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Gartentipps Zeit von Winterling und Krokus
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22:19 05.04.2013
Sonnenschein sorgt für viele gelb strahlende Winterlinge: Die Vorfrühlingsblüher kündigen das Ende des Winters an. Quelle: Callauch
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Auch in diesem Jahr ist es wieder der Dreiklang aus gelben Winterlingen, weißen Schneeglöckchen und blauen Krokussen, der pünktlich zum Monatsbeginn das Ende des Winters ankündigt. Bei richtiger Behandlung werden diese drei Vorfrühlingsblüher jedes Jahr mehr im Garten. Winterlinge verbreiten sich gut durch Samen, ebenso Schneeglöckchen, deren Samenmantel für Ameisen attraktiv ist und ihnen sogar Schwimmfähigkeit verleiht, wodurch ihre willige Ausbreitung in Auen erklärt werden kann.

Ameisen verschleppen auch die Samen der Krokusse, die außerdem ihre Knollen von Wühlmäusen verbreiten lassen. Allzu viele der lästigen Nager bedeuten aber oft auch das Ende eines Krokusbestands. Es kommt eben immer auf das ökologische Gleichgewicht an und in Zeiten zunehmender Monokulturen in der freien Landschaft gewinnt die Bedeutung der Gärten als Zentren der Artenvielfalt und Rückzugsort für Wildtiere und Pflanzen eine immer größere Bedeutung.Äcker und Wiesen haben in den vergangenen Jahren immer mehr Artenvielfalt verloren und wie jüngste Untersuchungen an der Universität Göttingen gezeigt haben, können auch die Kulturbienen die Bestäubungsarbeit der Wildbienen nicht ausreichend ersetzen.

Larven in den Halmen

Die artenreichen Ackerraine früherer Zeiten mit Möhren, Pastinak, Schafgarbe, Ferkelkraut und Zichorie sind durch artenarme Grasstreifen ersetzt oder ganz untergepflügt worden. Für Schmetterlinge damit völlig uninteressant und zum Überwintern vieler Insekten auch nicht mehr geeignet.Zu leiden haben unter dem Artenschwund auch die Vögel, denn sie müssen zu oft auf die überwinternden Larven in den Halmen von Korb- und Doldenblütlern verzichten, weil diese verschwunden sind. Forderungen nach einer Ganzjahresfütterung im Hausgarten sind deshalb durchaus berechtigt, gerade wenn man sein Grundstück in ausgeräumten Agrarlandschaften hat.Jetzt zu Saisonbeginn ist eine gute Gelegenheit die Förderung der Artenvielfalt in seinem Garten in die Vorbereitung des Gartenjahrs einzubeziehen. Unter den Gehölzen sind es besonders die beiden Sommerflieder (Buddleja davidii und B. alternifolia), die den Schmetterlingen, aber auch anderen saugenden Insekten eine sichere Nahrungsquelle bieten und dem Menschen ein optisches Vergnügen dazu. Sie lieben sonnige Standorte und passen gut zu Rosen.

Zier- und Nutzpflanzen

Ein ständiger Rückschnitt verdorrter und zurückgefrorener Triebe erhält sie jahrelang jung und fördert den Blütenansatz.Als biologisch besonders wertvolle Arten kann man Dill, Wasserdost und Entenschnabel-Felberich in die Beete säen oder pflanzen, denn ebenso wie die jetzt blühenden Krokusse sind sie ein Magnet für allerlei Insekten und damit ein Garant für eine zufriedene Vogelwelt. Auch Liebstöckel, Salbei, Thymian, Lavendel, Bohnenkraut und die rote Spornblume sind Insektenhotels und darüber hinaus Zier- und Nutzpflanzen für den Menschen. Auch wenn man im Zweifel eher mehr Obstbäume als Koniferen pflanzen sollte, so sind einige immergrüne Gehölze wie Eiben, Lorbeerkirschen und Säulenkoniferen aus gestalterischen, aber auch aus ökologischen Gründen nicht verkehrt für den Garten.

Ihre dichte Belaubung bildet ganzjährig einen sicheren Nistplatz für Vögel und schützt sie vor schlechtem Wetter.Einen Teil des Rasens extensiv als Wiese zu pflegen und Blüten zuzulassen, ein Teil des Fallobstes einfach liegen lassen, damit sich daran Schmetterlinge wie Admiral und Pfauenauge laben können, Kletterpflanzen an Pylonen und Gartenlauben setzen und für Steinhaufen und Gewässer im Garten sorgen sind weitere, einfache Maßnahmen, um die Artenvielfalt zu erhöhen. Dann werden uns Schmetterlinge, Singvögel, Bienen, Hummeln und Lurche im Garten erhalten bleiben.

Von Rolf Callauch

Alle Folgen der Tageblatt-Gartenserie finden Sie hier.

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