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Der Norden Für 825.700 Schüler startet am Donnerstag wieder die Schule
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14:45 08.08.2018
„Niedersachsen wirbt aktiv um Lehrernachwuchs“: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Quelle: dpa
Hannover

Am Donnerstag startet in Niedersachsen nach den Sommerferien der Unterricht für 825.700 Schüler wieder und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) versucht weiterhin mit Hochdruck, jede noch offene Lehrerstelle zu besetzen. Mittlerweile seien 1883 von ursprünglich 2000 ausgeschriebenen Lehrerstellen besetzt, sagte er am Mittwoch in Hannover. Das seien sogar rund 300 Neueinstellungen mehr als Stellen durch Pensionierungen, Versetzungen oder Todesfälle freigeworden seien. Die Zahl der Erstklässler, die am traditionell am Sonnabend eingeschult werden, ist gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Prozent gesunken und liegt jetzt bei 71.900. Wegen der steigenden Geburtenzahlen ab 2013 rechnet das Land künftig aber wieder mit mehr Schulanfängern.

Unterrichtsversorgung bei 99 Prozent, weiter Abordnungen

Im Schnitt liegt die Unterrichtsversorgung bei 99 Prozent. „Das ist besser als erwartet, aber längst nicht zufriedendstellend“, sagte Tonne. An den Grund-, Haupt. und Realschulen wurden 533 Pädagogen neu eingestellt, an Oberschulen 235 und an Förderschulen 167. Von den 490 Lehrern, die an Gesamtschulen beschäftigt werden, und den 358 an Gymnasien, werden aber 250 Pädagogen zwischenzeitlich an Ober-, Haupt- oder Realschulen unterrichten müssen. Ohne diese Abordnungen hätte die Unterrichtsversorgung an den Sekudarstufe-I-Schulen nur bei 95 Prozent im Schnitt gelegen: „Das ist nicht akzeptabel“, sagte Tonne. Ab 2021 würden die Lehrer dann wieder an den Gymnasien gebraucht, wenn dort der erste Jahrgang wieder nach 13 Jahren das Abitur mache.

An den Grundschulen habe sich die Bewerberlage gegenüber dem Vorjahr verbessert, sagte Tonne. Insgesamt müssen vermutlich rund 2000 Pädagogen im neuen Schuljahr zeitweise an anderen Schulen aushelfen. Meistens sind es Grundschulkräfte, die an anderen Grundschulen eingesetzt werden.

Senioren und Quereinsteiger sollen einspringen

Um Lücken zu stopfen, greift Tonne auf Senioren und Quereinsteiger zurück. Tonne schlägt vor, die Hinzuverdienstgrenze für Pensionäre anzuheben. Bislang können sie rund sieben Stunden pro Woche unterrichten, ohne dass das auf ihre Pension angerechnet wird. Künftig sollen es doppelt so viele Stunden sein. Quereinsteiger sollen schneller und besser pädagogisch geschult werden. Meldungen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, wonach jeder zweite Quereinsteiger wieder abbricht, konnte Tonne weder bestätigen noch dementieren. Das werde statistisch bislang nicht erfasst.

Irgendwann mehr Geld, aber nicht weniger Arbeitszeit

Mit einer Imagekampagne will das Land aktiv um Nachwuchs werben. Das Ministerium entwickle zudem derzeit ein Stufenmodell, um Grundschullehrer besser zu bezahlen. Bildungsverbände fordern seit Langem, die Pädagogen von A 12 auf A 13 zu heben. An eine Senkung der Arbeitszeit sei indes momentan nicht zu denken, sagte Tonne. Man wolle aber weiter nach Möglichkeiten suchen. Lehrer von Aufgaben zu entlasten.

Björn Försterling (FDP) monierte, besser als die Hinzuverdienstgrenze für Pensionäre anzuheben sei es, ältere Lehrer bis zum Rentenalter gesund im Job zu halten und endlich die Altersermäßigung für Lehrer ab 55 Jahren einzuführen. Nach Expertenschätzungen gehen neun von zehn Pädagogen frühzeitig in den Ruhestand.

Von Saskia Döhner

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