Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Rosenblüten adeln Holzschuppen

Buch-Reihe „Das Gartenporträt“ Rosenblüten adeln Holzschuppen

Garten-Enthusiasten lassen sich gern entführen in die Welt der kunstvoll fotografierten Bildbände mit spektakulären Ansichten und perfekten Pflanzungen, die für immer auf dem Zenit ihrer Schönheit zu verharren scheinen. Aber meist werden dafür attraktive Teilaspekte unterschiedlichster Gärten und Orte zu einem „Ganzen“ verschmolzen, das so nicht existiert.

Voriger Artikel
Königin der Gärten blüht üppig
Nächster Artikel
Niemand kann asiatischen Schönheiten widerstehen

Lauschiges Plätzen: Der Garten der Holmerts hat davon einige zu bieten wie diesen Fachwerk-Pavillon.

Quelle: Barlo

Die Buch-Reihe „Das Gartenporträt“ verfolgt einen anderen Ansatz: Hier werden einzelne Gärten in ihrer Gesamtheit vorgestellt und in Bild und Text durch die Jahreszeiten begleitet. Der vierte Band dieser Reihe beschreibt einen außergewöhnlichen Garten, der so manchen Gartenliebhaber zu einem Ausflug ins schöne Werratal locken dürfte.

Das Buch „Ein Garten zum Wohnen“ widmet sich einem ganz besonderen Kleinod. Seit über 20 Jahren haben Siegrid und Klaus-Ulrich Helmert in Hoheneiche bei Eschwege nach und nach um das aus dem Jahr 1633 stammende liebevoll restaurierte denkmalgeschützte Fachwerkhaus herum ihren ganz persönlichen Erlebnisraum geschaffen.

Seit Jahren ist der durch viele Gartenbücher bekannte Grebensteiner Fotograf Nik Barlo junior von der einzigartigen Atmosphäre dieses 6000 Quadratmeter großen Ausnahmegartens fasziniert. Immer wieder zieht es ihn nach Hoheneiche. So wundert es nicht, dass es ihm ausgezeichnet gelungen ist, die Magie dieses Ortes mit seinen Fotos einzufangen. Die Textautorin Ursula Barth erklärt ausführlich Hintergrund und Entstehungsgeschichte dieses Gartens, der sich so gar nicht in eine der gängigen Kategorien „sortieren“ lässt.

Gartenhaus ist stilvoller Zeuge

Ist es ein Landschaftsgarten? Ein Rosen- oder ein Staudengarten? Von allem etwas, könnte die Antwort lauten. Ursula Barth beschreibt, wie hier behutsam und respektvoll Bestehendes bewahrt wurde, dass zum Beispiel malerische Obstbaum-Veteranen in die Gestaltung einbezogen wurden oder man in Ehren verwitterte alte Holzschuppen mit überbordenden Rosen zu adeln versteht. Der Charme des Geschichte gewordenen hat es den beiden Gartenenthusiasten ohnehin angetan – ein vom Hausherrn entworfenes und weitgehend auch selbst mit alten Baustoffen errichtetes Gartenhaus ist stilvoller Zeuge dieser Leidenschaft.

Unzählige Rambler-Rosen verwandeln den Garten zur Blütezeit in einen impressionistischen Rausch. Aber auch jenseits dieser Hoch-Zeit bietet der Garten eine Fülle von Inspiration. Viele Sitzplätze laden zum Verweilen, sind willkommene Möglichkeit, die Vielfalt der Perspektiven und verborgenen Winkel stiller Poesie auf sich wirken zu lassen. Hier haben zwei Menschen ihre Vision zunächst erspürt und dann entschlossen Stück für Stück umgesetzt, statt sich von Trends, professionellen Vorschlägen oder gar dem „mainstream“ leiten zu lassen.

Von Angelika Traub

Buch: Ein Garten zum Wohnen, Deutsche Verlagsanstalt (DVA) 2011 19,99 Euro.

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Umweltministerin Hendricks will den Glyphosat-Einsatz eindämmen – wie finden Sie das?