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Juni: Schädlinge im Monat der Rosen

Gartentipps Juni: Schädlinge im Monat der Rosen

Im Juni zeigt sich die ganze Vielfalt unserer Gartenrosen. Gleich nach den Mairosen (Rosa hugonis) entfalten sich die großen Parkrosen, etwa „Frühlingsgold“ und „Frühlingsmorgen“ aus der bekannten Kordes-Baumschule.In ihnen fließt das Blut der einheimischen Bibernell-Rose, und sie sind daher frosthart und weitgehend krankheitsunempfindlich.

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Betörend schön und fast dornenlos: die Fantin Latour, eine der alten Rosen.

Quelle: Callauch

Allerdings eignen sie sich wegen ihrer Größe und der kurzen Blüte im Juni nicht für alle Gärten. Das Gleiche gilt für die „alten“ Rosen aus der Verwandtschaft der Alba-, Damaszener- und Apothekerrosen, die mit ihren gefüllten Blüten an zusammengeknüllte Taschentücher erinnern. Sie tragen den „wahren“ Rosenduft und wachsen zu robusten und großen Sträuchern heran. Ihre Blüten sind wahre Schätze in der Vase und doch, wenn der Frühlingsflor vorbei ist, verwandeln sie sich in etwas langweilige, schlicht grüne Gartengesellen.

Also dann doch lieber die modernen, dauerblühenden Teehybriden ins Beet setzen. Sie bieten viele Farben, Wuchsformen und einen betörenden Duft, sofern man die richtigen Sorten wählt. Allerdings sind sie weniger robust als die bereits erwähnten Schönheiten und besonders der verderbliche Schwarzrußtau macht ihnen schwer zu schaffen.

Schwarze Blattläuse

Auffällig aber sind im Juni zunächst die grünen oder schwarzen Blattläuse, die unterhalb der noch geschlossenen Knospen in Hundertschaften sitzen. So mancher fürchtet beim Anblick dieser saugenden Legionen das Schlimmste für seine Rosenblüte und greift zur Giftspritze. Die Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass der Einsatz von Insektiziden nur dann wirklich not tut, wenn der Befall so erdrückend ist, dass die Blüten verkümmern und sich nur noch geschwächt öffnen. Normalerweise finden sich bald nach den Blattläusen ihre Gegenspieler ein, etwa Marienkäferlarven, die für Ordnung sorgen. Wenn sich die Blüten dann öffnen, wird der Befall weniger sichtbar und lässt sich tolerieren.

Anders beim Rosenfeind Nummer eins, dem Schwarzrußtau. Wenn er massenhaft die Blätter befällt, dann führt kein Weg an einer Fungizidspritzung vorbei. Oder aber man verabschiedet sich von der empfindlichen Sorte und schaut sich nach einer neuen, resistenteren Rose um.

Der Frühsommer ist die Zeit der Blattläuse. An Süßkirschen tritt jetzt die schwarze Kirschblattlaus auf und führt zum Zusammenrollen der mit schwarzen Krabbeltieren besetzten Laubblätter an den Triebenden. Auch hier wäre eine Spritzung denkbar, doch nur wenig empfehlenswert, denn der Schaden ist bereits da. Viel früher im Jahr müsste man Vorsorgespritzungen durchführen, um dieser Plagegeister Herr zu werden. Aber wer denkt schon ständig an die Gartenplagen der nächsten Saison.

Durch Pilzbefall durchlöchert

Das Gleiche gilt für die „Schrotschusskrankheit“, die ebenfalls an Kirschen zu beobachten ist. Die Blätter werden durch Pilzbefall durchlöchert. In all diesen Fällen kann man hektisch zur chemischen Keule greifen und manchmal mag das auch seine Berechtigung haben. Meistens sollte man aber gelassen an das Problem herangehen. Die Bekämpfung von Schädlingen durch Spritzungen muss oft wiederholt und großflächig durchgeführt werden. Wer wollte aber ständig im Rosenbeet neben der Terrasse oder an den Kirschen über dem Kaffeetisch spritzen, wo man leicht bekleidet die schönsten Stunden der Sommertage verbringen möchte? Nicht umsonst ist bei vielen Insektiziden ein Schutzanzug bei der Anwendung vorgeschrieben. Der Garten soll ein gesunder Ort bleiben.

Die Förderung von Nützlingen durch eine Vielfalt an Pflanzenarten und eine reiche Struktur des kleinen Ökosystems ist der natürliche Weg zu gesunden Früchten und Blüten. Die Entfernung befallener Triebe, der Rückschnitt ganzer Pflanzen und vor allen Dingen die richtige Sorte am richtigen Ort sind entscheidender als die Auswahl an Spritzmitteln. So wird Mehltau immer dann unsere Rosen heimsuchen, wenn eine anfällige Sorte ausgewählt wurde, die Düngung zu üppig ausfällt und wenig Wind die Pflanzen durchblasen kann. Was in einem Jahr kümmert, wächst im nächsten üppig, denn Sonne und Regen, Schädlinge und Nützlinge, Pflege und Wahrnehmung unserer Gartenflora sind niemals gleich. Das ist ja auch das Spannende im Garten und lässt ihn uns niemals langweilig werden.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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