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Der Norden Kind zu Tode geschüttelt - Acht Jahre Haft
Nachrichten Der Norden Kind zu Tode geschüttelt - Acht Jahre Haft
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15:46 10.04.2018
Das Osnabrücker Landgericht hat einen Mann zu acht Jahren Haft verurteilt. Quelle: dpa
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Osnabrück

 In dem Prozess um ein zu Tode geschütteltes Kleinkind hat das Landgericht Osnabrück den 31 Jahre alten Lebensgefährten der Mutter zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt. Da die Kammer keinen Tötungsvorsatz nachweisen konnte, habe sie auf Körperverletzung mit Todesfolge erkannt, sagte eine Gerichtssprecherin am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine Freiheitsstrafe wegen Totschlags von sieben Jahren gefordert. Die Verteidigung hatte eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung beantragt.

Der angeklagte Pole hatte bereits zu Prozessbeginn gestanden, das 13 Monate alte Kind so stark geschüttelt zu haben, dass es wenige Tage später in einem Krankenhaus an seinen inneren Verletzungen starb. Der Mann, der als Paketfahrer arbeitet, war an dem Abend vom 8. auf den 9. August vergangenen Jahres ohne Mutter mit dem Kind alleine in der Wohnung. Seinen Aussagen zufolge hatte er sich darüber geärgert, dass seine Lebensgefährtin den Abend bei Freundinnen im Nachbarhaus verbracht und Alkohol getrunken hatte. 

Zum Motiv habe das Gericht keine Feststellung treffen können, sagte die Sprecherin. Es könne sein, dass er den kleinen Jungen geschüttelt habe, weil dieser an dem Abend unruhig und weinerlich war. Es könne aber ebenso sein, dass der Mann aus Verärgerung über seine Freundin das Kleinkind schüttelte. 

Nach Zahlen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) werden schätzungsweise zwischen 100 und 200 Säuglinge und Kleinkinder mit Schütteltrauma jährlich in deutsche Kliniken gebracht. Zwischen 10 und 30 Prozent der geschüttelten Kinder sterben.

Von dpa

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