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Ratgeber Skoliose oft lange unerkannt
Mehr Gesundheit Ratgeber Skoliose oft lange unerkannt
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08:00 03.01.2018

Die Ursache der Skoliose ist in 90 Prozent der Fälle unklar, nur selten sind Beinlängenunterschiede, Muskelerkrankungen oder Nervenschädigungen verantwortlich. Da Skoliosen anfangs keine Beschwerden machen, bleiben sie oft lange unerkannt. Eine Früherkennung ist bei Skoliose immens wichtig, da im Anfangsstadium mit Physiotherapie sehr gute Heilungschancen bestehen. Bei einer fortgeschrittenen Skoliose kann neben Physiotherapie eine Korsettbehandlung erforderlich werden.

Eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule mit Drehung der betroffenen Wirbelkörper kann an verschiedenen Stellen auftreten. Zu erkennen ist die Skoliose an einigen Symptomen: unterschiedlich hohe Schultern, unterschiedliche Taillendreiecke, ein Beckenkamm ist höher und steht hervor. Oft tritt oben am Rücken ein Buckel und am unteren Teil der Wirbelsäule ein Lendenwulst auf. Vor allem in starken Wachstumsphasen vom 10. bis 14. Lebensjahr kann es innerhalb weniger Wochen eine massive Verschlechterung geben.

Die Skoliose-Therapie richtet sich immer nach Schweregrad und Zeitpunkt des Auftretens. So soll alleinige Physiotherapie meist bei Skoliosen sinnvoll sein, die eine Krümmung von 20 bis 25 Grad aufweisen. Bei sehr starker Krümmung ist gegebenenfalls eine Operation nötig. Häufig kann aber auch ein modernes Korsetts helfen. Dank millimetergenauer, dreidimensionaler Messdaten des Rückenprofils wird die genaue Rotationsfehlstellung der Wirbelsäule erkennbar, was für eine exakte Anpassung sorgt.

Ziel der Physiotherapie ist es, die Wirbelsäulenstellung und Muskelaktivität zu verbessern, zum Beispiel durch Dehn- und Kräftigungsübungen der Rückenmuskulatur, ein Beweglichkeitstraining der Wirbelsäule, Haltungsschulungen und gezielte Atemtherapie. So gibt es zum beispiel eine dreidimensionale Skoliose-Therapie. Dies ist ein spezielles Therapieverfahren, das ein- bis zweimal wöchentlich eingesetzt wird. Durch mechanische Gegendrehung der Wirbelsäule wird die Haltung korrigiert und das Atemvolumen vergrößert. Dies kann zum Beispiel durch eine spezielle Dreh-Winkel-Atmung oder auch durch Hangübungen an der Sprossenwand erfolgen. Zusätzlich müssen Betroffene zuhause täglich rund 15 Minuten Übungen durchführen. Die Eigeninitiative der Betroffenen ist für den Heilungserfolg immens wichtig. Skoliose-Patienten sind häufig haltungsschwach. Physiotherapie hilft, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln und regt an, alte Bewegungsmuster abzugewöhnen und durch neue zu ersetzen.

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