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Der Norden Investor darf im Harz nicht mehr nach Erzen suchen
Nachrichten Der Norden Investor darf im Harz nicht mehr nach Erzen suchen
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00:15 02.02.2018
Außer Betrieb: Eine Lore steht vor dem Bergwerksmuseum Grube Samson in Sankt Andreasberg (Kreis Goslar). Quelle: Peter Steffen
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Hannover

 Die Euphorie war groß, als es im vergangenen September hieß, ein kanadischer Investor habe die Erlaubnis erhlaten, im Harz nach Silber, Kuper, Zink und Blei zu suchen. Vorkommen im Wert von angeblich 2,3 Milliarden Euro sollen in nicht ausgebeuteten Erzstollen bei Bad Grund im Kreis Göttingen schlummern. Von einer Wiederbelebung des Bergbaus im Harz war gar die Rede.

Doch bald kamen Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Kanadiers auf. Jetzt hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) die Aufsuchungserlaubnis widerrufen. Es gebe „Zweifel an der erforderlichen Zuverlässigkeit und an der finanziellen Leistungsfähigkeit“ des Unternehmens, sagte am Dienstag ein Sprecher des LBEG. Gegen die Entscheidung kann der kanadische Investor innerhalb eines Monats Klage erheben.

Wie berichtet, hatte die Samarium Tennessine Corporation im vergangenen September die Erlaubnis erhalten, in einem rund 150 Quadratkilometer großen Gebiet zwischen Bad Grund (Landkreis Göttingen) und Clausthal-Zellerfeld (Landkreis Goslar) nach den Rohstoffen zu suchen. Die Ankündigungen des Investors waren großspurig: 100 Millionen Euro wolle man investieren, und mehrere Hundert Arbeitsplätze schaffen. Doch bald wurde es seltsam. Das Unternehmen bekam einen neuen Namen und firmierte bald unter Rhenium Technology Corporation. Der Verdacht kam auf, es könnte sich um Scheinfirmen handeln.

Entscheidend für den Widerruf der Aufsuchungserlaubnis durch das LBEG war aber wohl eine Mitteilung der Finanzaufsicht der kanadischen Provinz British Columbia (BCSC), die den Mann im November als Betrüger entlarvte: Wegen Kursmanipulation wurde er dauerhaft vom Börsenhandel in seiner Heimat ausgeschlossen, zudem muss der gebürtige Österreicher 400.000 kanadische Dollar (knapp 267.000 Euro) Strafe zahlen. Zusätzlich soll er knapp 157.000 kanadische Dollar Gewinn auszahlen, die er mit der Kursmanipulation erwirtschaftet haben soll. Laut BCSC hat er ein Übernahmeangebot für ein Unternehmen vorgetäuscht, dessen Anteile er zuvor erfolglos angeboten hatte. Nach Veröffentlichung des vermeintlichen Angebots stiegen die Aktien im Wert, und der Kanadier verkaufte seine Anteile mit sattem Gewinn.

Wie er auf den Widerruf der Aufsuchungserlaubnis reagieren wird, ist unklar. Auf Anfragen reagierte der Kanadier bisher nicht. Viel investiert hat er bisher im Harz auch gar nicht. Die Verwaltungsgebühr beim LBEG für das Antragsverfahren betrug 2800 Euro. Ein Bergbauunternehmen aus Thüringen, das für den Investor die Unterlagen ausgefüllt hat, blieb bisher auf der Rechnung über mehrere Tausend Euro sitzen.

Von Karl Doeleke

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