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Der Norden Kirche testet digitalen Klingelbeutel per App
Nachrichten Der Norden Kirche testet digitalen Klingelbeutel per App
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18:17 24.04.2018
Veraltet: Ein Sammelkorb für die gottesdienstliche Kollekte wird weitergegeben.  Quelle: dpa/Symbolfoto
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Walsrode

 Portemonnaie rausnesteln. Barschaft prüfen. Summe zusammenklauben. Und wenn der Klingelbeutel dann durchs Kirchengestühl wandert, lässt man die Münzen (oder Scheine) dezent hineinfallen. Danach kann man sich guten Gewissens zurücklehnen und den Segen empfangen.

So lief das jahrhundertelang mit der Kollekte. Aber jetzt erreicht der digitale Wandel selbst diese Bastion. Und zwar im kleinen Walsrode im Heidekreis. Dort sammelt die Kirche die Kollekte per App. Zumindest hat sie es mal versucht. An zwei Sonntagen wurde den Kirchgängern in Walsrode angeboten, ihr Kleingeld per Smartphone zu schicken.

Er habe gelesen, dass die Verwendung von Bargeld zurückgehe, erzählt der Walsroder Superintendent Ottomar Fricke. Die Kollekte sei aber Teil des Gottesdienstes: Man solle dort nicht nur in sich gehen, sondern auch was mitnehmen raus ins Leben und was hergeben von dem, was man übrig habe. Und da der Kirchenkreis ohnehin fortschrittlich aufgestellt ist – „Wir haben auch WLan in der Kirche, wir übertragen jeden Sonntag den Gottestdienst per Skype ins Krankenhaus“ –, hat Fricke sich kurzerhand an die örtliche Kreissparkasse gewandt. Die hatte, wie Sprechern Markus Grunwald berichtet, die nötige App ohnehin im Programm. 

Man lässt das Portemonnaie also stecken, nimmt stattdessen das Smartphone zur Hand und scannt den quadratischen QR-Code, den man auf einem Zettel bei den Kirchenliedern findet. QR steht für „Quick Response“, und quick ist das alles, weil die Online-Banking-App des Telefons durch den Code gleich weiß, wo die Kollekte hingehen soll und wofür sie verwendet wird.  Transaktionsnummer („TAN“) bestätigen, fertig.

Problem eins: Die TAN darf man nicht auf einem Zettel mitbringen oder per Lesegerät generieren oder sich per SMS schicken lassen. Es muss eine sogenannte Push-TAN sein, die direkt in die App geschickt wird. Hat nicht jeder. Problem zwei: Die Kirche dachte, das Geld ist Montag auf dem Konto. Ist es nicht, und wenn bald wieder Gottesdienst ist, müssen ständig neue QR-Codes hergestellt werden. Es gebe also noch Verbesserungsbedarf, sagt Fricke.

Mögliches Problem drei: Die Smartphone-Kollekte ist eine normale Überweisung. Die Kirche weiß also – anders als beim Klingelbeutelausleeren – wer wieviel gegeben hat. 

Bargeldlose Kollekten gibt es auch anderswo, per EC-Terminal oder als Bon-System. Der Vorteil (weswegen die Landeskirche die Versuche in Walsrode mit Wohlwollen verfolgt): Man muss kein Bargeld mehr einzahlen, wofür die Banken heute horrende Gebühren verlangen. „Gilt für uns aber nicht“, sagt der Superintendent. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu unserer Sparkasse.“

Nur das finanzielle App-Ergebnis war noch nicht so gut. Letzte Woche kamen insgesamt rund 700 Euro als Kollekte zusammen. Der App-Anteil: magere 39,52 Euro. Aber die Versuche werden fortgesetzt.

Von Bert Strebe

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