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Der Norden An vielen 
Gymnasien fallen Schulstunden aus
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Gymnasien fallen Schulstunden aus
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00:16 08.09.2017
Von Saskia Döhner
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Auch bei Abiturienten würden Pflichtstunden gestrichen, sagte der Vorsitzende des Philologenverbandes Niedersachsen, Horst Audritz, am Dienstag in Hannover. An vielen Schulen müssten Förder- und Ganztagsangebote gekürzt werden. „Wir bekommen täglich Briefe von betroffenen Lehrern und Eltern.“

Der Lehrerverband schätzt, dass landesweit bis zu 1000 Pädagogen stundenweise an Grundschulen abgeordnet sind – oft mit mehr als fünf Stunden wöchentlich. Es gebe Schulen, bei denen 25 Prozent des Kollegiums betroffen seien. Audritz warf dem Kultusministerium „Zahlenwirrwarr“ und „Planungslosigkeit“ vor.

Wie viele Schulen und Lehrer sind betroffen?

Philologenverbandsvorsitzende Audritz fordete vom Land offenzulegen, wie viele Schule von den Abordnungen betroffen seien, wie viele Vollzeitlehrerstellen dies betreffe und wie viele Pädagogen. Wichtig sei auch zu wissen, wie die abgeordneten Lehrer eingesetzt würden und welche Folgen das für die abgebende Schule hätte.

Unterrichtsausfall

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„Abordnungen gehören zum Schulalltag“, betonte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD). Das Ministerium konterte Dienstag prompt mit einer detaillierten Auflistung der Abordnungen: Demnach sind derzeit tatsächlich gut 1000 Gymnasiallehrer an anderen Schulen tätig – allerdings wurden nur 421 direkt an Grundschulen geschickt. Während in den Bezirken Hannover und Braunschweig Gymnasiallehrer stundenweise an Grundschulen einspringen, ist etwa in Lüneburg ein Ringtausch üblich: Ein Gymnasiallehrer hilft an einer Oberschule aus, ein Pädagoge von dort dann an einer Grundschule. Insgesamt gibt es in Niedersachsen derzeit sogar 8134 Lehrer, die ein Jahr lang an anderen Schulen einspringen. Meistens sind es Förderlehrer, die Inklusionskinder an Regelschulen betreuen.

Die Zahl der Abordnungen ändere sich täglich, sagte Audritz. „Es ist das reinste Chaos.“ Bei dem Verband seien seit Anfang August mehr als 200 Zuschriften aus Schulen eingegangen. Es häuften sich die Anrufe besorgter Eltern. Der SPD-nahe Arbeitskreis Gymnasien, dem rund 60 Schulleiter angehören, warf dem Philologenverband „billige Stimmungsmache“ vor. Die Bildungschancen der Gymnasiasten seien keineswegs gefährdet. Das Kultusministerium betonte, dass Gymnasien am besten mit Lehrkräften versorgt seien. Kurzfristige Personalengpässe durch Krankheiten könnten nicht ausgeschlossen werden.

Durch die Abordnungen fehle den Schulen ein Puffer für Vertretungen, bemängelte Audritz – und nannte Beispiele, die aus Zuschriften an den Verband hervorgehen. Eine Schule wies darauf hin, dass in der sechsten Klasse der Deutsch- und Mathematikunterricht von vier auf drei Stunden gekürzt werden müsse. Politik im achten Jahrgang sei komplett gestrichen worden. In einem anderen Gymnasium fallen nicht nur neun Arbeitsgemeinschaften weg, sondern auch jeweils eine Stunde Deutsch, Mathe und Kunst. Werte und Normen gibt es von Klasse sieben bis zehn nicht.

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