Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Verblühte Blüten, Hecken und lange Triebe

Gartenrundgang mit Rosenschere Verblühte Blüten, Hecken und lange Triebe

Endlich ist es warm geworden in Deutschland. Die Pflanzen danken es mit einem gesunden Wachstum, die bleichen Kälteschäden verschwinden langsam unter dem üppigen Neutrieb. Dieser fällt oft so heftig aus, daß Schneiden jetzt zu den wichtigsten Gartenarbeiten geworden ist.

Voriger Artikel
„Oh, wer um alle Rosen wüsste…“
Nächster Artikel
Ruhige Gartentage im Spätsommer

In Kombination ein Glanzlicht der Gartengestaltung: Globemaster unter Stammrosen.

Quelle: Callauch

Das kann man ganz locker angehen, wenn man beim abendlichen Gartenrundgang die Rosenschere dabei hat und die verblühten Rosen bis zum ersten „richtigen“, das heißt gut entwickelten Blatt abschneidet. Sie danken es mit gepflegtem Aussehen und neuer Blütenbildung.

Ganz andere Anstrengungen sind dagegen für manche hohe Hecke erforderlich, die jetzt ebenfalls zurückgeschnitten werden muß. Am besten sind elektrische Heckenscheren mit langem Schwert geeignet, um Hainbuchen-, Liguster- und Koniferenhecken in Form zu bringen. Alte Hecken sollten alle paar Jahre stärker zurückgenommen werden, um einer Überalterung und einem Riesenwuchs vorzubeugen. Das gilt etwa für Eibenhecken, die man immer auf die gewünschte Länge reduzieren kann. Für solche Schwerstarbeit gibt es benzinmotorgetriebene Heckenscheren, die bis fingerdicke Äste durchschneiden können. Stets sollte die Hecke im Ergebnis oben etwas breiter als an der Basis sein, um einen Lichteinfall bis unten zu gewährleisten.

Wasserbedarf neugesetzter Pflanzen steigt

Mit den zunehmenden Temperaturen steigt der Wasserbedarf neugesetzter Pflanzen und natürlich aller Pflanzkübel. Hat man etwa erfrorene Rosen im Frühling ersetzt, so tut man gut daran, die neuen Gartengenossen mit einem gelegentlichen, frischen Guss zu versorgen. Am besten ist immer abgestandenes Wasser aus der Regentonne, doch auch kaltes Leitungswasser ist besser als gar keines. Manche Pflanzen reagieren empfindlich auf die Benetzung der Blätter, etwa Tomaten, die bei stetem Nasswerden früher als normal die Tomatenfäule entwickeln, so dass man generell an die Stängelbasis gießt, ohne die Pflanze direkt zu benässen. Besonders Pflanzkübel und Balkonkästen sind auf tägliches Gießen und wöchentliche Düngergaben, am besten als Flüssigdünger im Gießwasser, angewiesen. Auch bei ihnen fördert ein leichter Schnitt und die Beseitigung von verwelkten Blüten den Blütenansatz und das schöne Aussehen.

Die Wärme sorgt für stärkeren Algenwuchs im Gartenteich, der aber immer dann leicht mit etwas Abfischen und einer Wasserbewegung durch kleine Sprudler oder Fontänen in den Griff zu bekommen ist, wenn die Grundvoraussetzungen für einen gesunden Teich gegeben sind. Dazu gehört eine Mindestgröße und Tiefe, um einer übermäßigen Erwärmung vorzubeugen, der Verzicht auf einen hohen Fischbestand mit Düngewirkung und eine Schwimmblatt- und Ufervegetation, die dem Wasser durch ihr Wachstum laufend Nährstoffe entzieht.

Schön blühend und empfehlenswert sind alle Sumpfschwertlilien, egal ob blau oder gelb, Ästiger Gilbweiderich und das einmalig blaue nordamerikanische Hechtkraut. Nur im Kübel sollten dagegen alle Röhrichte wie Schilf, Wasserschachtelhalm, Rohrkolben und Froschlöffel verwendet werden, denn sonst wird man ihnen auch wenigen Jahren nicht mehr Herr. Auch Seerosen nur in ausbruchssicheren Körben oder Plastikgefäßen auf dem Teichgrund installieren, sonst ist auch ein größerer Gartenteich in wenigen Jahren eine langweilige Schwimmblattfläche.

„Aber diese Arbeit!“

Angesichts der Größe und Beetvielfalt unseres Hausgartens entfährt so manchem Besucher beim ersten Betreten der Ausruf „Aber diese Arbeit!“ Doch gut geplante und dicht bewachsene Beete machen meist weniger Arbeit als ein grüner Zierrasen, der eine dauernde Mahd nach sich zieht. Gilb- und Entenschnabel-Weiderich, Staudensonnenblumen, Rittersporn und Eisenhut sind langlebige, üppige Stauden, deren raumgreifender Wuchs kaum konkurrierenden Unkraut arten Platz lässt und die doch so spät erscheinen, dass eine vorausgehende Frühlingsblüte von Tulpen und Osterglocken möglich ist. Besonders gelungen sind moderne Kombinationen von großkopfigen Kugellauchsorten über bodendecken Stauden, Sommerblumen und in Kombination mit Rosen.

Weiße englische Rosen wie Winchester Cathedral, Stammrosen wie Bonica und Edelrosen wie Lions Rose erzeugen in Kombination mit dem blauen Kugellauch „Globemaster“ Höhepunkte der sommerlichen Beetgestaltung und bleiben doch pflegeleicht. Da bleibt dann noch Zeit für die Muße im Gartenstuhl, den Besuch im Nachbargarten oder den Ausflug zu den ebenfalls blühenden Orchideenrasen unserer schönen Göttinger Umgebung.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.
Voriger Artikel
Nächster Artikel

Laut Landesregierung muss die Polizei Laternen- und andere Umzüge nicht schützen. Die Beteiligten könnten das selbst tun. Wie finden Sie das?