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Der Norden Neuer Belastungszeuge im Prozess gegen Abu Walaa
Nachrichten Der Norden Neuer Belastungszeuge im Prozess gegen Abu Walaa
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21:03 11.04.2018
Der wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung angeklagte Abu Walaa bei einer Vernehmung im Oberlandesgericht in Celle. Quelle: Julian Stratenschulte
Celle

 Im Prozess gegen den mutmaßlichen Deutschlandchef der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Walaa, gibt es einen neuen Belastungszeugen. Dabei handelt es sich um einen der verurteilten jugendlichen Täter des Anschlag auf einen Tempel der Sikh-Religion in Essen im Jahr 2016 mit drei Verletzten. Der Verfahrenstag am Mittwoch sei abgesagt worden, damit die Verteidiger von AbuWalaa und der vier Mitangeklagten die umfangreichen Aussagen des Zeugen lesen können, teilte der Sprecher des Oberlandesgerichts Celle mit.

Das Landgericht Essen hatte den 17-Jährigen aus Gelsenkirchen, der eine Bombe vor der Tür des Tempels platzierte, im März zu sieben Jahren Haft verurteilt. Der Jugendliche soll Teilnehmer an radikal-islamischen Einweisungen eines in Celle mitangeklagten türkischen Reisebüroinhabers aus Duisburg gewesen sein. Wie der NDR berichtete, hatte sich der 17-Jährige aus der Haft in Iserlohn von sich aus bei den Behörden gemeldet mit dem Wunsch, zu den in Celle angeklagten mutmaßlichen Terrordrahtziehern auszusagen. In seinen Aussagen belastet er offenbar alle Angeklagten.

Belastungszeuge könnte von Bedeutung sein

Hintergrund: Abu Walaa (34) und vier Mitangeklagte im Alter von 28 bis 52 Jahren stehen seit Ende September wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in der Terrormiliz vor Gericht. Sie sollen junge Menschen insbesondere im Ruhrgebiet und im Raum Hildesheim islamistisch radikalisiert und in die IS-Kampfgebiete geschickt haben. Zwei der Rekrutierten sollen später im Irak Selbstmordattentate mit zahlreichen Todesopfern verübt haben. Ein weiterer soll im Sicherheitsapparat des IS tätig gewesen sein.

Der neue Belastungszeuge könnte für den Terrorprozess von Bedeutung sein. Der Wert der Aussagen der beiden bislang maßgeblichen Zeugen wird von der Verteidigung angezweifelt. Ein Ende des Prozesses ist derzeit nicht abzusehen, Termine sind bis Ende August angesetzt.

Von dpa

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