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Erste Blüten im winterlichen Garten: Winterling, Krokus und Zaubernuss

Garten im Februar Erste Blüten im winterlichen Garten: Winterling, Krokus und Zaubernuss

Mit dem Februar hat endgültig der Spätwinter begonnen und das Geschehen wird von einem raschen Wechsel zwischen Kälteeinbrüchen mit Schneeschauern und Aufheiterungen mit milden Winden bestimmt. Der Winter gibt sich noch nicht geschlagen und es dauert noch Wochen, bevor er sich in die fernen Berge zurückzieht.

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Lässt sich vom Winter nicht beeindrucken: Auffallend blühende Zaubernuss (Hamamelis mollis). 

Quelle: Callauch

Doch jedes Mal wenn die Schneedecke mal wieder schrumpft, kommen darunter neue Vorfrühlingsblüher zum Vorschein. Zunächst sind es die drolligen Winterlinge (Eranthis hyemalis), die meist in größeren Rudeln auftauchen und sich auch bereitwillig an geeigneten Stellen im Garten versamen. Wenn sie im April ihre schwarzen Samen zeigen, dann sollte man diese ernten und einfach an sonnigen Stellen allerorten ausstreuen, damit diese reizende Pflanze neue Ufer erobern kann.

Gleich neben dem Winterling heben sich die schlanken Schneeglöckchen über das verrottete Laub und harmonieren prächtig mit dem Winterling. Von beiden Arten gibt es übrigens Doppelgänger wie das Große Schneeglöckchen (Galanthus ikariae) oder den Türkischen Winterling (Eranthis cilicica), der sich durch eine feine Bronzebehaarung der Blätter und etwas späterer Blütezeit vom normalen Winterling unterscheidet. Beides sind übrigens Zuwanderer aus Kleinasien, wo sie auf Bergwiesen wachsen. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen, besonders wenn die Schneeglöckchen auffallend groß aussehen und die Winterlinge kugeliger als gewohnt wirken.

Farbe ins Vorfrühlingsblüherbeet

Mit dem hellen Blau bringt der Elfen-Krokus (Crocus tommasianus) die dritte Farbe ins Vorfrühlingsblüherbeet. Auch er dankt Rücksichtnahme beim Mähen oder Krauten durch jahrelange Treue und gemächliche Ausbreitung im halbschattig-sonnigen Staudenbeet und unter lichten Gehölzen. Die ersten kräftigen Sonnenstrahlen lassen diese Arten sofort erblühen und sind Anlass, alle paar Tage in den Garten zu gehen und nach ihrem Fortschritt zu schauen.

Beim genauen Hinsehen wird dann oft deutlich, dass auch Vogelmiere, Ehrenpreis und Rote Taubnessel bereits auf dem Vormarsch sind und es an trockenen Tagen angebracht wäre sie zu jäten. Überhaupt kann eine Folge von trockenen Tagen in der zweiten Monatshälfte bereits eine erste Einsaat von Osterrettichen und Radieschen erlauben, sofern der Boden abgetrocknet ist. Die überreiche Feuchtigkeit vom Schneeregen kommt dem robusten Saatgut dieser Gemüse zugute und lässt sie rasch keimen.

Auch bei den Gehölzen tut sich etwas, denn neben den windblütigen Erlen- und Haselkätzchen entfalten sich Winterblüte, Duft-Schneeball und an warmen Stellen sogar schon der Seidelbast spätestens Ende Februar.

Sortiment der Winterblüher

Die auffallendsten Blüten tragen jetzt aber die Zaubernüsse. In mehreren Arten und zahlreichen Sorten bereichern diese langsam wüchsigen Sträucher das Sortiment der Winterblüher und sollte in keinem Garten fehlen. Zwar sind sie in der Anschaffung nicht billig und es dauert ein paar Jahre, bevor sie eine ansehnliche Größe erreichen, doch blühen tun sie praktisch von Anfang an. Sie stammen aus der gemäßigten Klimazone Nordamerikas und Ostasiens und passen gut zu den bereits erwähnten Winterlingen und anderen Vorfrühlingsblühern. Die Farbpalette der Zaubernuss-Kreuzungen reicht von hellgelb bis weinrot und in Einzelstellung gepflanzt können sie über Wochen den Charakter eines Gartenplatzes dominieren.

Im Herbst schmücken sich Zaubernüsse mit orangerotem Laub. Schließlich werden Rinde und Blätter für die Bereitung von Tees, Salben und Tinkturen benutzt, die entzündungshemmend innerlich und äußerlich wirken. Von allen Vorfrühlingsblühern kann man Zweiglein für die Vase ins Haus holen und auf den Frühstückstisch stellen, dann ist der Traum vom Frühling nicht mehr weit.

Von Rolf Callauch

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