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Gute Pflanzzeit im November

Von Herbstdüften und Winterblüten Gute Pflanzzeit im November

Die heftigen Winde, von prasselnden, aber hoch willkommenen Regenschauern begleitet, haben die Blätter von den Bäumen gefegt, die nun auf den Rechen des Gärtners warten. Falllaub ist ein wertvoller Rohstoff. Er enthält Pflanzennährstoffe in einer für das Bodenleben günstigen Komposition und kann daher besser zum Mulchen eingesetzt werden als die käuflichen Rindenprodukte.

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Mit Eisnadelschmuck: Blatt des amerikanischen Amberbaums.

Quelle: Callauch

Diese können eventuell zu Wachstumsstörungen bei Stauden und zwischen Rosen führen.

Zusammengerechtes Laub bildet aber eine gute Winter­decke in allen Stauden- und Rosenbeeten, auf Baumscheiben und unter Sträuchern. Besonders nach Regenfällen breitet sich nun ein ganz besonderer, würzig-erdiger Geruch im herbstlichen Garten aus: Pilze, Bakterien und Pflanzenwurzeln senden ihre Duftstoffe aus und erinnern uns an längst vergangene Herbstmonate.

Die Pflanzenwurzeln reagieren durch mannigfache Wurzel­ausscheidungen auf Änderungen in ihrer Umwelt und auf die Angriffe von Fraßfeinden. Über 200 Duftstoffe sind bekannt, die aus den Wurzeln strömen, die die „Unterhaltung“ zwischen den Bäumen ermöglichen und zu denen Alkohole, Fettsäuren und Terpene gehören. Auch die jetzt sprießenden Pilze kommunizieren über ihre Fadenausscheidungen und tragen zum herbstlichen Duft der Erde bei.

Wildschweine können dieses Duftbouquet sehr gut aufspüren. Im Fall der Trüffel macht sich der Mensch ihre Fähigkeit durch abgerichtete Trüffelschweine zunutze, um der geschätzten Delikatesse auf die Spur zu kommen. Im Zusammenspiel von Pflanzenwurzeln und Wurzelpilzen können sogar konkurrierende Stauden abgetötet werden, die unter Bäumen wachsen, die mit Pilzen eine Symbiose eingegangen sind (Mykorrhiza).

Berauschendes Nasenerlebnis

Der herbstliche Duft erinnert uns an das fein abgestimmte Leben im Gartenboden und daran, dass dort mit dem Beginn des Winterhalbjahrs noch längst nicht alles zum Erliegen kommt. Augenfällig wird diese fortdauernde Aktivität auch durch das Aufblühen einiger Winterblüher, die uns von nun an durch die dunkle Jahreszeit begleiten.

Ein berauschendes Nasenerlebnis ist das Bouquet der Duftschneebälle (Viburnum farreri, V. x burkwoodii), deren köstlicher Duft uns von November bis April begleiten kann, unterbrochen nur in starken Frostperioden. Dagegen bleiben Winterjasmin und winterblühende Higan-Kirsche (Prunus subhirtella „Autumnalis“) duftlos, überzeugen aber mit einer zauberhaften Blütenfarbe.

Im November schieben auch die ersten Zaubernüsse ihre Blüten hervor. Während die Virginische Zaubernuss die Winterblüte mit den letzten Blättern am Stamm beginnt, erfreuen uns die später blühenden chinesischen Arten im Spätwinter mit ihren fragilen Kronblättern und einem feinen Gewürzduft.

Der November ist an trockenen Tagen eine gute Pflanzzeit für die meisten Gehölze und Stauden. Auch Frühlingsblüher können immer noch gelegt werden. In Gartencentern sind jetzt auch häufig Sonderangebote bei den Pflanzen und Zwiebeln zu sehen, die mit starken Preisnachlässen das Lager räumen sollen und Gelegenheit geben, manchen teuren Fächerahorn, die zwerghaften Mädchenkiefern und den bunten Frühlingsflor zum Sonderpreis zu erwerben. Qualitätsware der oben genannten Winterblüher wird man aber eher in Baumschulen bekommen. Als Pflanzmonat ist der November eine Zeit der aktiven Gartengestaltung und noch nicht der Beginn des Winterschlafs.

Von Rolf Callauch

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