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Gartentipps Storchschnabel: So viele gartentaugliche Sorten
Mehr Familie Tipps Gartentipps Storchschnabel: So viele gartentaugliche Sorten
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00:18 15.05.2013
Flächige Pflanzung: Geranium magnificum  mit Frauenmänteln, Iris  und der hohen orangen Euphorbia griffithii (Himalaya-Wolfsmilch). Quelle: Traub
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Den Hausrotschwänzchen würde eigentlich ordentlich heiß werden, wenn, ja wenn man auf der Nutzung dieser Lichtquelle bestünde. Was selbstredend nicht geschieht. Diese Schlingel wissen das vermutlich. Drei Jahre geht das nämlich schon so.

Wie können sie jedes Mal so selbstbewusst davon ausgehen, die Schuppentür Tag und Nacht offen vorzufinden, und die Gärtnersleut’ sich bestenfalls dezent mit Taschenlampen nähern, wenn sie bei Dunkelheit einmal in ihrer Kinderstube herumfuhrwerken müssen? Tatsache ist: Das Arrangement klappt tadellos.

Soweit Familie Rotschwanz. Aber wir befinden uns hier in einer Gartenkolumne, da sollte es doch um Grünes gehen – und seit wann, bitte, wird im Pflanzenreich geschnäbelt? Die umfangreiche  Familie, um die es heute geht, tut das nachweislich immerhin seit dem 16. Jahrhundert.

Wir kennen mehr als 400 Arten, und damit ist sie die artenreichste Gattung der sogenannten Storchschnabelgewächse, also der Geraniaceae. Der deutsche Name leitet sich aus dem einem Storchenschnabel ähnlichen Fruchtstand ab.

Auf mehr trockene Fakten wollen wir heute verzichten, um sofort zu den Lobreden überzugehen. Storchschnäbel sind nämlich einfach wunderbar!

Einfach umwerfend

Kein Garten sollte oder muss auf sie verzichten. Es gibt fast keinen Standort, für den sich nicht eine geeignete Sorte fände. Zierliche, stattliche, laubduftende, Schatten oder Trockenheit ertragende, frühe, späte, sterile, sich üppig aussäende, gesittet wachsende, aber auch Ausbreitungswunder, die sogar Giersch besiegen, indem sie ihn sanft aber unerbittlich überwallen, bietet die schier unerschöpfliche Palette.

Schnecken nehmen Reißaus, und sogar Arvicola terrestris, dieses niederträchtige Geschöpf, besser bekannt als Wühl- oder Schermaus, wohl der meistgehasste Feind unter unseren Beeten, buddelt sich frustriert davon.

Flächig gepflanzt, wirken einige Sorten einfach umwerfend. Das bei uns wohl bekannteste Geranium, zu Recht trägt es den Namen „magnificum“, blüht zwar nur einmal für vier Wochen im Frühjahr, dann aber überschüttet es uns mit einem herrlichen, weithin leuchtenden blauen Blütenrausch.

Die verbesserte Auslese „Rosemoor“ blüht sogar ein wenig nach und bleibt die ganze Saison über standfest und kompakt, beider Herbstfärbung ist sensationell. Ein altbekannter Dauerblüher ist der genügsame, trockenheitsverträgliche Blutstorchenschnabel (Geranium sanguineum und seine Sorten).

Keine Spezialgärtnereien wie in England

Der Star unter den Dauerblühern aber ist seit ein paar Jahren wohl die spektakuläre „blaublütige“ Hybride „Rozanne“, sie blüht vom Mai bis zum Frost, liebt Sonne und bedeckt bei guter Wasserversorgung leicht einen Quadratmeter.

Geranium psilostemon bildet bis einen Meter hohe stattliche Horste mit fein geschlitztem Laub, seine tief magentaroten Blüten mit schwarzem Auge erfreuen über einen langen Zeitraum.

Endlos wäre die Reihe fortzusetzen. Wie schade, dass bei uns keine Spezialgärtnereien zu finden sind, die sich einer einzigen Pflanzenart widmen, wie es sie in England gibt. Tage könnte man zubringen in einer Geranium-Gärtnerei.

Hierzulande bleibt für neugierig gewordene Gartenfreunde immerhin der Trost, dass es ausgezeichnete, laiengeeignete und reich bebilderte Literatur zum Thema gibt. Viel Spaß beim „Weiterlesen“!

Von Angelika Traub

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.

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