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Gartentipps Erste Ernten und Rückschnitt nach der Blüte
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16:05 17.12.2012
Frisches Frühlingsgrün: Auch die Zier-Eichen treiben aus. Quelle: EF
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Frühling, Sommer, Herbst und Winter sind Jahreszeiten mit unverwechselbarem Charakter und saisontypischen Erlebnishorizonten. Die Tropen weisen dagegen eine ganzjährig beständige, immergrüne Vegetation auf, die einer stetigen Erneuerung durch einen immerwährenden Prozess des Austriebs und Laubfalls unterliegt.

Pflanzenfreunde suchen sich das Beste aus beiden Welten, die dynamische Flora der hiesigen Breiten im Garten und die beständigen Zierpflanzen der Tropen im Gewächshaus oder Wintergarten. Letzterer muss jetzt ausgeräumt werden, denn die steigenden Temperaturen sorgen für Schädlingsbefall durch Blatt-, Schmier- und Wollläuse, von denen sich die Kübelpflanzen im Freiland meist ganz von selbst rasch erholen. Gelbtafeln an die Decke gehängt können allerdings eine Weile den Schädlingsbefall spürbar und umweltfreundlich begrenzen.

Kamelien werden beim Ausräumen gleich zurückgeschnitten, denn sonst nehmen sie rasch ausufernde Maße an und sind kaum noch unterzubringen. Ein früher Schnitt, am besten sogar bereits während der Abblüte im März, garantiert auch noch einen Blütenansatz für das nächste Winterhalbjahr, denn die Blütenknospen entwickeln sich im Sommer.

Im Gemüsebeet reiche Ernte

Das gilt übrigens auch für viele Ziersträucher, die gerade verblüht sind wie die Forsythien oder die in den nächsten Wochen noch blühen. Man schneidet sie am besten direkt nach der Blüte zurück. Forsythien bekommt so ein Schnitt sehr gut, sie treiben eifrig aus und sind blütenreicher als zuvor. Auch der Blauregen (Wisteria) reagiert positiv auf einen Rückschnitt nach der Blüte und dankt es mit einem reichen Blütenflor im nächsten Jahr.

Im Gemüsebeet gibt es jetzt eine reiche Ernte an Rettichen und Radieschen, wenn man denn zeitig gesät hatte. Ansonsten sind noch Nachsaaten möglich. Sehr dankbar ist die Aussaat von Pflücksalat, der eine lange Zeit beerntet werden kann und in gesunder Weise für Magnesium, Calcium, Folsäure und viele andere, gesunderhaltende Mineralien und Vitamine sorgt. Man kann ihn platzsparend direkt zwischen die Radieschenreihen säen.

Der Austrieb von Rosen zeigt uns jetzt an, welche die späten Kahlfröste noch überlebt haben. Besonders die englischen Rosen haben in unserem Garten dieses Jahr stark gelitten, die wunderschöne, gelbe David-Austin-Rose ist ganz ausgefallen. Manche Rosen, aber auch andere Ziergehölze treiben zunächst in einem kränklichen Gelbgrün aus, doch das ist kein Grund zur Panik. Der immer noch relativ kalte Boden gewährleistet nicht überall einen harmonischen Nährstofffluss, so dass die Pflanzen zunächst Mangelsymptome zeigen. In langwierigen Fällen kann man mit Flüssigdünger helfen, aber meist ist das unnötig, die Chlorosen verschwinden bei zunehmend steigenden Temperaturen von selbst.

Kletterrosen frieren oft nach Wintern

Große und alte Kletterrosen frieren oft nach Wintern wie den letzten flächig zurück oder sterben ganz ab. Ein solches Ungetüm zu beseitigen erfordert gute Schutzhandschuhe, Mut zu Kratzern an Armen und Beinen sowie einen Häcksler. Damit werden die stacheligen Triebe gleich umweltfreundlich entsorgt und können sogar noch zum Mulchen mancher Flächen eingesetzt werden.

Auch der erste Rasenschnitt findet eine ökologische Verwendung zwischen den austreibenden Rosen, im Hochstaudenbeet oder unter Ziergehölzen. Der teure Mulch aus dem Baumarkt lässt sich leicht mit selbst produzierter Streu zur Unkrautunterdrückung und zur Erhaltung der Bodenfeuchtigkeit ersetzen.

Mit dem Mai beginnt die Zeit, in der jeder Gartenausflug in einem Arbeitseinsatz zu enden droht, denn an allen Ecken ist etwas zu tun. Gerade deshalb darf man den Genuss an der Natur nicht vergessen und sollte sich überall in der aufblühenden Landschaft nach den aufblühenden Gewächsen umgucken. Kennen Sie die Bäume des Cheltenham-Parks? Wenn nicht, am 12. Mai gibt es um 14.30 Uhr eine Führung unter Leitung des Dendrologen Prof. Fred-Günter Schroeder in diesen städtischen Park, der mehr als grünen Rasen und rasende Radfahrer zu bieten hat.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.

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