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Im November den Frühling vorbereiten

Garten im Spätherbst Im November den Frühling vorbereiten

Spätestens wenn der erste Nachtfrost die Dahlien und Gladiolen in saft- und kraftlose Gestalten mit hängenden Köpfen verwandelt hat, wird es Zeit den Garten und sich selbst auf den kommenden Winter vorzubereiten. Gartenarbeit an trockenen, hellen Tagen bleibt auch in der kalten Jahreszeit ein Muntermacher für Körper und Geist.

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Hält sehr lange seine Blätter: der Amberbaum.

Quelle: Callauch

Die Aufgaben wandeln sich nur: Statt Unkrautjäten ist jetzt Laubrechen und statt Wässern Obstbaumschnitt angesagt. Solange es noch nicht Stein und Bein friert, sind Kiesarbeiten auf Wegen und am Gartenteich gut zu erledigen. Alle Außenwasserleitungen, Gartenduschen und gemauerte Brunnen müssen entleert werden, damit der Frost sie nicht beschädigt.

Leichte Fröste schaden den Äpfeln am Baum noch nicht, so dass man noch eine Weile pflücken kann. Nach dem Laubfall lässt sich am besten die Kronenarchitektur der Obstbäume studieren und eine Korrektur des Aufbaus vornehmen. Dabei wird es immer das Ziel sein, viel Licht und Luft in das Innere der Krone zu bringen und dicht stehende, abdunkelnde, vielleicht sogar aneinander reibende Zweige zu entfernen. Doch aus einem überalterten, nie gepflegten Baum kann man keinen idealen Obstbaum mehr machen, da schadet ein radikaler Schnitt nur. Manchmal ist es besser, neu zu pflanzen und der November ist eine prima Pflanzzeit für alle Gehölze.

Boskoop für Apfelkuchen

Obstbäume kauft man besser auf Empfehlungen von Nachbarn oder ortskundigen Fachleuten in örtlichen Baumschulen, denn dort weiß man am besten über die Eignung Bescheid und die Sorte entscheidet nun mal über einen Kulturerfolg. Erste Erfahrungen mit den hoch gelobten Re-Sorten (Remo, Rewena, Retina) aus den Pillnitzer Baumschulen liegen mittlerweile vor und sind in Hinblick auf Krankheitsresistenz und Fruchtfülle durchaus positiv. Doch der Geschmack alter Sorten wie Kaiser Wilhelm und die Eignung von Boskoop für Apfelkuchen sind noch nicht erreicht.

Überalterte, unten verkahlende Sträucher werden auf Stock gesetzt oder durch neue Anpflanzungen ersetzt. Gute Erfahrungen haben wir bei den duftenden Sträuchern mit Gartenjasminen wie Philadelphus virginalis „Schneesturm“ gemacht und die Winterblüte Chimonanthus praecox mit ihrem Gewürzschrankduft bleibt ein Favorit für die kalte Jahreszeit.

Lagerung in gelochten Plastiktüten

Wenn der stürmische Herbstwind in der frühen Dunkelheit die Blätter von den Bäumen pustet, dann scheinen manchmal Mäusehorden über die Straßen zu rennen. Zum Glück für den Autofahrer sind es meist nur Blätter, denn die Mäuse sind eher wieder auf unseren Dachböden und in den Kellern zu finden. Ihre Verwandten im Freiland tun sich derweil an den Zwiebeln von Tulpen und Krokussen gütig, wohingegen Osterglocken und Schneeglöckchen verschont bleiben, was man bei der immer noch möglichen Zwiebelpflanzung berücksichtigen sollte.

Dahlien und Gladiolen können bis zu stärkeren Frösten durch Frühlingsblüher ersetzt werden. Die herausgenommen Knollen lagert man kühl und nicht zu trocken im Keller. Gegen Austrocknung hilft eine Lagerung in gelochten Plastiktüten.

Auch im November hält sich an Amberbaum, Ginkgo und Urweltmammutbaum noch etwas Laubfärbung. Ein Grund mehr für die Pflanzung dieser Gehölze. Beerenschmuck ist jetzt besonders an Rosen und Stechpalmen zu sehen, die Schönfrucht mit ihren glänzenden Lila ist ein weniger bekannter Hingucker. Falllaub wird vielfach als Plage angesehen, lässt sich aber leicht mit dem Rechen in die Hecke fegen, als Mulch auf Baumscheiben und Sommerblumenbeeten verwenden oder in den Kompost einarbeiten. Laub liefert einen kostenlosen Dünger und schafft eine humose Bodenstruktur und ist besser für die Bodenchemie als Rindenmulch. Nach dem Laubfall fällt wieder mehr Licht in den Garten, Perspektiven werden sichtbar, neue Ideen für die Gartengestaltung können Raum greifen.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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