Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Der Norden Panzerknacker sprengen immer mehr Geldautomaten
Nachrichten Der Norden Panzerknacker sprengen immer mehr Geldautomaten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:09 02.08.2018
Ein gesprengter Geldautomat in einer Filiale der Santander Bank in Hameln. Quelle: Polizei Hameln/dpa
Anzeige
Hameln

Die Zahl der Geldautomaten-Sprengungen in Niedersachsen hat drastisch zugenommen. Seit Jahresbeginn hat die Polizei bereits 38 entsprechende Taten registriert. Dies sind nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) in Hannover rund 65 Prozent mehr als im gesamten Vorjahr. 2017 seien landesweit nur 23 Automaten-Sprengungen gezählt worden, sagte eine LKA-Sprecherin am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 2016 wurden 34 und im Jahr zuvor 28 Sprengungen registriert.

Jüngster Tatort war in der Nacht zu Donnerstag die Fußgängerzone von Hameln. Dort jagte ein Unbekannter gegen 3 Uhr im Vorraum einer Bank den Geldautomaten in die Luft. Anwohner hörten einen lauten Knall und sahen, wie anschließend ein Mann mit einer Umhängetasche aus der Bank rannte. Er lief zu einem Komplizen, der in der Nähe mit einem Motorrad wartete. Dann seien beide ohne Licht durch die Dunkelheit davon gerast, sagte Polizeisprecher Jens Petersen. Eine sofort eingeleitete Großfahndung mit Streifenwagen aus sechs Landkreisen blieb ohne Erfolg.

Die Masche der Automaten-Knacker sei immer gleich, sagte LKA-Sprecherin Nevin Ayyildiz: „Meistens schlagen sie in den frühen Morgenstunden zu. Sie brauchen nur wenige Minuten, um ein Gasgemisch in den Geldautomaten einzuleiten.“ Dieses brächten sie dann zur Explosion, schnappten sich die Beute und jagten dann mit hoch motorisierten Fahrzeugen davon.

Das LKA geht davon aus, dass die Täter vorwiegend aus den Niederlanden stammen. Es handele sich um eine Gruppe von schätzungsweise 200 Ganoven, die in wechselnder Zusammensetzung agiere, sagte die Sprecherin.

Die Täter sind nicht nur in Niedersachsen, sondern auch in angrenzenden Bundesländern aktiv. Dabei haben sie mal mehr und mal weniger Erfolg. Bei den 38 Sprengungen in diesem Jahr in Niedersachsen waren sie 14 Mal erfolgreich. In 24 Fällen sei es beim Versuch geblieben, sagte Ayyildiz.

Wie viel Geld die Täter erbeutet haben, will das LKA nicht sagen. Doch dass man beim Knacken von Geldautomaten durchaus Beute machen kann, wurde im April dieses Jahres bekannt, als Unbekannte in Göttingen einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag erbeuteten.

Die Sprengungen richten darüber hinaus hohe Sachschänden an. Nach Attacken in Hannover und Barsinghausen vor einigen Wochen beispielsweise bezifferte die Polizei den Schaden auf jeweils rund 30.000 Euro.

Von RND/jos/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Bremen ist in der Nacht zum Donnerstag der Streit um ein falsch geparktes Auto eskaliert. Dabei schlugen die Insassen des Wagens so stark auf einen Radfahrer ein, dass er ins Krankenhaus kam.

02.08.2018

Bei einem Unfall auf der A1 am Mittwoch ist ein Lkw-Fahrer schwer verletzt worden. Der 40-Jährige war an einem Stauende auf einen weiteren Lkw geprallt, der in einen dritten Lastwagen geschoben wurde.

02.08.2018

Bei einem Unfall auf der A7 am Mittwoch ist der Fahrer eines Kleintransporters ums Leben gekommen. Er war mit einem Sattelzug zusammengestoßen. Im Wagen befanden sich Gasflaschen und Benzinkanister.

02.08.2018
Anzeige