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Regen im Mai bringt im Garten Segen

Blühende Pflanzen Regen im Mai bringt im Garten Segen

Spätestens nach dem 15. Mai kann man normalerweise in unserer Region mit frostfreien Nächten rechnen und im Garten ist freie Bahn für die Kultur der kälteempfindlichen Pflanzen.

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Wegen ihrer leuchtenden Blüten wunderschön, aber viel zu selten: die rosaroten Bechermalven.

Quelle: Callauch

Die „Eisheiligen“ von Mamertus (11. Mai) bis zur Kalten Sophie am 15. Mai gelten im Gartenbau als letzte Periode überraschender Nachtfröste, doch kann der tatsächliche Wetterverlauf durchaus von dieser Regel abweichen und selten auch noch spätere Fröste ermöglichen. Der nächtlichen Kälte können Gurken, Petunien und die besonders empfindlichen „Eisblumen“ (Begonia semperflorens) zum Opfer fallen, die als tropische Pflanzen bereits bei Temperaturen knapp über null Schaden nehmen.

Viele Geraniensorten und auch manche Fuchsienarten halten mehr aus und da sie heute bereits im März in den Bau- und Gartenmärkten angeboten werden, sind auch immer mehr Pflanzenfreunde bereit, eine frühe Auspflanzung zu riskieren. Der abendliche Blick auf die Wetterkarte hat dann einen ganz anderen Reiz und lässt bei entsprechender Ankündigung manchen aufspringen und rasch noch Plastikplanen über die gerade angelegte Pflanzung ziehen. Viele Geranien, Petunien und Impatiens sind heute Hybriden, also Kreuzungen zwischen den Arten, und kälteresistenter als ihre Eltern, doch das erkennt man erst nach dem persönlichen Frosttest vor der eigenen Haustür mit dann oft fatalen Folgen.

Vater der Pflanzennamen Carl von Linné

Bereits der Vater der Pflanzennamen Carl von Linné hatte bemerkt, dass Hybriden entstehen können. Für ihn waren Kreuzungen über Artgrenzen hinweg aber ein schwieriges Kapitel. Stand die Möglichkeit, Nachkommen aus verschiedenen Arten zu erzeugen doch in starkem Gegensatz zur biblischen Schöpfungsgeschichte, die einen einmaligen göttlichen Schöpfungsakt aller bekannten Tier- und Pflanzenarten beschreibt und offizielle Lehrmeinung der Kirche im 18. Jahrhundert war.

Unser Göttinger Vater der Botanik und Gründer des Botanischen Universitätsgartens Albrecht von Haller fürchtete als frommer Christ sogar um seinen Glauben, falls er sich mit der Variabilität in der Natur der Arten befassen müsste. Heute hat sich auch der Papst mit der Evolutionstheorie angefreundet, und für ihren genialen Erfinder Charles Darwin waren Hybride Indizien für die Veränderlichkeit der Organismen und somit Belege für seine umwälzenden Erkenntnisse zur Entstehung der Arten. Egal ob „echte“ Art oder Hybride, im Mai wird allerorts nach Kräften gepflanzt und gesät. Wer noch etwas Neues für das Beerenspalier sucht, der kann die neu im Handel erhältliche Brombeer-Hybride „Dorman Red“ einmal probieren. Sie ist eine Kreuzung der amerikanischen Brombeerart Rubus parviflora mit der Himbeere (Rubus idaeaus) und durchaus frosthart in Mittel-Europa. Sie soll weniger herb als die bereits lange erhältliche „Jostabeere“ (Kreuzung aus Johannis- und Stachelbeere) sein.

„Thomas Graham“ oder „Sea Foam“

Der harte Winter hat dieses Jahr zahlreiche Rosensorten geschädigt. So sind die über viele Jahre bewährten „Englischen Rosen“ wie „Thomas Graham“ oder „Sea Foam“ mancher Orts ganz erfroren. Die Lücken kann man jetzt noch mit wurzelnackter Ware und später auch noch mit Containerpflanzen füllen. Neuere, frostharte und schädlingsresistente Sorten mit ADR-Kennzeichnung findet man auf den Seiten der Deutschen Rosenneuheitenprüfung im Internet ( www.adr-rose.de). In jedem Fall muss eine Frühlingspflanzung bei Rosen und anderen Gehölzen mit einer guten Wasserversorgung einhergehen. Die oft wenig geschätzten Mairegen sind deshalb günstig.

Im Mai wird der Sommer vorbereitet und nach dem Abblühen der Frühlingsblumen werden Dahlien und andere Knollenpflanzen in den freien Platz auf den Beeten versenkt. Viel zu selten sieht man die weißen und rosaroten Becher-Malven (Lavatera trimestris), die man leicht aus Samen ziehen kann. Mai ist der Wonnemonat der Liebe, die Zeit des Muttertags und der Himmelfahrtsausflüge in die Natur. Blühende Pflanzen gehören jetzt einfach zum Leben dazu.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
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