Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
„So richtig schön im Boden wühlen“

Blütenzauber im April „So richtig schön im Boden wühlen“

Sobald die Erde etwas abgetrocknet ist und der Aufenthalt im Freien mit steigender Sonne wieder angenehmer wird, lässt es sich so richtig schön im Boden wühlen. Wie hat man das vermisst in den nasskalten Wintermonaten: Den Griff in die duftende Gartenerde mit der Verheißung auf Wachstum und Blütenzauber!

Voriger Artikel
März: Für Gartenfreunde Ende des Winters
Nächster Artikel
Erste Ernten und Rückschnitt nach der Blüte

Wohltat nach nasskalten Wintertage: blütenreicher Garten im Frühjahr.

Quelle: Callauch

Und es gibt genug zu hacken, zu graben und zu jäten: Neben den wundervollen Frühlingsblühern sind natürlich auch Löwenzahn, Quecke und Kriech-Hahnenfuß zum Saisonstart zur Stelle. Der erste, müßig geplante Spaziergang verwandelt sich daher gleich in eine Krauterpartie, die mit schmutzigen Schuhen und ersten Rückenbeschwerden endet.

Unter den Johannisbeerbüschen hat sich Quecke ausgebreitet und sie will gründlich herausgezogen werden. Nicht ein Stückchen Rhizom darf im Boden bleiben, sonst breitet sie sich bald wieder siegesgewiss über den Kulturboden aus. Ranunculus repens, der Kriech-Hahnenfuß, besitzt schöne, goldgelbe Blüten und wächst gern an verdichteten, feuchten Stellen, doch im Erdbeerbeet haben wir ihn wegen seiner langen Ausläufer und seiner Konkurrenzkraft nicht so gern. Andere Frühlingsblüher unserer einheimischen Flora sind dagegen ein Geschenk für den Ziergarten. Das gelbe und das weiße Buschwindröschen (Anemone ranunculoides und A. nemorosa) fühlen sich im Halbschatten der Gehölze genauso wohl wie auf wenig gemähten Wiesenstücken und zwischen Tulpen. Lässt man sie gewähren, so werden es jedes Jahr mehr Exemplare, die kraftvoll im April erscheinen und bereits im Juni wieder verschwunden sind.

Beide stehen unter Naturschutz

Übrigens lohnt es sich, auch die blauen und weißen Sorten der verwandten Anemone blanda (Balkan-Windröschen) zu probieren, sie sind fast genauso langlebig wie die einheimischen Arten, sofern ihnen der Standort zusagt. Nur aus dem Handel und nie aus der Natur sollte man das verwandte Leberblümchen (Hepatica nobilis) und das Große Windröschen (Anemone silvestris) beziehen, denn beide stehen unter Naturschutz. Für den Steingarten empfehle ich Anemone narcissiflora, das Berghähnlein, eine vielblütige, große Anemone aus den Alpen, die ab Mai in kalkreichen, steinigen Substraten blüht.

Wenn ein Kirschbaum jedes Jahr bereits im Austrieb Spitzendürre und später Fruchtfäule zeigt, die typischen Symptome der Monilia, oder ein Apfel seit Jahren verfaulende Früchte am Ast entwickelt, dann sollte man sich ernsthaft Gedanken machen, diesem Trauerspiel ein Ende zu setzen und neue Sorten zu pflanzen. Bei erstem Befall kann man mit radikalem und frühem Schnitt vielleicht noch etwas bewirken, aber bei Fortdauer des Schadens bleibt nur der Austausch gegen resistentere Sorten. Bei der Sauerkirsche gedeihen etwa Morina, Safir und Heimanns Rubin besser auf unseren Kalkböden als die bekannte Schattenmorelle. Bei den Äpfeln lässt man sich am besten an einer Baumschule vor Ort beraten, welche Sorten sich bewährt haben.

Beetrosen niemals ganz winterhart

Nach den späten Frostnächten dieses Frühjahrs sehen unsere Rosen oft wie tot aus. Bevor man sie allerdings herausreißt, lohnt es sich noch etwas zu warten und zu schauen, ob nicht doch wieder ein Austrieb aus den unteren Augen hervorkommt. Die meisten Beetrosen sind dank ihrer asiatischen Abstammung niemals ganz winterhart, aber erholen sich oft unerwartet schnell. Ein Totalausfall kann aber auch die Chance auf einen Neubeginn sein. Es ist nicht verkehrt, alle paar Jahre die Beetrosen zu erneuern, denn Überalterung und Vergrasung lassen die Kultur oft unschön erscheinen. Außerdem kommen seit einigen Jahren verstärkt resistentere, mit dem ADR-Siegel ausgezeichnete Sorten auf den Markt, nach denen man sich erkundigen sollte.

Viel Gartenlust, Pflanzenvielfalt und Austausch mit Gesinnungsgenossen kann man im Frühling auf den überall stattfindenden Pflanzenbörsen und Gartenschauen erleben. Die Pflanzenbörse im Experimentellen Botanischen Garten bietet dazu die Möglichkeit, sich über die Aktivitäten des Botanischen Fördervereins zu informieren und ein Gespräch mit Experten zu führen.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

H&M will Filialen schließen und stattdessen stärker in den Online-Handel investieren. Was halten Sie davon?