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Hornissen-Überfall im Apfelbaum

Garten im September Hornissen-Überfall im Apfelbaum

Der warme, lange Frühling hat in diesem Jahr die Ernte vieler Obstsorten gefördert und unsere Äpfel und Pfirsiche sind etwa zehn Tage früher erntereif als in anderen Jahren. Die geschmacklich hervorragende Sorte „Alkmene“ hat bereits rote Wangen und fällt in Mengen vom Baum, ein Zeichen für die beginnende Reife.

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Die maisgelben Glocken der Wachsblume passen gut zu weißen oder blauen Stauden.

Quelle: Callauch

Erntereif ist ein Apfel dann, wenn wir ihn leicht anheben, um 90 Grad anwinkeln und er sich ganz leicht vom Ast löst. Dann kann geerntet werden.

Die später reifenden Sorten „Kaiser Wilhelm“ und“ Boskoop“ verharren dagegen noch am Stamm, dafür sind sie lagerfähiger und halten länger in den Winter hinein. Während sich die Stapelstiegen mit den unbeschädigten Früchten füllen, spielt sich an den aussortierten, angebissenen und bewohnten Ausschussäpfeln in der Schubkarre ein Drama ab: Unversehens stößt eine Hornisse wie ein Raubvogel auf die zahlreichen schwarz-gelben Wespen herab, die sich am Apfelbrei laben und zu Dutzenden in den bereits ausgehöhlten Früchten sitzen. Sie packt eine Wespe am Hinterkopf, um sie zu erbeuten. Doch meine Nähe irritiert den Räuber und durch heftiges Gestrampel kann sich die Wespe zunächst wieder befreien. Aber die Hornisse gibt nicht auf und startet nach meinem Rückzug erneute Angriffe.

Hornissen sind Wespenräuber, erbeuten auch gern Bremsen, Fleisch- und Stubenfliegen. Da es in diesem Jahr reichlich Wespen gibt, kommen sie auf ihre Kosten. Sogar gefräßige Raupen, wie etwa den Eichenwickler, vertilgen sie und leisten damit einen Beitrag zum Baumschutz. Die kürzer werdenden Tage verlocken einige Sträucher zu einer herbstlichen Nachblüte und man sollte sich nicht wundern, wenn einige Frühlingsblüher, wie die Azaleen, jetzt noch einmal einen schönen Flor zeigen.

Herbstastern mit prächtiger Blüte

Im September legen die beliebten Herbstastern endlich mit ihrer prächtigen Blüte los, die sie uns schon lange versprechen. Weniger bekannt sind die jetzt blühenden, blauen und weißen Stauden-Waldreben (etwa Clematis heraclifolia und C. maximowitschiana), die gut zu den maisgelben Glocken der Wachsblume (Kirengeshoma palmata) passen. Die Wachsblume ist eine ausdauernde Staude, die gern im Halbschatten von Gehölzen auf humosem Boden wächst.

Wenn man ihr die Schnecken etwas vom Leib hält, dann kann man sich viele Jahre an den spät blühenden, eleganten Wachsblumen erfreuen, deren Farbe eine perfekte Harmonie mit den oft etwas auffälligen Rottönen der Herbstastern herstellt. Die halbhohen Hortensien aus der Verwandtschaft Hydrangea macrophylla stellen eine schöne Hintergrundbepflanzung im halbschattigen bis schattigen Garten dar. Wer viel Kalk im Boden hat, wird allerdings auch bei Zugabe von Farbförderern wie Alaun oder Hortensienblau wenig Erfolg bei der Förderung blauer Blüten haben. Man kann sich aber dann an rosafarbenen oder weißen Sorten erfreuen.

Schönranke, Prachtwinde und Glockenrebe

Beliebte blaue Varietäten wie „Blue Wave“ wachsen am besten in sauren, humosen Böden und, wenn der nicht vorhanden ist, gleich im Kübel. Die kälter werdenden Nächte lassen das Wachstum unserer meist tropischen, einjährigen Kletterpflanzen wie Schönranke, Prachtwinde und Glockenrebe langsamer werden.

Ebenso wie die Sommerblumenbeete werden sie nach und nach abgeräumt, wenn ihr Laub gelb und unansehnlich wird. Gesunde Blüten gibt es aber an den draußen stehenden Fuchsien, die jetzt ihre schönste Zeit haben und vor Gesundheit strotzen.

Die Morgennebel zaubern verwunschene Landschaftsbilder und es ist eine gute Zeit, den einen oder anderen Landschaftsgarten in unserer schönen Umgebung zu besuchen. Neben den Parks in Bad Langensalza, Erfurt, Fulda, Hannover und Kassel bieten sich dazu auch die Gärten am östlichen Harzrand an, etwa die barocken Anlagen nach Lenné in Ballenstedt und der Klostergarten in Michaelstein bei Blankenburg. Denn „Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.“ (Goethe).

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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