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Im Staudenbeet mit Augenmaß schneiden

Garten im Oktober Im Staudenbeet mit Augenmaß schneiden

Mit den kühlen Nächten und einer morgendlichen Nässe auf allen Pflanzenteilen hat die Hochsaison der Pilze begonnen. Mehltau breitet sich explosionsartig auf Herbstastern und Chrysanthemen aus, die Braunfäule macht den Tomaten zu schaffen. Völlig verpilzte Asternsorten sind keine Zierde für den Garten. Man sollte sie entfernen und entsorgen, auch wenn sie noch nicht geblüht haben.

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Zum Abschluss der Wachstumsperiode: Herbstliche Farbenpracht.

Quelle: Callauch

Zwei Maßnahmen helfen gegen verpilzte Zierstauden: Zum einen schaut man sich jetzt im eigenen Garten und bei Nachbarn nach Sorten um, die resistenter sind und noch keinen Befall zeigen, um sie zukünftig ausschließlich anzubauen. Zum Zweiten prüft man den Standort der pilzbefallenen Pflanzen. Windstille, halbschattige Plätze im Hausschatten und unter Gehölzen sind für viele Spätsommerstauden nicht geeignet und sollten daher weder Herbstastern noch spät blühende Staudensonnenblumen tragen. Diese Pflanzen sind Sonnenkinder und stehen am besten in freien Beeten, wo sie morgens rasch abtrocknen können.

Nachtfrostgefahr immer größer

Mit dem Fortschreiten des Oktobers wird die Nachtfrostgefahr immer größer und es wird Zeit, die Topf- und Kübelpflanzen zur Überwinterung einzuräumen. Für kälteempfindliche Arten der Tropen braucht man einen beheizten, hellen Wintergarten, für die randtropischen und mediterranen Pflanzen reicht oft ein unbeheizter, aber verglaster Kellereingang oder ein einfaches Glashaus mit Kontakt am Hauptgebäude aus. Zimmerhopfen, Dipladenien, Bleiwurz und Hibiskus müssen in ein warmes Haus, aber Fuchsien, Geranien, Knollenbegonien und afrikanische Schmucklilien kann man auch in ungeheizten Überwinterungsquartieren ausprobieren.

Den vergangenen, kalten Winter war etwa die Fuchsie „Tom West“ in unserem ungeheizten Kellereingang völlig zurückgefroren und erschien abgestorben, um dann aber Ende April doch noch wieder auszutreiben. Bis zum Sommer entwickelte sich eine prächtige Ampelpflanze.

Beim Einräumen der Kübelpflanzen werden vergilbte Blätter entfernt. Hängepflanzen sollten so zurechtgeschnitten werden, dass sie im Winterquartier platzsparend und ohne umzufallen aufgestellt werden können. Ein besonderes Augenmerk muss man auf die lästigen Schädlinge richten. Wenn weiße Fliegen beim Hantieren auffliegen, so sollte man diese Pflanzen noch einmal mit einem systemischen Insektizid spritzen, gegebenenfalls ein paar Tage warten und nochmals auf den Schädling prüfen, bevor man sie ins Winterquartier räumt, sonst überwintert die weiße Laus fröhlich mit.

Rasen frischgrün in den Winter

Bevor der Frost den Rasen brüchig macht, wird an einem warmen, trockenen Tag ein letzter Schnitt durchgeführt, damit der Rasen frischgrün in den Winter gehen kann. Den Rasenschnitt kann man als unkrautunterdrückenden Mulch auf die abgeernteten Gemüse- oder Sommerblumenbeete bringen. Er wird bis zum Frühling weitgehend vom Boden verdaut.

In den Staudenbeeten schneidet man mit Augenmaß zurück, alle kranken und befallenen Pflanzen werden bis zum Boden abgeschnitten, dekorative Hochstauden wie Chinaschilf und Silberkerzen bleiben über den Winter stehen. Rosen schneiden wir lieber vor dem Austrieb im Spätwinter, jetzt werden nur störende, befallene oder überlange Triebe entfernt. Alle Gehölze, die früh im Jahr blühen wie Alpen-Waldrebe, Forsythien und Zaubernüsse lassen wir unbeschnitten in den Winter gehen, denn sonst werden sie im Frühling nicht blühen.

Viel zu tun also im Oktober und meist gibt es nur wenige, sonnige Tage, die dafür noch bleiben. Dann ist es Zeit einmal innezuhalten, den Blick auf die schön färbenden Kirschen, Ahorne und Tintenbeeren zu richten und das Ende des Sommers in seiner ganzen Pracht zu genießen.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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