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Der Norden Altersheime sollen mehr Personal einstellen
Nachrichten Der Norden Altersheime sollen mehr Personal einstellen
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00:19 05.01.2019
Pflegeheim: Niedersachsen folgt dem Beispiel anderer Bundesländer und verbessert die Personalschlüssel. Quelle: dpa
Hannover

Bewohner von Pflegeheimen in Niedersachsen sollen besser betreut werden. Heimbetreiber, Pflegekassen und Sozialhilfeträger haben sich auf neue Untergrenzen für die Zahl der Pflegekräfte geeinigt. Diese treten voraussichtlich im ersten Quartal in Kraft, wie der Verband der Ersatzkassen (VDEK) mitteilte. „Es ist allgemeiner Konsens, dass noch mehr für die Pflege getan werden soll. Dem tragen die Vertragspartner gemeinsam Rechnung“, sagte Jörg Niemann, Leiter der VDEK-Landesvertretung.

Viele Heime müssen nun mehr Personal einstellen. Besonders deutlich ist die Anhebung für Menschen mit Pflegegrad 3, die die größte Gruppe der Bewohner stellen. Bisher kümmert sich eine Pflegekraft rechnerisch um rund vier Menschen, künftig sollen es nur noch drei sein. Niedersachsen folgt damit anderen Bundesländern. „Die Personalschlüssel in Niedersachsen wiesen deutlich unterdurchschnittliche Werte auf“, sagte Henning Steinhoff, Leiter der Landesgeschäftsstelle des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA).

Für die bessere Betreuung müssen die Bewohner allerdings auch mehr zahlen. Sie tragen bereits jetzt einen Teil der Kosten für Pflege, Unterkunft und Verpflegung. Wie stark dieser Eigenanteil nun steigen wird, könne man schwer abschätzen, da er sich von Heim zu Heim unterscheidet, sagte Steinhoff.

BPA und VDEK forderten die Bundesregierung auf, die Leistungen der Pflegeversicherung zu erhöhen. In Niedersachsen mussten die Bewohner bislang weniger beisteuern als in den meisten anderen Bundesländern. Zuletzt waren es im Durchschnitt 1460 Euro pro Monat, 350 Euro weniger als im bundesweiten Mittel.

Pfleger dringend gesucht

Für die niedersächsischen Heime wird es jedoch nicht einfach, die neuen Stellen zu besetzen. Viele suchen bereits seit Langem vergeblich Verstärkung, außerdem gehen in den nächsten Jahren viele Pfleger in Rente. Der Mangel an Fachkräften sei „dramatisch“, sagte Steinhoff. Die Pflegekammer Niedersachsen betonte, dass ungelerntes Personal nur bedingt weiterhelfe: „Pflegekräfte müssen über grundlegende Kompetenzen verfügen, um in der beruflichen Praxis auch wirklich handlungsfähig zu sein.“

Seit Anfang Januar ist auch ein neues Bundesgesetz in Kraft, das die Bedingungen in der Altenpflege verbessern soll. Das Pflegepersonalstärkungsgesetz sieht bundesweit 13.000 neue Stellen vor – geplant ist zum Beispiel eine zusätzliche Pflegekraft für jedes Heim mit maximal 80 Bewohnern. Die Kosten tragen die Krankenkassen. Diese Stellen können jedoch erst geschaffen werden, wenn die in den neuen niedersächsischen Mindeststandards vorgesehenen Stellen besetzt sind.

Auch die niedersächsische Landesregierung unternehme viel, um die Bedingungen in der Pflege zu verbessern, sagte ein Sprecher von Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Man habe sich zum Beispiel für die neuen Personalschlüssel eingesetzt und arbeite auf Bundesebene an zahlreichen Projekten mit.

Ein Kommentar zum Thema: Heikler Umgang mit der Pflege

Von Christian Wölbert

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