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Floraler Schmuck in der Adventszeit

Gartentipps im Dezember Floraler Schmuck in der Adventszeit

Äpfel und Nüsse spielen in den Geschichten und Bräuchen zum Nikolaus und an Weihnachten seit jeher eine besondere Rolle: Soll doch der heilige Nikolaus selbst ein paar goldene Exemplare dieser Obstsorten in ein verarmtes Haus geworfen haben, um den Verkauf der Töchter zur Schuldentilgung zu verhindern. Solche praktischen Obstsorten sollte man daher im Garten haben.

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Weihnachtlicher Schmuck: Ilex aequifolium.

Quelle: Callauch

Dezember ist immer noch Pflanzzeit, solange der Boden frostfrei bleibt. Bei jeder Apfelpflanzung sollte man darauf achten, dass das Pflanzloch großzügig ausgehoben wird, beschädigte Wurzeln abgeschnitten werden und die herausgehobene Erde eventuell noch mit Humus wie billiger Blumenerde verbessert wird, bevor es angefüllt wird.

Pyramidale Form

Das Angießen muß auch bei niedrigen Temperaturen reichlich erfolgen und ähnelt eher einem Einschlämmen. Der junge Obstbaum kann auch gleich einen Pflanzschnitt erhalten, sofern das nicht bereits in der Baumschule geschehen ist. Man schneidet immer auf eine pyramidale Form hin, die einem einzigen, starken Trieb aufstrebende Dominanz verleiht.

Auch wenn die Pillnitzer Re-Sorten wie Retina und Reglindis ganz gut in unserem Göttinger Klima wachsen, aber vielleicht nicht jedem schmecken, stehen mit Rubinola, Topaz, Florina und Goldrush weitere moderne, schorf- und mehltauresistene Sorten anderer Erzeuger zur Verfügung, denen heute der Vorzug gegeben werden sollte. Doch auch manch alte Sorten wie Kaiser Wilhelm und Alkmene sind immer noch aktuell und geschmacklich wertvoll.

Wer an Schmuckgrüne interessiert ist, kann Eiben, blauen Wacholder, grüne Scheinzypressen, Ilex und Tannen an geeigneter Stelle pflanzen. Adventsgestecke und Kränze können daraus geflochten werden. Die Fruchtstände von Ziertabak, Bechermalve, Flieder, Nachtkerze und Früchte wie Hagebutten, Zieräpfel, Stechpalmen oder Mispeln sind natürlicher Adventsschmuck, der später problemlos kompostiert werden kann.

Ein Adventskranz wurde zum ersten Mal von dem Hamburger Pastor Johann Hinrich Wichern in einer Kirche aufgestellt, wozu er der Adventszeit entsprechend 19 rote Kerzen für die Arbeitstage und vier weiße, dickere für die Adventssonntage verwendete. Diese vier schmücken auch heute den Adventskranz.

Wer bereits jetzt an den nächsten Frühling erinnert werden möchte, der kann in der ersten Dezemberhälfte „Barbarazweige“ schneiden und in die Wohnung holen, die dann um Weihnachten und Neujahr aufblühen. Hierzu eignen sich Schlehe, Kirsche, Forsythie, Zaubernuss, Kornelkirsche, Hasel und Weiden, sofern man keinen Pollenallergiker in der Familie hat.

Mancher empfindlichen Pflanze kann mit aufgestellten, beschattenden Fichtenzweigen über den Winter geholfen werden. Dazu gehören immergrüne Gehölze wie die Lusitanische Kirsche, die Nandina und all die mediterranen Küchenkräuter wie Lavendelarten, Rosmarin und Thymiane. Bei etwas Winterschutz können sie dann für den Festtagsbraten ebenso zur Verfügung stehen wie Petersilie, die unter Folie grün überwintern kann.

Dankbare Vogelschar

An trockenen Tagen kommt ein letztes Mal die Gartenschere, ob elektrisch oder mechanisch ist egal, zum Einsatz. Überall dort, wo Frühlingsblüher erscheinen werden, sollten die Reste der diesjährigen Stauden bis zum Grund entfernt werden, damit der ersehnte Frühlingsflor zur vollen Entfaltung kommen kann.

Mitgefühl gegenüber den Menschen, aber auch gegenüber den Tieren wird zu Weihnachten besonders in Erinnerung gerufen. Ein kleiner Beitrag kann ein Vogelhaus sein, das frisch gesäubert und mit artgerechtem Futter versehen vor ein Fenster mit Gartenblick gestellt wird. Dann darf man erleben, was den Sinn des Schenkens ausmacht: Die dankbare Vogelschar macht dem Gebenden soviel Freude, dass er für seine Mühe mehr als reichlich belohnt wird.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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