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Der Norden Nach Widerstand von Anwohnern: Kompromiss für Bückeberg-Gedenkstätte
Nachrichten Der Norden Nach Widerstand von Anwohnern: Kompromiss für Bückeberg-Gedenkstätte
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00:19 02.12.2018
Bernhard Gelderblom steht am Bückeberg bei Hameln, wo die Nazis von 1933 bis 1937 das "Reichserntedankfest" feierten. Quelle: dpa
Emmerthal

Im Streit um die Gedenkstätte für den Bückeberg im Kreis Hameln-Pyrmont wird es einen Kompromiss geben. Das Gelände in der Gemeinde Emmerthal war von den Nazis für sogenannte Reichserntedankfeste genutzt worden. Der Landkreis hatte die Einrichtung eines „Dokumentations- und Lernorts Bückeberg“ beschlossen. In Emmerthal aber regte sich massiver Widerstand. Der soll jetzt, wie die HAZ erfahren hat, über die Besucherführung gemildert werden.

Ursprünglich sollten die Gäste den Berg vom Fuß her betreten und über einen Weg mit Infotafeln hinaufsteigen. Jetzt sollen Besucher mit Schildern um Emmerthal herumgeführt werden und den Bückeberg von oben betreten. Dort werden auch die Parkplätze und die Sanitäranlagen entstehen. Weiterführende Infos soll es nicht vor Ort, sondern im fünf Kilometer entfernten Landwirtschaftsmuseum Börry geben.

Emmerthal wäre damit weitgehend vor Besucheranreiseverkehr geschützt. Im Ort waren 2200 Unterschriften gegen das Gedenkvorhaben zusammengekommen. Eine politische Vertretung fanden die Gegner in der CDU und den Freien Wählern und der AfD, die unter anderem eine Bürgerbefragung durchgesetzt haben.

Den Kompromiss haben Landrat Tjark Bartels (SPD) und Rudolf Welzhofer von der Emmerthaler CDU unter Beteiligung der Landes-CDU ausgehandelt. Es gab laut Bartels ein Interesse an der „Gemeinsamkeit der demokratischen Parteien“ in Sachen Erinnerungskultur. Welzhofer erklärte, bei der Bürgerbefragung werde man nun die Meinung der Bevölkerung zum Kompromiss abfragen.

Der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom, der die Bückeberg-Geschichte erforscht hatte, zeigte sich unzufrieden: Mit dem Kompromiss werde die pädagogische Planung des Gedenkorts auf den Kopf gestellt. Zudem würden die Leute in Emmerthal „nicht genötigt, hinzuschauen und sich auseinanderzusetzen“.

Von Bert Strebe

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