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Der Norden Das Emsland ist Norddeutschlands erstes Zecken-Risikogebiet
Nachrichten Der Norden Das Emsland ist Norddeutschlands erstes Zecken-Risikogebiet
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17:08 14.02.2019
Das Emsland ist jetzt Zecken-Risikogebiet. Quelle: dpa
Hannover

Das Robert Koch-Institut hat die Risikogebiete 2019 für die durch Zecken übertragene FSME-Erkrankung (Frühsommer-Meningoenzephalitis) in Deutschland bekannt gegeben. Das Emsland ist als erster Landkreis in Norddeutschland als Risikogebiet für Krankheiten durch Zeckenstiche ausgewiesen worden. Auch wenn dort deutlich weniger Menschen an der Infektionskrankheit FSME erkrankten als im Süden, rät das niedersächsische Landesgesundheitsamt, sich impfen zu lassen. Besonders betroffen sei die Region Lingen, sagte die Amtsärztin des Landkreises, Johanna Sievering. Das hauptsächlich durch Zecken übertragene FSME-Virus kann Hirnhautentzündung und bleibende Lähmungen verursachen.

Nur Impfung bietet vollen Schutz

„Die Impfung ist wichtig. Sie verleiht einen guten Schutz“, betonte der Präsident des Gesundheitsamts, Matthias Pulz, am Donnerstag. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte man seinen Körper auf die Blutsauger untersuchen. Da Zecken das FSME-Virus aber sehr schnell auf den Menschen übertragen, biete nur eine Impfung den vollen Schutz. Zusätzlich könne man sich mit Insektenspray und langer, heller Kleidung, auf der Zecken gut zu sehen sind, schützen, sagte der Virologe Masyar Monazahian.

Drei Impfungen sind bis zum vollen Impfschutz nötig. Daher sei jetzt die richtige Zeit für die Impfung, um zum Beginn der Zeckenzeit im Frühjahr geschützt zu sein. Für Menschen, die in Risikogebieten in Deutschland wohnen oder dorthin reisen, werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen.

Eine Impfpflicht besteht nicht - doch gerade ältere Menschen, bei denen die Krankheit oft dramatischer verläuft als bei Kindern und jungen Leuten, rät Pulz dazu. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung Menschen, die in den gekennzeichneten Regionen mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Außerhalb des Risikogebiets ist eine Infektion mit dem FSME-Virus laut Landesgesundheitsamt sehr unwahrscheinlich, aber nicht völlig auszuschließen.

Schwerwiegende Entzündung in 20 bis 30 Prozent der Fälle

Die FSME-Erkrankung verläuft nach Angaben der Amtsärztin Sievering bei einem großen Teil der Infizierten und besonders bei Kindern ähnlich wie eine Sommergrippe. In 20 bis 30 Prozent der Fälle könnte es aber zu einer Entzündung der Hirnhäute, des Gehirns oder des Rückenmarks kommen, so das Landesgesundheitsamt.

Das Emsland ist das nördlichste der 161 in Deutschland ausgewiesenen Risikogebiete, deren Zahl sich in den letzten 20 Jahren fast verdreifacht hat. Insgesamt wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 583 FSME-Fälle gemeldet. „Die höchste Zahl, die wir je hatten“, so Pulz. In Niedersachsen waren es acht Erkrankte, vier davon im Risikogebiet Emsland. Die meisten Risikogebiete liegen in den südlichen und südöstlichen Bundesländern.

Von RND/dpa