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Frühlingsflor kommt langsam in Gang

Gartenarbeit im März Frühlingsflor kommt langsam in Gang

Eiskalte Frostnächte lassen den Frühlingsflor noch nicht so recht in Gang kommen. Lediglich dort, wo die Sonne die Schneedecke zum Schmelzen bringt, öffnen sich gleich die Blüten der Schneeglöckchen, Winterlinge und, wenn man vorausplanend gepflanzt hat, des Vorfrühlings-Alpenveilchens (Cyclamen coum).

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Frühlingsboten: Schneeglöckchen und gelbe Winterlinge.

Quelle: Callauch

Die Osterglocken, Leberblümchen und Krokusse sind in diesem Jahr noch Wochen zurück. War das schon früher so?

Gärten sind Orte der Erinnerung, und der Mensch lebt in und aus seiner Erinnerung an vergangene Ereignisse. Zum Glück erinnert man sich meist besser an die schönen Zeiten als an die unangenehmen Ereignisse, und so denke ich beim Garten meiner Kindheit eher an das schöne Gefühl, wenn die nackten Füße zum ersten Mal nach dem Winter den warmen Gartenboden berühren konnten und die Zeit der kurzen Lederhosen eingeläutet wurde.

Dann begann der Sommer!

Die Mirabellen im Obstgarten meiner Großmutter schmeckten immer so gut und wahrscheinlich haben wir deshalb auch heute noch einen Mirabellenbaum im Garten.

Der Garten zur Studienzeit war hauptsächlich ein Nutzgarten, voll mit Weiß- und Wirsingkohl, Radieschen und Salat. Uns Biologiestudenten prägte die Sehnsucht nach einem Leben im Einklang mit der Natur und das Buch von John Seymour vom „Leben auf dem Lande“ war ein Bestseller. So mancher Kommilitone verließ das Labor und wandte sich der biologischen Landwirtschaft zu, damals ein Zukunftsprojekt engagierter Amateure, heute eine ökonomisch erfolgreiche Wirtschaftsmethode.

Mit dem Einstieg ins Berufsleben und dem Sesshaftwerden wurde der Familiengarten angelegt. Größer als seine Vorgänger, besser geplant und von Grund auf neu gestaltet, bietet er Platz für alle Gartenaktivitäten und ist eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration.

Längst sind die Kinder aus dem Haus, der Rücken ist auch nicht mehr das, was er einmal war, und man schaut, wie sich der Garten pflegeleichter gestalten lässt. Beete können wieder in Rasen überführt werden, höher wachsende Gehölze bremsen viel Unkraut aus und vielleicht nimmt die Zahl der zu gießenden Kübelpflanzen ab, nicht zuletzt durch einen so kalten Winter wie den zu Ende gehenden. Ein Garten des dritten Lebensalters kündigt sich an und auch er wird zum natürlichen Lebensgefühl beitragen.

Schnittarbeiten an Bäumen und Ziersträuchern

Gärten halten fit und passen sich jedem Lebensalter an, sofern man etwas Gehirnschmalz in ihre Anlage und Pflege steckt. Ich kenne einige Gartenfreunde, weit über 80 Jahre alt, die immer noch rote Wangen bei der Gartenarbeit bekommen.

Jetzt im kalten März sollten die Schnittarbeiten an den Bäumen und Ziersträuchern abgeschlossen sein, lediglich die späten Blüher wie Säckelblume (Ceanothus), Sommerflieder (Buddleia) und Bartblume (Caryopteris) werden noch gestutzt. Rosen können noch bis in den April hinein geschnitten werden. Sobald der Boden frostfrei ist, können Kresse, Petersilie, Salate, Rettich und Radieschen gesät werden. Im Keller werden die eingelagerten Dahlien und Gladiolen auf Fäulnis geprüft, im Wintergarten die Fuchsien, Wandelröschen und Hibisken auf Weiße Fliege und Blattläuse kontrolliert, die sich bei der Erwärmung aus dem Nichts heraus entwickeln. Gelbtafeln reduzieren die Schädlingsverbreitung und Düngesticks mit Insektengift verhindern ihr Überhandnehmen und geben den Pflanzen den nötigen Anschub für den Austrieb.

Zwischen den Erdbeeren wird etwas der Boden gelockert. Stehen noch alte Sprosse der dekorativen Hochstauden vom vergangenen Herbst, werden sie abgeschnitten, damit darunter die Frühlingsblüher ungehindert aufgehen können. Schon wieder eine Menge zu tun im Garten, auch im kalten März, doch die Sonne steigt stetig höher, wärmt die Beete und das Herz des Gartenfreunds.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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