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Trockene Tage für Pflanzarbeiten nutzen

Garten im November Trockene Tage für Pflanzarbeiten nutzen

Etwas wehmütig schaue ich ein letztes Mal unsere Sauerkirsche an, die uns 22 Jahre begleitet hat und zuverlässig mit sehr sauren Kirschen versorgte. Doch sie ist alt geworden, das Laub hat sie in den vergangenen Jahren immer früher verloren und sie stellte mit ihrer dürren Gestalt kein Schmuckstück mehr dar.

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Robuste, blütenreiche Beetrose: The Pilgrim. 

Quelle: Callauch

Die jedes Jahr weniger werdenden Kirschen hingen fast unerreichbar im hohen Kronenbereich, so dass die Ernte immer spärlicher ausfiel. Es ist Zeit für eine neue Sorte.

Mit der Motorsäge wird der Baum herabgesetzt, die starken Äste und der Stamm gleich auf Feuerholzlänge geschnitten und die feinen Äste durch den Häcksler geschickt. Damit können wir später noch Mulchen. Statt „Heimanns Rubin“ wird nun die neue Sorte „Achat“ für den Kirschkuchen sorgen. Während erstere eine typische, sehr saure Kirsche war, die man eigentlich nur verarbeiten konnte, soll die aus den berühmten Baumschulen von Pillnitz stammende Achat auch für den Frischverzehr geeignet sein und ebenfalls der gefürchteten Monilia-Krankheit trotzen. Wir lassen uns überraschen, Experimentieren gehört zum Gärtnern immer dazu.

An trockenen Tagen im November lassen sich gut Pflanzarbeiten ausführen. Auch für die Rosenpflanzung ist es eine gute Zeit, denn jetzt kann man wurzelnackte Ware verwenden, die günstiger ist als die ganzjährig zu pflanzenden, getopften Rosen. Ein altes Staudenbeet, in dem neben ein paar Rosen mehrere Geranium-, Staudensonnenblumen und Gilbweideriche im Übermaß wucherten, wird dazu umgestaltet. Zunächst werden die vorhandenen Pflanzen zurückgeschnitten, dann wird entschieden, was bleiben darf und wovon wir uns trennen wollen, schließlich wird aus- und umgegraben, so dass neue Freiflächen entstehen.

Auswahl bei Rosen besonders schwer

Die neuen Rosen sind Vertreter der Beetrosen wie die cremeweiße „Lions Rose“, die samtrote Edelrose „Porta Nigra“, die kleinstrauchige „Vogelpark Walsrode“ und die englischen Rosen „Gertrude Jekyll“ (reinrosa mit hellem Rand) und „The Pilgrim“ (gelb mit weißem Rand). Angesichts der ungeheuren Vielfalt fällt die Auswahl bei Rosen besonders schwer, aber die genannten Sorten sind alles keine Unbekannten für uns, sondern sie haben sich im Rosenquartier des Experimentellen Botanischen Garten in Göttingen bereits bestens bewährt.

Die Pflanzlöcher werden etwa 40 cm tief ausgeboben und dabei stoßen wir auf den tonigen Untergrund, der für die viele Bodenprofile der Göttinger Gegend typisch ist. Er muss aufgelockert werden, damit kein Topfeffekt mit schädlicher Staunässe entsteht, der das Wachstum behindert. Der steinig-tonige Aushub wird mit billiger Blumenerde oder gut gereiftem Kompost verbessert und kann dann beim Befüllen wieder verwendet werden.

Wer große Pflanzkübel im Garten stehen hat, kann diese Erde dazu verwenden, denn sie muss im nächsten Frühling für die neue Sommerbepflanzung sowieso ausgetauscht werden und taugt als Zuschlagstoff zur Bodenverbesserung im Rosenbeet allemal. Wenn dafür gesorgt ist, daß die knotige Veredelungsstelle der Rosen etwa fünf Zentimeter unter der Oberfläche zu liegen kommt, dann hat man die richtige Pflanztiefe erreicht. Auch im November werden frisch gepflanzte Rosen gründlich angegossen, besser regelrecht eingeschlämmt.

Nach der Pflanzung kann man in die Lücken zwischen den Rosen die Zwiebeln zahlreicher, niedriger Frühlingsblüher wie Traubenhyazinthen, Schneeglanz, Winterling, Krokusse oder Greigii-Tulpen versenken. Zum Abschluss wird die gesamte Oberfläche mit Mulch aus Kompost, dem gerade gewonnenen Häcksel der Sauerkirsche oder dem jetzt überall anfallenden Laub der Ziergehölze abgedeckt und es geht damit eine optisch ansprechende Beetanlage in den Winter, auf deren Frühlingserwachen man sich den Winter über freuen kann.

Von Rolf Callauch

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