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Spätsommer im Garten: Zeit der Früchte

Gutes Obstjahr Spätsommer im Garten: Zeit der Früchte

Heimgekehrt von einer Reise stellt sich der eigene Garten oft anders dar, als man ihn in Erinnerung hatte. Der Weg zum Kompostplatz ist durch wuchernde Rosentriebe nicht ohne Kratzer an Armen und Beinen zu passieren, die stehen gebliebenen Pflücksalate und Radieschen haben sich zu Blütenpflanzen verwandelt.

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Hübsche Spätsommer-Kombination: Dost und Herbstanemone. 

Quelle: Callauch

Die Geranien in den Pflanzkübeln haben Gesellschaft von allerlei Wolfsmilch- und Mieren-Arten bekommen. Allerdings gibt es auch schöne Überraschungen, etwa die Afrikanische Prachtlilie (Agapanthus), die nach einer Teilung im Vorjahr Ende Mai auf mehrere Staudenbeete verteilt wurde und jetzt in ihrem satten Himmelblau blüht. Im Topf bedarf es dazu reichlich Düngung und Wässerung, im Beet geht alles wie von selbst. Die Prachtlilie passt gut zu gelben Sonnenhüten und rotem Wasserdost, muss allerdings vor dem Frost wieder zur Überwinterung eingetopft werden.

Im Obstgarten ist unter der Last seiner Früchte ein großer Ast aus dem Pfirsichbaum herausgebrochen und muss abgesägt werden. Weder die Schnecken noch die Wespen zeigen dabei mal wieder „gesunden Menschenverstand“ und haben bereits möglichst viele der köstlichen Früchte angefressen, statt sich auf einige wenige zu beschränken. Sei‘s drum, sie wollen auch leben und es bleibt dieses Jahr genug übrig. Trotz wechselhafter Witterung ist es ein Obstjahr, denn Mirabellen, Pflaumen, Sauerkirschen, Birnen und Äpfel sind reichlich vorhanden.

Pfirsiche oder Nektarinen kultivieren

Mirabellen sind auf den schweren Göttinger Lehmböden besser als Pfirsiche oder Nektarinen zu kultivieren und werden frisch verzehrt oder zu Marmelade verarbeitet. Trotzdem möchte man Pfirsiche kaum missen, denn jeder frisch geerntete Pfirsich schmeckt besser als die grün gepflückten und lange herunter gekühlten Importfrüchte. Sofern man einen sonnigen, möglichst warmen und luftbewegten Platz von fünf bis sieben Metern Durchmesser hat, kann man eine robuste Sorte wie etwa „Benedikt“ probieren.

Auch sie bleibt von der Kräuselkrankheit nicht verschont, ist aber widerstandsfähig genug, um zu wachsen und Früchte zu bringen. Eine Mulchung der Baumscheibe während der warmen Jahreszeit, praktischerweise gleich mit sowieso anfallendem Rasenschnitt, trägt zur reichlichen Fruchtbildung genauso bei wie der Rückschnitt der Haupttriebe nach der Ernte auf etwa zwei Drittel Länge.

Ligusterhecken gehören zu den dekorativsten und gleichzeitig anspruchslosesten Grundstückseinfassungen, doch tun sich manchmal Dickmaul- und Fiederblattrüsselkäfer an ihnen gütlich. Auffällige Kerben in der Blattfläche sind die Folge des Fraßes und in diesem Sommer weit verbreitet. Normalerweise kein Grund zur Panik und leicht kann die Optik durch einen sowieso fälligen Spätsommer-Trimmschnitt wieder hergestellt werden. Bei starkem Befall oder bei einem Übergreifen der Schädlinge auf Flieder und Forsythien ist an eine biologische Bekämpfung durch Nematoden zu denken. Während der Schnitt von Hecken, insbesondere niedriger Buchsbaumeinfassungen, von Zwergsträuchern wie Ysop, Berg-Bohnenkraut und Lavendel kontinuierlich fortgesetzt wird, kann der Rasen jetzt etwas in Ruhe gelassen werden.

Erscheinen der Herbstzeitlosen

Dann hat man vielleicht die Chance, das Erscheinen der Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale und C. speciosum) zu beobachten, die bereits den Übergang zur nächsten Jahreszeit signalisieren. Mit ihnen erscheinen im Staudenbeet die Goldruten, die Japanischen Anemonen und die vielen Sonnenblumen, einjährige wie ausdauernde, die durch ihre Fülle kaum ein Unkraut durchlassen. Wenn man die Bepflanzung der Beete über Jahre hinweg zu einem dichten Schluss durch Prachtstauden im Spätsommer gelenkt hat, dann ist diese Jahreszeit weniger arbeitsintensiv und es bleibt Zeit für Muße, für das genussvolle Betrachten der eigenen Anstrengungen und dem was die Natur daraus gemacht hat. Eben Zeit für das Gartenglück.

Von Rolf Callauch

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