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Der Norden Bahnen fahren pünktlicher – fallen aber häufiger aus
Nachrichten Der Norden Bahnen fahren pünktlicher – fallen aber häufiger aus
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08:16 02.04.2018
Herbststürme und Baustellen haben die Zahl der Zugausfälle in Niedersachsen im vergangenen Jahr kräftig ansteigen lassen und die Geduld der Reisenden auf die Probe gestellt. Quelle: Kateryna Kostyrko (Symbolbild)
Hannover

 Herbststürme und Baustellen haben die Zahl der Zugausfälle in Niedersachsen im vergangenen Jahr kräftig ansteigen lassen und die Geduld der Reisenden auf die Probe gestellt. Rund 2,6 Prozent aller planmäßigen Regionalzüge zwischen Harz und Nordsee fielen 2017 aus, teilte die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) auf dpa-Anfrage in Hannover mit. Zusammengerechnet ergab dies 1.134.000 Zugkilometer, rund 288.000 Kilometer mehr als im Vorjahr. Leicht um 0,5 Prozent verbessert hat sich hingegen die Pünktlichkeit der Regionalbahnen, die auf 92,2 Prozent stieg. Für verspätete und ausgefallene Züge kürzt die LNVG den Bahnunternehmen ihre Zuschüsse für 2017 um rund 5,5 Millionen Euro.

Die Regionalbahn-Unternehmen bemühten sich sehr um mehr Pünktlichkeit und Qualität, hätten auf technische Probleme an den Strecken, Unwetter und verspätete Fernzüge, die den Fahrplan durcheinander brächten, oft keinen Einfluss, sagte LNVG-Chefin Carmen Schwabl. Eine Herausforderung bleibe der Fachkräftemangel. Die Unternehmen suchten händeringend nach Lokführern und bildeten inzwischen vermehrt selbst aus. Der Ausfall von Zügen wegen erkrankter oder fehlender Lokführer halbierte sich 2017 aber um mehr als die Hälfte auf 44.000 Kilometer. 

Am zuverlässigsten aus Sicht der Pendler präsentierten sich 2017 die Zugverbindungen in Südost-Niedersachsen. Im Dreieck BraunschweigSalzgitterGöttingen erzielte DB Regio AG mit einer Pünktlichkeit von 96,5 Prozent erneut den Spitzenrang, dicht gefolgt von den evb-Zügen, die auf den Strecken CuxhavenBremerhaven und BuxtehudeBremerhaven zu 96,4 Prozent pünktlich unterwegs waren. Auf Rang drei fuhren die Westfalenbahn-Züge zwischen Rheine/Bielefeld, Hannover und Braunschweig mit 94,4 Prozent Pünktlichkeit. Alle drei Bahnen verbesserten sich gegenüber 2016 und übertrafen die mit der LNVG vertraglich vereinbarte Pünktlichkeit

Anders stellte sich die Situation für Pendler zwischen Uelzen, Hannover und Göttingen dar, wo der Metronom sich mit dem IC und ICE die Gleise teilen muss und technische Störungen an den Zügen für Probleme sorgten. Dadurch betrug die Pünktlichkeit nur 89,1 Prozent. Wegen technischer Störungen an Bahnübergängen, Weichen und Signalen und auch wegen der Herbststürme sank die Pünktlichkeit der erixx-Züge von Hannover nach Buchholz und von Bremen nach Uelzen auf 88,5 Prozent. 

Sorgen bereiten der LNVG weiterhin die Regional-Express-Züge OsnabrückBremenBremerhaven und HannoverBremenNorddeich, die nur zu 86,8 Prozent pünktlich fuhren. Grund für die „rote Laterne“ bei der Pünktlichkeit waren IC- und ICE-Züge, die bei einer Verspätung den Regionalzügen in die Quere kommen. Hinzu kamen Baustellen, Herbststürme und Züge, die mit schwächer motorisierten Lokomotiven auf die Reise geschickt wurden. 

Die Sturmtiefs „Sebastian“, „Xavier“ und „Herwarth“ hätten zu einem massiven Anstieg der Zugausfälle geführt, so Schwabl. Auch die dringend nötige Sanierung des Schienennetzes mit Baustellen und Ersatzbussen führte zu mehr Zugstreichen als vorher. Damit der Verkehr künftig verlässlicher läuft, investierte die Bahn in Niedersachsen und Bremen 2017 die Rekordsumme von 470 Millionen Euro in neue Gleise, Weichen, Stellwerke und Lärmschutzwände. Dieses Jahr wird mit 490 Millionen Euro in beiden Bundesländern abermals mehr Geld investiert, was während der Bauarbeiten zu Beeinträchtigungen und auch Streckensperrungen führt.

Von dpa

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