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Gräser: Faszination für jeden Garten

Gartentipps Gräser: Faszination für jeden Garten

September, tatsächlich. Wo ist nur der Sommer geblieben? Dieses Jahr scheint er vergangen zu sein, während wir auf ihn warteten. Einfach so. Versuchen wir also, uns mit den herrlichen, leuchtenden Farben des beginnenden Herbstes zu trösten, denn das große Finale ist eröffnet.

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Gut mit Stauden kombinierbar: Molinia arundinacea „Windspiel“ wird zwei Meter hoch.

Quelle: Traub

Aber leise und unaufhaltsam mischt sich auch die Schönheit des Vergehenden in unsere Beete. Wie gut, dass es längst nicht mehr Mode ist, sie im Herbst akkurat „abzuräumen“. Wer Talent zur „Raureifschönheit“ hat, darf gern bleiben und dem Winter widerstehen. Allen voran die Gräser, von denen heute die Rede sein soll.

„Gras ist das Haar der Mutter Erde. Die Gärten haben es bisher nur im geschorenen Zustand gefeiert!“ Unverkennbar: Hier wettert wieder einmal Altmeister Karl Foerster. Und Foerster wäre nicht Foerster gewesen, wenn er es bei diesem Ausruf belassen hätte. Vielmehr sollte er der Erste sein, der ihren unschätzbaren Wert für unsere Gärten nicht nur erkannte, sondern Gräser auch virtuos zu inszenieren wusste. Wenn die Zeit reif ist für eine Idee, entfaltet sich auch die Kraft für ihre Umsetzung. Das war immer so, im Kleinen wie im Großen, im Guten wie im Bösen.

Karl Foerster – und natürlich seinen großartigen Schülern und Nachfolgern in der ganzen Welt – verdanken wir eine inzwischen phantastische Palette an Gestaltungsmöglichkeiten. Kein Garten muss heute auf dieses faszinierende Thema verzichten. Wie hätten Sie es gern: Spielerisch leicht oder monumental, strukturierend oder poetisch, bodendeckend bescheiden oder prachtvoll und opulent? Sie haben die Wahl!

Wie wäre es mit einem der wunderbaren, völlig unkomplizierten und vielseitig verwendbaren Pfeifengräser? Molinia heißen sie botanisch, diese malerischen Windbräute. Es gibt filigrane, zierliche Sorten, wie die „Moorhexe“ mit ihren geheimnisvollen, beinahe schwarzen Blütenhalmen, die gern, wie schon ihr Name verrät, kalkarm und ein wenig feuchter steht, aber auch ornamentale Solitär-Gestalten wie das stolze, sich elegant auffächernde „Windspiel“ oder den gertenschlanken „Skyracer“, der trotz seiner beeindruckenden Höhe kaum Platz im Beet verlangt.

Alle, ob groß oder klein, lieben es, sich schon beim leisesten Windhauch sanft zu wiegen, und selbst der übelste Herbststurm ist ihnen willkommene Herausforderung. Geschmeidig und biegsam scheinen sie sich seiner Gewalt zu beugen. Aber weit gefehlt! Nach dem Spektakel schütteln sie munter ihre Mähnen – war da was? Bei so viel Schönheit ist man sicher kapriziös? Keine Spur! Auch weniger gute Böden sind ihnen genehm. Trockenheit schreckt gerade die hohen Vertreter kaum, und ob Sonne oder Halbschatten – Pfeifengräser kommen mit beidem zurecht. Sie finden, ihr weithin leuchtendes, goldenes Herbstkleid steht ihnen auch noch im Winter gut, bis sie die Bühne dann irgendwann doch freigeben und sich niederlegen, meist wenn die ersten Schneeglöckchen die Hoffnung auf den Frühling einläuten. Das sehen wir ihnen nach, nicht wahr?

Von Angelika Traub

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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