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Der Norden Gefangener und JVA-Beamtin schreiben Liebesbriefe
Nachrichten Der Norden Gefangener und JVA-Beamtin schreiben Liebesbriefe
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10:35 09.04.2018
Die Jugendanstalt in Tündern: Briefe von einem Insassen an eine Beamtin wurden von dort aus an die Adresse einer Freundin verschickt. Quelle: Foto: DanA
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Tündern/Hameln

 Verbotene Liebespost in der Jugendanstalt Hameln: Eine JA-Bedienstete und ein Gefangener sollen sich diese zugeschickt haben. Das Ganze ist aufgeflogen. Der Mann steht wegen der Geschichte mittlerweile in Hameln vor Gericht. Ihm wird versuchte Nötigung vorgeworfen. In einem ersten Termin vor dem Schöffengericht hat der Häftling gestanden, versucht zu haben, die Beamtin zu erpressen. Das war aus dem Amtsgericht zu erfahren.

Eigentlich ist es eine ungleiche Beziehung: Der junge Mann ist 22 Jahre alt – seine „Brieffreundin“ 41. Er sitzt in Haft – sie schließt Türen auf und zu, hat als Justizbeamtin neben dem Sicherungs- auch einen Erziehungsauftrag.

Dennoch sind geheime Briefe zwischen den beiden hin und her geflattert. Er soll sie zärtlich Schnuky genannt haben, schrieb die „Bild-Zeitung“. „Um welche Uhrzeit schreibst Du Briefe? Da liege ich schon mit den schönsten Träumen im Bett“, soll sie ihn gefragt und die Botschaft mit einem Smiley versehen haben, so die Zeitung. 

Von Amors Pfeil wurde der 22-Jährige aber offenbar nicht getroffen. In seinem letzten Brief an die Beamtin war jedenfalls von Zuneigung keine Rede mehr. Ganz im Gegenteil: Es hatte sich auf einmal „ausgeschnuckelt.“ Unverblümt soll der Mann der erfahrenen Beamtin geschrieben haben, was er wollte: Er forderte sie auf, für ihn außerhalb der Anstalt zugestellte Pakete durch die Kontrollen zu schleusen. Andernfalls werde er auspacken und ihre Briefe sowie SMS-Kurznachrichten der Anstaltsleitung zukommen lassen.

Dieser Brief erreichte die Justizbeamtin nicht mehr. Er wurde bei einer Postkontrolle innerhalb der Anstalt abgefangen. Bei einer Zellenkontrolle sollen dann die anderen Briefe zutage gekommen sein. Die Sendungen seien über den normalen Postweg verschickt worden, sagt Gerichtssprecherin und Richterin Sabine Quak. Die Schreiben des Mannes habe die Beamtin an die Adresse einer Freundin schicken lassen, heißt es aus dem Gericht.

Gegen die 41-Jährige wird nicht weiter ermittelt. „Strafrechtlich liegt gegen die Frau nichts vor“, teilt Quak mit. Sie soll am ersten Prozesstag als Zeugin ausgesagt haben. Ob es für die Beamtin dienstrechtliche Konsequenzen gab, ist unbekannt. Sie soll weiter im Dienst sein. Aus der Jugendanstalt ist zu dem Fall keine Stellungnahme zu erhalten. „Das ist ein schwebendes Verfahren, zu dem wir uns nicht äußern können“, meinte JA-Sprecher Dietmar Müller. 

Der 22-Jährige soll inzwischen in der Justizvollzugsanstalt Vechta sitzen. Ihm wird nicht nur die versuchte Nötigung vorgeworfen. Der Inhaftierte sei auch wegen räuberischer Erpressung angeklagt, so die Richterin. Er soll in der JA einen Mithäftling Schläge angedroht haben, wenn der nicht Tabak herausrücken würde.

Bereits 2014 war ein damals 59 Jahre alter JA-Beamter dabei geschnappt worden, als er dem Kontaktmann eines Insassen Handys, Telefonkarten und Marihuana übergab. Der Mann hatte sich ebenfalls mit Häftlingen eingelassen, wurde wegen Bestechlichkeit verurteilt. Dabei würden bereits zu Beginn ihrer Tätigkeit Bedienstete belehrt, sich „keinesfalls in irgendeiner Form in Drucksituationen bringen zu lassen“, sagt Dietmar Müller. „Von Anfang an wird Wert darauf gelegt, dass das thematisiert wird“, betont der JA-Sprecher. „Wir haben einen Sicherungs- und Erziehungsauftrag. Erziehung ist eine positive Einflussnahme auf das Verhalten der jungen Leute hier“, so Müller. Und diese Einflussnahme sei kaum ohne Beziehung möglich. Dass es Gefangene gebe, die ein manipulatives Verhalten zeigen, räumt der Sprecher aber ein.

Von Frank Neitz

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