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Der Norden So können Hausärzte die Notaufnahmen entlasten
Nachrichten Der Norden So können Hausärzte die Notaufnahmen entlasten
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10:04 03.04.2018
Ein Arzt misst in der Notfall-Triage-Praxis im Klinikum an der Salzdahlumer Straße den Blutdruck einer Patientin.  Quelle: dpa
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Braunschweig

  Viele Notaufnahmen in Niedersachsen sind weiterhin chronisch überfüllt. Mit Hilfe von Hausärzten hat das Klinikum Braunschweig die angespannte Lage etwas entschärft. „Die Praxis bringt eine große Entlastung für die Zentrale Notaufnahme mit sich“, sagte ein Krankenhaussprecher.

Die Allgemeinmediziner wurden dort für eine sogenannte Notfall-Triage-Praxis (NTP) eingestellt. Sie sollen die Patienten behandeln, die mit ihren leichten Beschwerden auch in eine Hausarztpraxis hätten gehen können. Ein Jahr nach der Vorstellung des Projekts zieht das Krankenhaus eine erste positive Bilanz.

Allein in der kurzen Phase der Grippewelle dieses Jahres seien 250 Patientinnen und Patienten durch die Praxis ambulant gut versorgt wurden, sagt Thomas Bartkiewicz, Ärztlicher Direktor des Klinikums. Aufgrund der kurzen Laufzeit ließen sich zwar noch keine aussagekräftigen Aussagen zur langfristigen Entwicklung machen. Aber Bartkiewicz rechnet mit einer „großen Entlastung“ auch in Zukunft. 

 Im September lief das auf drei Jahre angelegte Projekt mit zwei Ärzten und zwei Arzthelferinnen in Teilzeit an. Besetzt ist die Praxis an Werktagen für jeweils einige Stunden, denn auffallend häufig kommen Patienten genau dann, obwohl ihr Hausarzt geöffnet hat und auch die richtige Anlaufstelle wäre. Bartkiewicz betont, dass die neue Praxis kein Ersatz für eine Hausarztpraxis sei. Wer nachts oder sonntags mit leichten Beschwerden in das Krankenhaus kommt, ist in der seit 2015 bestehenden Bereitschaftsdienstpraxis richtig.  

Mit einem ähnlichem Projekt hat die Medizinische Hochschule in Hannover (MHH) nach eigenen Angaben gute Ergebnisse erzielt. „An jedem Werktag ist von 10 bis 18 Uhr ein Allgemeinarzt in unserer Notaufnahme tätig, um sich der leichteren Fälle anzunehmen“, sagt MHH-Sprecher Stefan Zorn. Pro Jahr werde so eine vierstellige Zahl von Patienten betreut. Beide Projekte werden von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen unterstützt. Die MHH soll dabei als Universitätsklinik auch Forschung und Lehre dazu betreiben.

„Für die Krankenhäuser vor Ort bedeuten die Projekte sicher eine Entlastung für das Personal“, sagt Helge Engelke, Verbandsdirektor der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft. Allerdings ist das Kostenproblem seiner Meinung nicht gelöst, weil die Refinanzierung unklar bleibe. Deshalb sei auch eine Übertragung auf andere Standorte schwierig, meint Engelke. Er fordert, dass das Thema der Finanzierung schnell geklärt werden müsse und sieht dabei den Bund in der Pflicht. Die kritische Situation habe sich durch die Grippewelle sogar verstärkt und der Trend bleibe gleich. „Die Hälfte der Patienten in den Notaufnahmen der Krankenhäuser hätte dort nicht hingehen müssen.“

Von dpa

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