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Gartentipps Machtvolles Frühlingserwachen
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00:18 24.04.2013
Erste Blütenpracht: Garten im Frühjahr. Quelle: Callauch
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Göttingen

Die Buschwindröschen brauchten nur wenige Tage, um zur Blüte zu kommen, die Leberblümchen zeigen ihr strahlendes Blau über Nacht und auch wenn die Christrosen arg gebeutelt und mit gilbenden Blättern aus dem kalten Winter kommen, so erfreuen uns Helleborus orientalis (rote und purpurne Farben), H. niger (weiß) und H. foetidus (hellgrün mit roten Flecken) nun umso mehr mit ihren ansehnlichen Blüten. Große Freude  machen auch der Goldteller (Hacquetia epipactis) und der Schneeglanz (Chionodoxa luciliae), die in ihrer blau-gelben Kombination harmonisch in der Sonne strahlen und zuverlässig viele Jahre wiederkehren.

Eiliges Handeln gefragt

Das rasche Frühlingserwachen zwingt den Gärtner in diesem Jahr zu eiligem Handeln, denn hier müssen noch verblichene Halme von Ziergräsern aus dem letzten Jahr entfernt werden, dort zurück gefrorene Sommerflieder getrimmt und ringsherum die stakeligen Fruchtstände der Lorbeerkirschen geschnitten werden, damit das neue Grün sich ungestört entfalten kann.

Ein Lurch hat sich aus seinem Winterquartier zwischen den Steinstufen der Kellertreppe gewagt und liegt noch steif und unbeweglich in der Morgensonne. Sein orangeroter Bauch identifiziert ihn als Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) und wahrscheinlich will er zur Paarung und Eiablage unseren Gartenteich aufsuchen. So bringe ich das verfrorene Kerlchen auf den Weg und hoffe auf reichlichen Nachwuchs, den die 250 Eier pro Weibchen hervorbringen können.

Abfischen mit Kescher

Im Teich hat sich die Fadenalge Spirogyra breit gemacht und beherrscht die Wasserfläche zur Hälfte, so dass ein behutsames Abfischen mit dem Kescher ratsam erscheint. Algenblüten im Frühling sind normal und vergehen zum Sommer, es sei denn der Teich ist zu klein, zu warm und zu nährstoffreich. Spirogyra erscheint uns als glibbriger, grüner Brei, doch wer ein Mikroskop besitzt und einen Algenfaden darunter legt, wird überrascht sein von der Ästhetik der schraubigen Chloroplasten, die sich elegant durch den gesamten Faden schlängeln.

Die Sonne hat den morgens noch feuchten Boden rasch abgetrocknet und so können wir nun Radieschen, Rettich und Pflücksalat ins Freiland säen. Bevor die Bohnen gesteckt werden, muss allerdings erst noch das Spalier neu aufgebaut werden, denn ein Wintersturm hat die Holzpfähle in Bodenhöhe abgebrochen und die große Konstruktion einfach ins Erdbeerbeet geworfen. Auch druckimprägnierte Pfähle halten in Bodenkontakt  nur 5-8 Jahre, dann macht sich bei ihnen Fäulnis bemerkbar.

Radikale Neupflanzungen

Das Rosenbeet mit der dauerblühenden Zwergstrauchrose „Gärtnerfreude“  ist hoffnungslos mit Gräsern, Glockenblumen und Traubenhyazinthen verkrautet. Hier helfen nur eine Herausnahme der noch nicht treibenden Rosenstöcke, ein sorgfältiges Heraussuchen der unerwünschten Beikräuter und der teilweise Bodenaustausch bei der Neupflanzung. Auch wenn die Kombination von Rosen mit harmonischer Begleitflora, etwa blauen Glockenblumen,  erwünscht ist, so machen sich im Gefolge schöner Zierpflanzen auch oft Rhizomunkräuter breit und  erfordern langfristig radikale Neupflanzungen.

Wie Sauerbier in Baumärkten

Den kleinen Spireenhecken am Beetrand, den einzeln stehenden Eibenpyramiden und den kugeligen,  lusitanischen Lorbeerkirschen steht jetzt ein Formschnitt mit der Heckenschere gut zu Gesicht. Auch wenn Geranien und Petunien bereits seit Wochen wie Sauerbier in den Baumärkten angeboten werden, so darf man sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai in die Balkonkästen pflanzen.  Im April  werden Stiefmütterchen, Bellis, Primeln und Vergißmeinnicht gepflanzt, denn sie werden auch mit den noch kommenden, kalten Nächten klar kommen.

► Am 27.April ab 10 Uhr findet die Pflanzenbörse im Experimentellen Botanischen Garten an der Grisebachstraße 1 statt.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.

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