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Ratgeber Iliosakralgelenk
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11:37 05.09.2018

„Zwar ist das ISG kein klassisches Kugelgelenk wie beispielsweise an Schulter oder Knie, sondern eher ein flacher Gelenkspalt, es weist aber dennoch einen geringen Bewegungsspielraum von wenigen Grad auf. Dies liegt vor allem an der straffen Gelenkkapsel sowie dem festen Bandapparat“, erklärt Priv. Doz. Dr. Christian Kammerlander, stellvertretender Direktor aus dem Klinikum der Universität München. Als Pufferzone hält die gelenkartige Verbindung täglich hohen Belastungen stand.

Sensible Schnittstelle aus der Spur

Beim Joggen oder bei Ballsportarten, die laufintensiv sind, wirken durch das Auftreten enorme Kräfte. Dabei fungiert das ISG als eine Art Stoßdämpfer, indem es die eintreffenden Kräfte abfedert und an die Wirbelsäule weiterleitet. Zusätzlich haben Muskeln und Bandstrukturen die beiden Gelenkplatten im Becken fest im Griff. Jedoch bringt ein unachtsamer Tritt ins Leere, ein Sturz auf das Gesäß oder eine ruckartige Drehbewegung während des Laufens das sensible Konstrukt aus dem Gleichgewicht und Gelenkflächen verschieben sich schmerzhaft. Mediziner sprechen dann von einer ISG-Blockade. Neben den äußeren Einflüssen tragen dauerhafte Haltungsprobleme, Fußfehlstellungen oder ein undynamisches Sitzverhalten zu einer Blockade bei. „Je nach Intensität der Schmerzen sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, vor allem wenn die Beschwerden nicht von selbst wieder verschwinden. Eine langfristige Schonhaltung verschlimmert den Zustand zunehmend“, warnt der Facharzt Dr. Simon Weidert.

Beschwerdebilder richtig deuten

Leider weisen ISG-Blockaden ähnliche Symptome auf wie ein Bandscheibenvorfall: einseitige, tiefsitzende Schmerzen im unteren Rücken, die teilweise bis in beide Beine ausstrahlen, sowie plötzlich auftretende Druckbeschwerden im Gesäß beim Beugen oder Drehen des Oberkörpers. In jedem fünften Fall leiten Ärzte daher Therapien ein, die auf eine Behandlung der Bandscheiben abzielen – mit teilweise fatalen Folgen. „Bei einem Verdacht sollten ISG-spezifische Tests durchgeführt werden, wie beispielsweise der Kompressionstest“, weiß Priv. Doz. Kammerlander. Dabei befindet sich der Patient in Seitenlage und der Experte übt mit beiden Händen leichten Druck auf das Becken aus. Bei Schmerzen lässt das auf eine ISG-Blockade schließen. Zur Sicherung der Diagnose kommen jedoch weitere Tests zum Einsatz. Zu guter Letzt sorgt eine Schmerzmittelinjektion in das betroffene Gelenk für Klarheit.

Wieder fest im Griff

Halfen Bewegungs- und Physiotherapie, Wärmeanwendungen oder Injektionstherapien sowie eine Verödung der Nerven nicht weiter, griffen Mediziner lange Zeit zu starren Schraubsystemen. Heutzutage profitieren Patienten jedoch von einem neuartigen Implantatsystem, den sogenannten iFuse-Implantaten. Dabei stabilisieren kleine dreieckige Titanimplantate das ISG und verwachsen aufgrund ihrer porösen Oberflächenstruktur schonend mit dem umliegenden Gewebe. Innerhalb weniger Wochen kehren Patienten schmerzfrei in ihren gewohnten Alltag zurück. Krankenkassen übernehmen die Kosten der Behandlungsmethode vollumfänglich. r

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