt man Gelbtafeln zwischen die Topfpflanzen. Sie bleiben bis zum nächsten Mai und sind eine ungiftige und wirksame Vorbeugung gegen alle fliegenden Schadinsekten.

Im Obstgarten werden die Äpfel geerntet und können in gestapelten Plastikstiegen aus dem Baumarkt in frostfreien Kellereingängen und Veranden oder klassisch im dunklen Keller gelagert werden. Gerade bei der diesjährigen Verbreitung der Braunfäule ist es allerdings besser, wenn man sie nicht aus den Augen verliert und täglich einen Blick beim Vorbeigehen darauf werfen kann, denn faulende Früchte müssen sofort aussortiert werden.

Die bunten Herbstblätter sind eine Zierde für den Garten, und wer jetzt die Pflanzzeit für Neuanlagen nutzen will, der sollte sich umschauen und vielleicht solche Stauden, Sträucher und Bäume wählen, die schön einfärben. Bei den Stauden sind es Storchschnäbel (Geranium), Pfingstrosen (Paeonia) und Elfenblumen (Epimedium), bei den Sträuchern Tintenbeeren (Aronia), Felsenbirnen (Amelanchier) und Pfaffenhütchen (Euonymus), bei den Bäumen Persischer Eisenbaum (Parrotia), Amberbaum (Liquidambar) und manche Kirschen (etwa Prunus kurilensis), die unabhängig von der Witterung jedes Jahr eine sichere Herbstfärbung garantieren.

Pause bewusst genießen

Ihr Laub, zusammen mit den jetzt erntereifen Kürbissen und den Früchten von Feuerdorn, Hasel und einigen Waldreben füllt, geschickt arrangiert, so manchen verwaisten Platz, auf dem im Sommer eine Geranie oder Fuchsie stand. Nach den herbstlichen Umräum- und Sicherungsmaßnahmen tritt auch für den Gärtner eine Ruhepause ein, die man ganz bewusst genießen sollte. Sie kann mit der Planung der Sommerblumenbeete der nächsten Saison, mit der meditativen Betrachtung der frostig-bunten Gartenbilder und dem Studium von Rosenkatalogen eine Erholungsphase sein, deren Muße so manche gute Garten­idee erzeugen kann.

Wer es kann, sollte in der Betrachtung der Natur Hinweise für den Rhythmus seines eigenen Lebens suchen. Die Vortragsreihe der Botanischen Gärten in Göttingen ist vielleicht auch eine Bereicherung in der kalten Jahreszeit, verbindet sie doch Rück- und Ausblicke auf intensive Natur- und Gartenerlebnisse.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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