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Zauberhafte Vegetationsbilder mit Mohn

Garten im Juni Zauberhafte Vegetationsbilder mit Mohn

Wenn die Rückschläge durch die Eisheiligen und die Schafskälte überwunden sind, gibt es kaum noch ein Halten für das Wachstum im Garten. Innerhalb weniger Tage erheben sich die Hochstauden, sprießen die Hecken ungeordnet in alle Richtungen und treiben die letzten Bäume aus.

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Orientalischer Mohn: Die dichtwachsende Staude hält Unkraut fern.

Quelle: Callauch

Leider wächst auch das Unkraut genauso schnell mit, oft sogar schneller! Auch wenn es so mancher bequeme Gartenfreund (Gärtnern für Faule ist mehr als ein Buch!) nicht gern hören mag, Hacken und Jäten gehören zum Gartenglück genauso dazu wie Pflanzen und G(en)ießen.

Manche Wildpflanzen lassen sich allerdings lange tolerieren und mit konkurrenzkräftigen Zierstauden im Zaum halten, ohne dass man gleich große Gegenmaßnahmen ergreifen muss. So sind Vogelmieren und die einjährigen Ährenpreise zwar lästig, lassen sich aber in den Staudenbeeten tolerieren, denn während sie am Boden wachsen, überragen die hohen Zierstauden sie allemal. Ein anderes Thema ist der Giersch, denn er verdrängt die gewünschten Zierpflanzen und breitet sich flächendeckend aus.

Hier sollte man von Anfang an energisch gegensteuern, sonst sind bald weite Bereiche der Zierbeete unter Giersch verschwunden. Wenn man ihn ein paar Jahre gewähren lässt, so ist es zu spät für normales Jäten, dann hilft nur die Umwandlung des Beets in einen Rasen oder der Einsatz moderner Herbizide, die ihm den Garaus machen. Man sollte möglichst solche auf Fettsäurebasis verwenden, die etwa Pelargonin (aus einer Duft-Geranie) enthalten, ein Pflanzenwirkstoff ist, der auch natürlich wieder abgebaut werden kann.

Vergrasung von Beeten im Rosenquartier

Ein weiteres Problem, welches sich gleichsam einschleicht, ist die Vergrasung von Beeten im Rosenquartier oder im Steingarten. Besonders Quecke und Gemeines Rispengras können sich dank ihrer Ausläufer von Jahr zu Jahr zunehmend ausbreiten und sind kaum mit chemischen Mitteln zu bekämpfen. Hier hilft wirklich nur das regelmäßige und frühzeitige Jäten mit der schmalen Hacke und der Hand, so unbeliebt solche Arbeiten auch sind. Langfristig am wenigsten Arbeit wird man mit Beeten haben, die dichte und deckende Stauden beherbergen, zwischen denen kaum noch Unkraut hochkommen kann. In unserem Garten haben sich im Halbschatten der Hausnordseite und unter Zierkirschen Rodgersien, Funkien, Pfingstrosen in allen Arten und Orientalischer Salomonssiegel bewährt. Sie sind eine Freude zum Hinschauen und halten dauerhaft den Platz gegen Eindringlinge besetzt. Lediglich die Zaunwinde kann sich durch ihr dichtes Blätterdach einen Weg bahnen und muss ein- bis zweimal im Sommer gezogen werden.

In Sonnenbeeten können Staudensonnenblumen (Helianthus microcephalus und H. rigidus), Storchschnäbel (Geranium macrorrhizum und G. x magnificum), orientalischer Mohn (Papaver orientale), Wasserdost (Eupatorium purpureum) und Japan-Anemone (Anemone hupehensis) eine ähnliche Funktion erfüllen.

Einjährige Zierkräuter wie Verbenen

Alternativ hilft die Umwandlung eines Staudenbeets in ein einjähriges Sommerblumenbeet. Gleich nach den Eisheiligen wird der Boden umgebrochen und man sät einjährige Zierkräuter wie Jungfer im Grünen, Verbenen, Tagetes oder gleich „Sommerblumenmischungen“ aus fertiger Produktion ein. Wer einmal Kalifornischen Mohn (Eschscholtzia californica) im Sommerblumenbeet hatte, möchte ihn nicht mehr missen und das gleiche gilt für den zitronengelben Wald-Scheinmohn (Meconopsis cambrica), der zauberhafte Vegetationsbilder im Schatten zaubert und sich gern in Kies- und Pflasterwegen vermehrt.

Mit der Zeit wird sich die eine oder andere Art von selbst jedes Jahr zurückmelden und auch in anderen Beeten auftauche. Ein durchaus gewünschter Erfolg, denn diese Arten werden nie zur Plage. Sogar Rosen können willkommene Bereicherungen sein, wenn sie sich wie viele der „alten Rosen“ über Wurzelausläufer vermehren und meterweit von der Mutterpflanzen auftauchen. Davon sind moderne Rosen weit entfernt, allerdings können sie leicht über Stecklinge vermehrt werden.

Von Rolf Callauch

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