Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Der Norden Lehrer wollen nicht aufs Land
Nachrichten Der Norden Lehrer wollen nicht aufs Land
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 27.06.2018
Lehrer gerade für Grund- und Oberschulen bleiben in Niedersachsen Mangelware. Gymnasialpädagogen sollen aushelfen – mal wieder. Quelle: dpa
Hannover

Kurz vor Beginn der niedersächsischen Sommerferien warnen Bildungsverbände vor einem sich verschärfenden Lehrermangel. Im August könne ein chaotischer Schulstart drohen. Vor allem Grund- Haupt- Real- und Oberschule auf dem Lande haben Probleme, überhaupt Bewerber für offene Stellen zu finden, während Gymnasien in größeren Städten sogar mehr Interessenten als Bedarf haben. Wie das Kultusministerium in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP zur Unterrichtsversorgung schreibt, gab es in der ersten Auswahlrunde für Stellen an Grund-, Haupt- und Oberschulen 550 Bewerbungen zu wenig, an Gymnasien dagegen aber 300 zuviel.

Gymnasiallehrer sollen zwei Jahre an Grundschulen gehen

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) will diesen Überhang nutzen. Diese Gymnasiallehrer sollen bis 2020 an anderen Schulformen im Bereich der Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) eingesetzt werden, um dann für die Gymnasien zur Verfügung zu stehen, wenn dort wieder alle Schüler nach 13 Jahren Abitur machen. Das Ministerium verweist außerdem drauf, dass für den Pflichtunterricht nur 79 Prozent des Gesamtbedarfs benötigten, die Zusatzbedarfe für Ganztag und Inklusion lägen bei rund 18 Prozent. Von 2000 offenen Stellen sind derzeit mehr als 1600 besetzt. „Täglich wird die Lücke kleiner“, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Das Verfahren dauere noch zwei Monate. Eine gute Unterrichtsversorgung zu erreichen habe höchste Priorität.

„Sprachlernklassen dürfen nicht gestrichen werden“

Franz-Josef Meyer vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht im neuen Schuljahr dennoch die Grundversorgung an den Grundschulen in Gefahr. Die 14.000 Stunden, die durch die Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung in die Kindergärten, wieder an die Schulen kämen, dürften nicht ausreichen. Mehr Stellen durch Lehrer anderer Schulformen zu besetzen und Pädagogen, die dazu bereit seien, dauerhaft an Grundschulen abzuordnen, dürfte kein Tabu sein. Und keinesfalls dürfte Tonne die dringend erforderlichen Sprachlernklassen streichen, um Lehrerstunden einzusparen.

„Auch im kommenden Schuljahr werden Tausende Unterrichtsstunden ausfallen“, befürchtet Björn Försterling (FDP). Philologenverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft haben vorgeschlagen, dass Teilzeitkräfte freiwillig mehr Stunden arbeiten könnten oder das Abbummeln der angesparten Überstunden ausgesetzt werden könnte, um die Lehrerlücke auszugleichen.

Von Saskia Döhner

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 18-jähriger Fahranfänger hat mit seinem Auto in Rinteln eine Passantin auf dem Gehweg erfasst. Die 40-Jährige wurde dabei zwischen Auto und Litfaßsäule eingeklemmt und verstarb noch an der Unfallstelle.

24.06.2018

Ein 81-Jähriger ist in Celle nach einem Unfall mit seinem Fahrrad ums Leben gekommen. Offenbar stürzte der Mann ohne Fremdeinwirkung.

24.06.2018

Bei einem Verkehrsunfall auf der A7 bei Hildesheim sind in der Nacht auf Sonntag drei Menschen verletzt worden. Die Autobahn musste in Fahrtrichtung Hannover für sechs Stunden gesperrt werden.

24.06.2018