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Der Norden Firma vermittelt Flüchtlinge
Nachrichten Der Norden Firma vermittelt Flüchtlinge
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15:13 11.09.2018
Eine neue Perspektive: Mahmoud Alsaho (r.) hat eine Stelle gefunden – dank Yan Kevin Schlegel und Edelgard Wollny vom Zeitarbeitsunternehmen Wollny Personal. Quelle: Frank Wilde
Stöcken

Für Mahmoud Alsaho hat sich ein Traum erfüllt. „Von Anfang an wollte ich in Deutschland Arbeit finden“, sagt der 33-Jährige. Vor zweieinhalb Jahren kam er aus dem kriegsgebeutelten Syrien hierher, inzwischen lebt er mit seiner Frau und den beiden Kindern in einer Wohnung in Stöcken. Und jetzt hat der gelernte Fräser tatsächlich eine Stelle als Facharbeiter bekommen. „Die Drehbank, an der ich arbeiten werde, ist so ähnlich wie eine Maschine, die ich aus Syrien schon kenne“, sagt er zufrieden.

Dass er jetzt in Lohn und Brot steht, verdankt er dem Zeitarbeitsunternehmen Wollny Personal. Die Firma in der Schillerstraße hat ausgesprochen gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht: „Schweißer, Elektriker, Tischler – aktuell sind rund 30 Prozent unserer vermittelten Arbeitskräfte im gewerblichen Bereich Flüchtlinge“, sagt Inhaberin Edelgard Wollny.

Sie plädiert eindringlich dafür, das Potenzial der Geflüchteten stärker zu nutzen. „Fachkräfte sind auf dem deutschen Arbeitsmarkt derzeit rar gesät“, sagt sie. Flüchtlinge könnten helfen, die Lücken zu schließen: „Schließlich haben sie auch in Syrien oder im Irak in ihren Berufen gearbeitet – teils unter schwierigen Bedingungen, die besondere Kreativität und Vielseitigkeit erfordern.“

„Alle wollen arbeiten“

Zudem seien die Betroffenen oft hoch motiviert: „Alle, die ich kennen gelernt habe, wollen unbedingt arbeiten“, sagt Wollny. „In ihren Herkunftsländern gilt es oft als Ehrensache, selbst Geld zu verdienen und für die Familie zu sorgen.“ Das bringt teils sogar Probleme ganz eigener Art mit sich. Um einen Job zu bekommen, behaupteten viele Flüchtlinge, Berufe zu beherrschen, für die sie kaum qualifiziert sind: „Wir machen mit ihnen daher eine Handfertigkeitsprüfung, um herauszufinden, ob jemand beispielsweise als Schweißer wirklich geeignet ist“, sagt Yann Kevin Schlegel, Personaldisponent bei Wollny.

Um die Flüchtlinge bei schwierigen Behördengängen zu unterstützen, hat das Zeitarbeitsunternehmen zwei jesidische Mitarbeiter, die Arabisch und Kurdisch sprechen. Neben der Sprachbarriere ist die Anerkennung ausländischer Abschlüsse ein immer wiederkehrendes Thema. „Leider sind die Ämter nicht immer kooperativ, manche machen es Flüchtlingen ausgesprochen schwer, in Lohn und Brot zu kommen“, sagt Wollny.

Mahmoud Alsaho indessen ist glücklich über seine neue Stelle. Der Job ist für ihn ein großer Schritt beim sozialen Aufstieg und bei der Integration: „Mein kleiner Sohn hat mich kürzlich gefragt, warum wir kein Auto haben“, erzählt er. „Jetzt kann ich ihm sagen, dass auch wir uns vielleicht einmal einen eigenen Wagen kaufen können.“

Von Simon Benne

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